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Sidearm Slider - Robbenbaby auf Diät
Albert Einstein war es, Isaac Newton war es, Hank Aaron war es. Seit kurzem ist auch Ex-Fleischfresser Prince Fielder Vegetarier. Ein derart abrupter Sinneswandel birgt natülich einige Gefahren.
m zu überleben, lassen wir
sterben. Bei der Fertigung von tierischen Produkten läuft das
wie folgt ab: Bauernhoftiere werden gerne mit Strom betäubt.
Dann durchtrennt ihnen der Henker die Blutgefäße im
Nackenbereich. Religiöse Opferbringer vollbringen dieses Ritual
auch gerne am vollständig unbetäubten Objekt. Hasen, Vögel
und Pferde sterben den Tod durch die Gewehrkugel. Hochseefischer
haben es da bedeutend einfacher: Ihre Beute erstickt schlichtweg
nach einer Weile an der frischen Luft.
Anfang des Jahres drückte Chanel Fielder ihrem Ehegatten Prince ein Buch über jene Tötungsmethoden in die kräftigen Hände. Ehegatte Prince ist Baseballspieler und hatte mit seinen Händen in der vergangenen Saison 50 Basebälle so weit außer Sicht geschlagen, dass sie als Homeruns in den Zuschauerrängen endeten. Doch als er die Zeilen des Buches verschlang wie einst ein saftiges Steak , begannen die starken Pranken zu zittern. Prince fasste einen Enschluss: „Ich werde Vegetarier.”
Man muss Prince Fielder zu seinem Entschluss nur gratulieren. Natürlich hat ein vergetarischer Lebensstil auch positive Auswirkungen auf seine Figur, die des öfteren an ein fettleibiges, gestrandetes Robbenbaby erinnerte, sobald Fielder zum Kopfüber-Slide an der zweiten Base ansetzte. Hinter seinem asketischen Ernährungsstil steck aber noch viel mehr: Der 23-jährige, einst 120 Kilogramm schwere Prinz von Milwaukee, darf sich nun mit voller Hingabe den liebsten Früchten der Baseballer hingeben: den Sonnenblumenkernen.
Warum eigentlich Sonnenblumenkerne?
Eine der monumentalen Traditionen im Basaeball besagt, dass Baseballspieler eine ungemein starke orale Fixion haben. Die Frage nach dem Warum stellt sich gar nicht – Baseballspieler haben schon immer etwas zwischen den Zähnen gebraucht und so muss es auch heutzutage sein. Und da die MLB-Offiziellen Vereinen und Spielern seit der Krebserkrankung von Nichtraucher Brett Butler dringend vom Kautabak abraten, müssen gesündere Kauspielzeuge her.
Sonnenblumenkerne sind dafür hervorragend geeignet. Sie sind klein, erfordern eine gewisse Fertigkeit beim Herauskauen des Kernfleisches – das ideale Geschicklichkeitsspiel für lange Inningpausen – und sind zudem energiespendend. Des weiteren sind sie – und hier wird es interessant für unseren vegetarischen Prinzen – ungemein gesund: Sonnenblumenkerne sind vollgepackt mit gesunden Fetten, Proteinen, Ballaststoffen, Mineralien, Vitamin E und pflanzenchemischen Stoffen. „Alles Zutaten, die für die Qualität ihrer Diät sehr wichtig sind”, hebt die Amerikanische-Sunnenblumen-Vereinigung auf ihrer Internetseite hervor.
Natürlich ist das alles Quatsch. Die meisten Baseballer spucken die kleinen Kerne nicht aus gesundheitliche Gründen durch die Gegend. Viele sind wahrscheinlich noch nicht einmal in der Lage, pflanzenchemisch, auf Englisch „phytochemical”, richtig zu buchstabieren. Vielmehr hat sich das Herumrotzen von Kernschalen als eine charakteristische Eigenschaft von Baseballspielern herausgebildet, die in lässiger Manier die lange Dauer einer Partie Baseball überbrücken wollen. Wenn ein Manager oder Spieler nach einer gelungenen Aktion obercool die Kerne heraussabbert, trägt er außerdem seine schwindelerregende Spielkompetenz zur Schau. Seht her, genau so hatte ich es geplant!
Hoffen wir also, dass die Sonnenblumenkerndiät dem kräftigen Prinzen gut tut. Seine liebste Chanel hat ihm nämlich bereits mit einem saftigen Steak gedroht, sollte der Herr Baseballspieler aufgrund der fehlenden Fleischreserven seine schwindelerregende Schlagkompetenz verlieren .
Den Prinzen werden aber noch ganz andere Probleme plagen. Zum Beispiel die Frage, womit er demnächst die Bälle am ersten Kissen fangen soll, sobald er herausfindet, dass sein Handschuh aus einer gequälten Kuh hervorging.
Johannes Knuth
Johannes Knuth ist 23 Jahre alt und von Beginn an für Baseballinsider.de tätig. Der Red Sox Fan berichtet über Spiele, aktuelle Ereignisse und beleuchtet die Baseballszene in seiner wöchentlichen Kolumne Sidearm Slider. Johannes wanderte 2007 vom niedersächsischen Göttingen ins schwäbische Tübingen aus und nahm dort das Studium der Sportpublizistik auf. Nebenbei ist freier Mitarbeiter zweier Lokalzeitungen und bei der Deutschen-Presse-Agentur.

Klar kann bei Hamelsmehr passieren, wenn sich Harper blöd wegdreht oder der Pitch nicht ganz dort...
(19-05-2012 06:34)Rene
Kann man doch nicht vergleichen, oder?! Nen Helm wegwerfen und einen Ball mit über 150 km/h auf
Da geht's sowieso nur um heurige Saison, da der Terminplan mit dem alten Playoffmodus gemacht wur...
(18-05-2012 17:35)Rene
Nee Joey das ist falsch, Hamels hat bewusst auf den Rücken gezielt. Da muss es schon mit dem Teuf...
(18-05-2012 13:30)Basti
Hallo Ihr Beiden, mal wieder ein sehr gelungener Podcast. Zu den Yankees. Da stimme ich euch zu,<...
(18-05-2012 11:36)Erich