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Southpaw On The Sound - Die bisherige Saison (Teil 1)
Zunächst einmal sage ich ein herzliches Willkommen zur ersten Ausgabe meiner neuen Kolumne auf MLBI.de. Unter dem Titel "Southpaw On The Sound" werde ich in Zukunft möglichst alle zwei Wochen Informationen, Beobachtungen und persönliche Einschätzungen zu Baseball im Allgemeinen und den Seattle Mariners im Besonderen veröffentlichen und hoffe sehr, darüber auch in regen Austausch mit euch, den Leserinnen und Lesern von MLB Insider treten zu können.
Etwas mehr als die Hälfte der Saison in den Major Leagues ist vorüber. So langsam wird es heiß. Ganz besonders in den drei Divisionen der American League wird das Playoff-Rennen schon in den kommenden Wochen an Dramatik zunehmen. Auch wenn im Moment sowohl in der AL East, in der AL Central als auch der AL West jeweils drei Teams gute Chancen haben, den ersten Platz in ihrer Division zu erreichen - das Team mit dem größten Abstand auf die Führenden sind die Tampa Bay Rays mit 5,5 Spielen Rückstand - besteht die Gefahr, dass ein paar Teams dennoch schon in den nächsten Wochen ihre Postseason-Hoffnungen begraben müssen. Dass die Seattle Mariners am 19. Juli überhaupt noch in Blickweite der Los Angeles Angels und Texas Rangers sind - mit vier Spiele Rückstand - ist mit Blick auf die vergangene Saison schon beinahe als Wunder zu bezeichnen.
2008.
Mit hohen Ansprüchen, dem, die Los Angeles Angels of Anaheim als Meister der American League West herauszufordern, versehen mit teuren Free Agents wie Starting-Pitcher Carlos Silva und Erik Bedard, für den unter anderem George Sherrill und Adam Jones Seattle in Richtung Baltimore verliessen, schlitterten die Mariners im Laufe der Saison in die vielleicht enttäuschendste Saison ihrer 31-jährigen Geschichte. Obwohl die Payroll am Opening Day stattliche $ 117 Mio. betrug, ließen im Laufe der Saison alle Mannschaftsteile zu wünschen übrig. Die Offensive produzierte zu wenige Runs, insbesondere aber die Starting Pitcher, in die die größten Hoffnungen gesetzt wurden, Carlos Silva und Erik Bedard, litten abwechselnd unter schlechter bis katastrophaler Form und langwierigen Verletzungen, die vor allem Bedard betrafen und seine Saison auf 15 Starts und 81 Innings limitierte.
Nachdem das Team am 6. Juni mit .349 die schlechteste Bilanz aller MLB-Teams hatte, wurden zunächst General Manager Bill Bavasi und drei Tage später Manager John McLaren durch interne Interim-Lösungen ersetzt. Unter Jim Riggleman konnten die Mariners zwar knapp verhindern,das schlechteste Team in den Major Leagues zu werden, hatten aber auch nur einen Sieg Vorsprung vor den Washington Nationals. Am 1. September waren alle rechnerischen Chancen, die Postseason zu erreichen, dahin, zudem verdichteten sich Gerüchte, dass - nach einer solchen Saison nicht verwunderlich - persönliche Eitelkeiten insbesondere von Superstar Ichiro Suzuki und Catcher Kenji Johjima die Stimmung innerhalb des Teams in Mitleidenschaft ziehe.
Die Erfolge im statistischen Bereich für das Jahr 2008 lesen sich dagegen durchaus eindrucksvoll: Am 23. Juni war Starting Pitcher Felix Hernandez der erste Mariners-Pitcher, der (gegen niemand anderen als Johan Santana) einen Grand-Slam-Homerun erzielen konnte. Am 1. September war Adrian Beltre der erst vierte Mariner, der mit einem Single, einem Double, einem Triple und einem Home Run "einen Cycle" schlagen konnte. Das große Highlight aber hebe ich mir zum Schluß dieses Rückblicks auf das katastrophale Jahr 2008 auf, geht es doch um die Grüdnung eines exklusiven Clubs in den Major Leagues. Die Mariners sind das erste Team, dem das Kunststück gelang, mit einer Payroll von mehr als $ 100 Mio. 100 Niederlagen zu kassieren.
Offseason.
Genau wegen dieser Bilanz ist es vielleicht als Wunder zu bezeichnen, dass es in Seattle im Moment verzagte Hoffnungen auf die erste Postseason-Teilnahme seit 2001 gibt, als Seattle erst in der ALCS mit einem Sieg bei vier Niederlagen gegen die Yankees ausschied. In der Off-Season wurde viel unternommen, um die Franchise radikal umzubauen. Am 22. Oktober hatte die lange Suche nach einem neuen General Manager ein Ende, als die Verpflichtung von Zack Zduriencik bekannt gegeben wurde. Aufmerksamkeit erregte Zduriencik durch seine langjährige äußerst erfolgreiche Arbeit im Bereich der Spielerentwicklung und als Scouting-Direktor für die Milwaukee Brewers. Eine seiner ersten Entscheidungen war die Verpflichtung von Don Wakamatsu von den Oakland Athletics, der nun der erste asiatisch-amerikanische Manager in der Geschichte der MLB ist. Interim-Manager Jim Riggleman verließ die Mariners in Richtung Washington, D.C. und ist dort - Ironie der Geschichte - nach der Entlassung von Manny Acta erneut Manager geworden. Zudem wurde der größte Teil des Coaching Staff ausgetauscht - alle Zeichen in Seattle deuteten auf einen kompletten Neuanfang hin.
