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Yankees nicht kleinzukriegen

 
Autor: Erich Kuffer Sonntag, 03. Juli 2011
 

yankees_smallWas musste er nicht alles an Prügel einstecken, als es ihm nicht gelang, in der Offseason Cliff Lee zu verpflichten. Dabei konnte man GM Brian Cashman gar nicht allzuviel vorwerfen, denn sein Angebot war mehr als lukrativ. Das sich das Pitching-Ace dann für die Phillies und damit gegen die Dollars, entschied, war so nicht unbedingt zu erwarten.

Als ihm zu allen Überfluss gegen seinen Willen Relief Pitcher Rafael Soriano von den Steinbrenners aufs Auge gedrückt wurde, war sein Image reichlich ramponiert. Dabei darf man aber nicht übersehen, dass Cashman die letzten Jahre einige sehr gute Trade getätigt hat, aufgrund derer die Yankees derzeit die American League anführen.

Den Yankees wurde eine schwere Saison vorhergesagt. Zum einen haben sich die Konkurrenzen aus Boston hervorragend verstärkt, zum anderen gelang es ihnen selbst nicht, ihren Wunschspieler zu verpflichten. So startete man mit einer scheinbar zusammengeflickten Rotation in die Saison. Dazu gab es im Vorfeld bzw. unter der Saison Ärger mit den altgedienten Stars Derek Jeter und Jorge Posada, die sich nicht genügend gewürdigt sahen. Und auch von der Verletzenliste gab es einige schlechte Nachrichten. So ist der zweitbeste Pitcher der letzten Spielzeit, Phil Hughes bereits seit Mitte April außer Gefecht und für Joba Chamberlain ist das Jahr bereits gelaufen. Da ist es schon verwunderlich, dass die Bronx-Bombers bei Saisonhalbzeit auf Platz eins der American League stehen.

Rotation

Was wurde nicht alles über die Rotation der Yankees gemeckert. Außer CC Sabathia sah man keinen weiteren konstanten Pitcher, so dass man nach der verpassten Lee-Verpflichtung sofort nach Verstärkung in Form von Felix Hernandez schrie. Aber GM Cashman ließ sich davon nicht beirren. Statt seine Prospects zu verscherbeln, vertraute er auf seine Neuzugänge Freddie Garcia und Bartolo Colon. Hatte man Garcia vernünftige Leistungen zugetraut, so sah man in Colon lediglich ein Low-Risk-Experiment. Kein Wunder, der Cy-Young-Award-Gewinner von 2005 brachte nämlich die letzten Jahre, auch aufgrund zahlreicher Verletzungen, nicht mehr viel auf die Reihe. Diese Saison aber ist er bisher mit einem ERA von 2.88, sowie einer Bilanz von 6-3 mehr als nur ein Notnagel. Gleiches gilt für Garcia. Letztes Jahr in Chicago schon solide (ERA 4.64), überzeugt er derzeit mit einem ERA von 3.28. Zu den beiden gesellt sich A.J. Burnett, der sich von der schwachen Vorsaison gut erholt hat und sich wieder bei seinem Karriere-ERA um die 4.00 einpendelt. Und auch Rookie Ivan Nova kann offensichtlich den Erwartungshaltung in New York standhalten, ein ERA von 4.26 sowie eine Bilanz von 7-4 sind zwar nicht überragend aber passabel.

Star der Rotation ist und bleibt aber CC Sabathia. Sabathia, der bereits 2007 den Cy-Young-Award gewann, führt mit elf Siegen, gemeinsam mit Justin Verlander von den Tigers, die AL an. Seine Stärke ist vor allem seine Konstanz. Einen ERA von unter 3.50, sowie mindestens 17 Siege bei über 30 Saisonspielen und weit mehr als 200 Innings pro Saison schafften seit 2007 nicht viele Pitcher.

