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Sidearm Slider - Premature Grabulation
Ein neuer Freizeitsport findet in Amerika immer mehr Anhänger, oder: warum die New York Yankees auch in diesem Jahr nicht die Baseball World Series gewinnen werden!
assionierte Tischtennisspieler kennen das Problem. Sie wollen zu später Stunde einer feucht-fröhlichen Fete bei Freunden beiwohnen, möchten dabei aber auf keinen Fall auf ihren liebsten Zeitvertreib verzichten. Wie aber lässt sich ein Sport wie Tischtennis mit dem Konsum alkoholischer Getränke wie Bier verknüpfen? Die Antwort lautet Bier-Tennis.
Eine Partie Bier-Tennis geht so: Vier biertrinkende Tischtennisspieler (oder tischtennisspielende Biertrinker) stehen sich an den Enden eines langen Tisches gegenüber. Vor ihnen stehen jeweils zehn Plastikbecher. Die Plastikbecher sind in einem Dreieck angeordnet, so dass sich vor Beginn des Spieles zwei Parteien mit zwei Becherdreiecken gegenüberstehen, was ungefähr so aussieht, wie wenn sich zwei Raumschiffe in einem Uralt-Computerspiel auf Kollisionskurs befinden.
Wer gewinnt beim Trinkspiel?
Ziel des Spiels ist es dann auch, das gegnerische Raumschiff zu zerstören, oder irdisch ausgedrückt: den Tischtennisball irgendwie in eines der zehn gegnerischen Gläser zu bugsieren. Der Gegner muss das entsprechende Glas leeren, danach vom Tisch entfernen und darf nun seinerseits die gegenüberliegende Pyramide in Angriff nehmen. Das Team, das als erstes die gegnerische Becherpyramide von der Platte gefegt hat, gewinnt, ist aber in aller Regel nicht so betrunken wie die Verlierermannschaft, was nach der zehnten Partie aber ohnehin keine Rolle mehr spielt.
Sollten sich der anspruchsvolle Anhang der New York Yankees also Sorgen machen, wenn zwei ihrer Spieler vor kurzem bei einer feucht-fröhlichen Partie Bier-Tennis gesichtet wurden? Angeblich vergnügten sich Nick Swisher, Johnny Damon und Yankees-Legende Reggie Jackson am vergangenen Wochenende in der New Yorker Kneipe Southern Hospitality an einem eigens dafür vorgesehenen Bier-Tennis-Tisch.
Die Antwort ist Ja.
Keine Lust auf die World Series
Denn Swisher und Damon, mit den Yankees Favoriten auf den Gewinn der World Series, haben sich an jenem Tag nicht einfach nur ihre wohlverdiente Freizeit verschönert. Sidearm-Slider-Recherchen beweisen zweifelsfrei, dass die beiden Bronx-Bombers überhaupt nicht an der World Series of Baseball teilnehmen wollen. Sie trainieren vielmehr wie wild für die World Series of Beer Pong (WSOPB), der Weltmeisterschaft im Bier-Tennis!
Beweise? Die sind stichfest und zahlreich vorhanden.
Erstens: Die World Series of Beer Pong ist mindestens so seriös wie ihr Baseball-Pendant. An Detailtreue sind die WSOBP-Regeln den Baseball-Richtlinien nämlich mindestens ebenbürtig. So bestimmt WSOBP-Regel F-3, dass kein Körperteil eines Spielers bei der Wurfbewegung den Tisch berühren darf, es sei denn, der Werfer verfügt über einen Bierbauch, den er sonst nirgendwo verstauen kann (die Bierbauch-auf-dem-Tisch-Ausnahme). Es gibt eine Regel, die besagt, dass eine Mannschaft, die ihre eigenen Becher umhaut, den Becher vom Tisch entfernen muss, es sei denn, ihre Gegner, die Vollidioten, bemerken das Malheur nicht (die Vollidioten-die-nicht-aufpassen-Regel). Und es gibt eine Strafe für zu frühes Berühren eines gegnerischen Wurfs – die kindische Grabbelei, oder im Original: Premature Grabulation.
Zweitens: Swisher und Damon haben sich vorsorglich schon mal für das WSOBP-Finale Anfang Januar im Casino „Flamingo“ in Las Vegas registriert – unter dem Yankees-Pseudonym Team Clutch. Als Gruppenbild für ihr Portrait auf der offiziellen WSOBP-Internetseite wählten sie ein Foto aus alten College-Zeiten.
Date mit den Iren
Drittens: Swisher und Damon müssen sich aber erstmal für das Finale qualifizieren – und die Qualiturniere für den Staat New York finden blöderweise allesamt dann statt, wenn die Baseballelite traditionell ihren Champion ausknobelt – im Oktober. Am 10.10. steigt das erste WSOBP-Turnier im „Nutty Irishman“ in Farmingdale, Long Island, drei Wochen später bittet das "Curley’s" in Auburn alle Nachzügler zur Qualifikation.
Die finale Gleichung nach umfangreicher Herleitung lautet also wie folgt: Mit Alex "The Cooler" Rodriguez und ohne "Team Clutch" sind die Erfolgsaussichten der Yankees auf die Baseballkrone so verschwommen wie der Blick von Nick Swisher nach der 24. Partie Bier-Tennis.
Johannes Knuth
Johannes Knuth ist 23 Jahre alt und von Beginn an für Baseballinsider.de tätig. Der Red Sox Fan berichtet über Spiele, aktuelle Ereignisse und beleuchtet die Baseballszene in seiner wöchentlichen Kolumne Sidearm Slider. Johannes wanderte 2007 vom niedersächsischen Göttingen ins schwäbische Tübingen aus und nahm dort das Studium der Sportpublizistik auf. Nebenbei ist freier Mitarbeiter zweier Lokalzeitungen und bei der Deutschen-Presse-Agentur.

Klar kann bei Hamelsmehr passieren, wenn sich Harper blöd wegdreht oder der Pitch nicht ganz dort...
(19-05-2012 06:34)Rene
Kann man doch nicht vergleichen, oder?! Nen Helm wegwerfen und einen Ball mit über 150 km/h auf
Da geht's sowieso nur um heurige Saison, da der Terminplan mit dem alten Playoffmodus gemacht wur...
(18-05-2012 17:35)Rene
Nee Joey das ist falsch, Hamels hat bewusst auf den Rücken gezielt. Da muss es schon mit dem Teuf...
(18-05-2012 13:30)Basti
Hallo Ihr Beiden, mal wieder ein sehr gelungener Podcast. Zu den Yankees. Da stimme ich euch zu,<...
(18-05-2012 11:36)Erich