Gemeinsam machten sich Zduriencik und Wakamatsu daran, nicht nur ein neues Team für die Saison 2009 zusammenzustellen, sondern auch langfristige Strategien auszuarbeiten, um die Mariners in den kommenden Jahren erneut konkurrenzfähig zu machen. Konkret bedeutet dies die Abkehr von großen (aber ineffektiven und teuren) Free Agent Signings und eine Konzentration auf die Addition und Entwicklung junger und talentierter Spieler in den Minor Leagues. Erste Weichen wurden in einem zehn Spieler und drei Teams umfassenden Tauschgeschäft, das den 2008 verletzungsanfälligen Closer J.J. Putz zu den Mets und mit Prospect Mike Carp und den beiden Outfieldern Franklin Gutierrez und Endy Chavez gestellt. Aus Oakland kommend wurde Free Agent Mike Sweeney mit einem Minor-League-Vertrag ausgestattet. Sein Wunsch war es, weiter für Don Wakamatsu spielen zu können. Der Neuzugang, der mit der größten Begeisterung, aber auch mit deutlicher Skepsis, in Seattle aufgenommen wurde, war ein alter Bekannter. Ken Griffey Jr. Zwischen seinem Mariners-Debut als 19-jähriger 1989 und seinem Wechsel 1999 nach Cincinnati liegt folgende Bilanz: 1752 Hits, 1152 RBI, 398 Home Runs und 167 Stolen Bases. Sein Average in Seattle: .297. "The Kid" ist schlicht und einfach das Gesicht der Franchise und er steht stellvertretend für die erfolgreichen 90er Jahre. Sollte Junior's Verpflichtung tatsächlich das Team verstärken? Oder doch nur ein geschickter Marketing-Move, mit dem die Fans an bessere, längst vergangene Zeiten erinnert und wieder ins Safeco Field gelockt werden sollten? Zu Saisonbeginn stand einer stattlichen Liste von 17 Neuzugängen - die meisten waren in den letzten Jahren nicht unbedingt durch All-Star-Leistungen aufgefallen - insgesamt zehn Abgänge gegenüber.
Saisonbeginn.
Mit unter anderem Felix Hernandez und Carlos Silva (beide Venezuela), Kenji Johjima und Ichiro Suzuki (beide Japan) nehmen insgesamt elf Mariners an den World Baseball Classics teil. Dabei gelingt Ichiro im Finale gegen Südkorea der entscheidende Two-Run-Single im zehnten Inning, der Team Japan die Titelverteidigung sichert. Kurz nach seiner Rückkehr ins Spring Training aber wird beim achtmaligen All-Star ein Geschwür entdeckt - Suzuki bleibt bis zum 15. April auf der DL. Seine Rückkehr feiert 35-jährige Outfielder auf seine Art. In seinem ersten Spiel schlägt er einen Grand-Slam-Home-Run. Trotz der halbmonatigen Abwesenheit ihres vermeintlich besten Hitters legen die M's furios los und führen am 30. April die American League West mit 13 Siegen und neun Niederlagen an - eine Bilanz, die durchaus die dramatisch gesunkenen Erwartungen in der Stadt am Puget Sound übertraf.
In der nächsten Ausgabe, die am kommenden Wochenende hier erscheinen wird, widme ich mich spezifischeren Fragen. Einerseits geht es natürlich darum, ob die M's eine Chance haben, die Postseason zu erreichen, aber auch, ob sie Geduld beweisen und einige ihrer Stars traden sollten, um das Team in der Breite und Tiefe zu verbessern, oder ob sie mit Neuverpflichtungen die Divisionskrone anvisieren sollten. Ausserdem: Was ist mit James McOwen, dem Minor Leaguer der High Desert Mavericks, der in 45 Spielen in Folge mindestens einen Hit erzielte? Wer sind die bisherigen Überraschungen und Enttäuschungen der Saison? Und was wurde aus den hoffnungsvollen Spielern der vergangenen Saison, wie beispielsweise Ryan Rowland-Smith?
Die Diskussion darüber darf natürlich auch jetzt schon beginnen!
Bis bald!
Markus Kampschnieder
Markus Kampschnieder ist 28 Jahre alt, lebt in Tübingen und verfolgt Baseball in den USA und in Deutschland seit vier Jahren. Für Baseballinsider.de schreibt er in seiner zweiwöchigen Kolumne Southpaw On The Sound vor allem über die Seattle Mariners. In seiner Freizeit interessiert sich der Fan der Mets und Mariners für Literatur, verbringt Zeit mit seiner Katze, die nicht nach Coco Crisp benannt wurde und spielt mit abnehmendem Erfolg Slowpitch Softball.
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Und wieder einmal geben die Indians einen Key-Player ab.
(29-07-2010 10:14)Amanic
au mann :-D
(28-07-2010 16:53)Johannes
re: - Video? Nur das hier...sieht schon ungesund aus wie er da reinspringt...AUA. image:htt...
(28-07-2010 15:03)Basti
Video?
(28-07-2010 14:12)Johannes
Du hast Chris Coughlan vergessen
(28-07-2010 09:46)Basti