Bullpen

Was Sabathia für die Rotation, das ist Mariano Rivera für den Bullpen. Nämlich eine seit Jahren feste und qualitativ hervorragende Größe. Der Closer schickt sich an, seine vierte Saison in Folge mit einem ERA von weit unter 2.00 abzuschließen. Die letzten acht Jahre schaffte er dies bereits sieben Mal. Und unter günstigen Voraussetzungen, wird Rivera bereits in diesen Jahr die Schallmauer von 600 Saves erreichen (bisher 580)

Mit einem ERA von 1.69 ist Rivera derzeit aber „nur" der drittbeste Reliever im Team. Denn der erst 26 Jahre alte David Robertson schickt sich an, den Durchbruch als erstklassiger Pitcher zu schaffen. Ganze vier Runs in 33 Innings (ERA 1.08) ließ er bisher zu. Und auch Neuzugang Luis Ayala, der die letzten beiden Jahre einen ERA von weit über 5.00 hatte und bisher auf 1.38 kam, erweist sich bisher als Glücksgriff. Pech nur, dass der bis zur Verletzung stark spielende Joba Chamberlain, sowie der bestbezahlte Setup-Closer Rafael Soriano ausfallen.

Offensive

Seit jeher die Stärke des Teams ist jedoch die Offensive. Und dies nicht nur, da man mit Alex Rodriguez den mit Abstand am best bezahltesten Baseballspieler der Welt in seinen Reihen hat. A-Rod spielt derzeit eine für seine Verhältnisse durchwachsene Saison. Sein Schlagdurchschnitt von .304 ist zwar gut, aber mit bisher nur 13 Home Runs kann er nicht mehr die ganz große Power entfalten, wie noch vor ein paar Jahren. Für ihn springt hier aber Mark Teixeira in die Bresche. Mit bisher 25 Home Runs liegt er hinter Torontos Jose Bautista auf Platz zwei der MLB. Knapp dahinter kommt dann Curtis Granderson mit 22 Home Runs. Granderson, der einen Großteil der letzten Saison verpasste, könnte dabei seinen bisherigen Karriererekord von 23 Home Runs aus dem Jahre 2009 deutlich überbieten. So oder so ist er in diesen Jahr eine große Bereicherung für das Yankee-Lineup.

Damit aber nicht genug, was die Offensivpower anbelangt. Robinson Cano mit bisher 14 Home Runs schickt sich an, seine brillante Vorsaison zumindest einigermaßen zu wiederholen. Da es auch Nick Swisher, Russell Martin und Jorge Posada verstehen, den Ball regelmäßig in die Zuschauerränge zu schlagen, führen die Yankees die MLB-Home-Run-Rangliste überlegen mit 118 vor den Rangers (100) sowie Blue Jays (97) an. Bleibt noch die Frage nach Derek Jeter. Der Captain und Yankee-Urgestein befindet sich derzeit zwar auf der DL, bei seiner Rückkehr wird er die Jagd auf seinen 3000. Hit auf jeden Fall fortsetzen. Damit wäre er dann der erste Yankee, der diese Marke erreicht.

Fazit

Schwachstelle des Teams bleibt die Position des Catchers, auch wenn Neuzugang Russell Martin bisher passabel agierte. Aber nach einem starken Saisonstart ließ er doch deutlich nach und schlägt seit Mai unter .200. Und DH Jorge Posada, der bereits deutlich über seinen Leistungszenit hinaus ist, ist zumindest für hinter die Platte keine Option mehr. Von daher wird sich über kurz oder lang die Frage stellen, wann Jesus Montero, der derzeit in den Minors stark spielt, sein MLB-Debüt gibt.

Ausblick

Die Yankees gewinnen die AL East. Diese Aussage war die letzten Jahre so selbstverständlich, wie dass Bayern München Deutscher Fussballmeister wird. Aber ausgerechnet in diesen Jahr, als sie hinter den Red Sox als deutliche Nummer zwei ins Rennen gingen, könnten sie ihre Division erneut gewinnen. Es wäre das elfte Mal innerhalb der letzten 14 Jahre. Zur Zeit führen sie ihre Division mit 2.5 Spielen Vorsprung vor den Red Sox an und sind dazu das einzige Team der AL mit bereits 50 Siegen. Aber da die letzte Saison mehr als deutlich zeigte, dass sich selbst ihre starke Offensive gegen hervorragendes Pitching schwer tut, muss man sich nicht wundern, wenn sie sich zur Tradingdeadline (31.07) nochmals mit einen erstklassigen Pitcher verstärken. Auch hier könnte Jesus Montero eine nicht unwesentlich Rolle spielen, wenn es um geeignete Tradekandidaten geht.

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