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Im Westen was Neues - The Good and the Bad

 
Autor: Christoph May Freitag, 01. Mai 2009
 

Wer am 1. Mai auf den Tabellenstand schaut und daraus Schlüsse ziehen will, muss vorsichtig sein. Im Vorjahr war es nach dem überragenden Start der Arizona Diamondbacks wahnsinnig verlockend, das Team von Bob Melvin schon als gemachten Divisions-Sieger zu feiern. Wie die Tabelle dann am Ende des Jahres aussah, wissen wir alle. Es ist wie am Wahltag um 18 Uhr: die erste Hochrechnung zeigt zwar, wo es in etwa hingeht. Entschieden ist aber noch nichts.


Daher will ich mich, was die Teams angeht, auch nur auf einige kurze Tendenzen beschränken, die wie folgt aussehen:

  • Die hochexplosive Offensive dürfte die Dodgers lange an der Spitze halten.
  • Das hervorragende Starting Pitching könnte die Giants im Rennen halten.
  • Der überraschend gute Start der Padres sollte uns nicht zum Narren halten.
  • Das schwache Starting Pitching könnte die Rockies aus dem Rennen halten. 
  • Und schließlich: Die lahme Offensive dürfte die Diamondbacks von der Spitze fern halten.


Dies also meine mehr oder weniger klugen Sätze zur Lage der Division. Nun wollen wir aber eine Stufe niedriger gehen und uns die Spieler anschauen, die für diese Bewertungen der Mannschaften hauptverantwortlich sind.

THE GOOD


Rafael Furcal und Orlando Hudson

dodgers_small.gifEin gewaltiger Grund, warum die Los Angeles Dodgers bisher die zweit meisten Runs der National League (131) erzielt haben, ist nicht nur die Präsenz von Manny Ramirez. Mindestens ebenso wichtig dürften auch Rafael Furcal und Orlando Hudson sein, die für die Kollegen Ramirez, Ethier und Loney regelmäßig den Tisch decken. Sie sind bisher der wohl beste 1-2-Punch der Liga, und das noch vor Jimmy Rollins und Shane Victorino. Das Duo Furcal/Hudson beweist, wie wichtig die ersten beiden Positionen im Lineup für den Erfolg einer Offensive sind. Schon werden erste Vergleiche gezogen: und zwar zur Kombo der 2003er Atlanta Braves, die aus Marcus Giles und eben Rafael Furcal bestand. Die beiden schafften es am Saisonende auf 231 Runs. Furcal und Hudson sind momentan auf einem guten Weg, diese Sphären zu erreichen. Für den Erfolg der Dodgers wäre dies sicher nicht abträglich.

Matt Cain

Das Starting Pitching der San Francisco Giants zählt derzeit zur Ligaspitze. Bester giants_small.gifBeleg dafür war in der Vorwoche die Serie von sechs Quality Starts mit nur drei abgegebenen Runs in 42 2/3 Innings. Doch während viel über Tim Lincecum und Neu-Giant Randy Johnson berichtet wird, spielen sich die hervorragenden Leistungen von Matt Cain (26 IP, 6 ER) ein wenig im Abseits ab. Ein Grund dafür mag sein, dass er unter der schwachen Offense der Giants leidet. Hätte Cain nicht in den vergangenen beiden Jahren den zweit schlechtesten Run-Support aller Starter bekommen, würde er womöglich längst als Elite-Pitcher gehandelt. Stattdessen verläuft seine Karriere immer noch etwas unterhalb des Radars. Auch in diesem Jahr könnte Cain längst eine Bilanz von 4-0 statt 2-0 aufweisen. Denn in den beiden Spielen, die für ihn mit einer No Decision endeten, ließ Cain lediglich drei Runs zu. Bisher hat sich der 24-Jährige, der sogar übrigens noch jünger als Tim Lincecum ist, von dieser unfairen Behandlung seiner Offensive nicht beeindrucken lassen. Wenn er weiterhin so stoisch seine Leistung abliefert, werden die Wins wohl nicht mehr so lange auf sich warten lassen.

Adrian Gonzalez

padres_small.gifMan muss die Frage immer wieder stellen: Was wären die Padres bloß ohne Adrian Gonzalez? Um die Frage zu beantworten, lassen wir am besten die Statistiken sprechen und ziehen Gonzalez' „value over replacement“, kurz: VORP, in Betracht (genaueres dazu hier). Danach ist Gonzalez über 15 Runs besser als ein ligadurchschnittlicher Ersatzspieler. Unter den regulären Spielern der Padres kommen David Eckstein (4.4) und Luis Rodriguez (3.1) am „nächsten“ an Gonzalez heran. Brian Giles' Wert liegt übrigens bei -10.2. Diese eindrucksvollen Zahlen sind wohl auch schon ins Büro des neuen Padres-CEO Jeff Moorad geflattert. Denn in einem Chat mit Padres-Fans antwortete er auf die Frage, ob Gonzalez' Vertrag schon in nächsten Jahr verlängert werden könnte, mit: „Why wait till 2010“. Das sagt doch eigentlich alles.

THE BAD


Jake Peavy und Chris Young

Von einem besonders guten 1-2-Punch war in dieser Kolumne bereits die Rede. Kommen wir nun zu einem eher schlechten – zumindest bis zu diesem Tag. Eigentlich galten Jake Peavy und Chris Young vor der Saison ja als zwei der wenigen Stützen im Team der Padres. Ihr identischer ERA von 5.74 nach einer Handvoll Starts deutet aber an, dass sie diese Rolle derzeit noch nicht ausfüllen. Beim Blick auf die Konkurrenten zeigt sich, dass es bei Peavy nicht gerade die stärksten Gegner waren, die gegen ihn kräftig punkteten. So gab er in den letzten beiden Spielen gegen die Giants und Pirates jeweils über fünf Runs ab, was durchaus ein Grund zur Besorgnis ist. Für Chris Young gilt zumindest noch als Ausrede, dass er zuletzt in Colorado und Philadelphia auf den Mound musste. Ein Young in Bestform gibt in diesen Spielen allerdings auch keine insgesamt 15 Runs ab. Wenn die Padres sich irgendwie auf dem zweiten Platz der Division halten wollen, muss die Peavy-Young-Kombo schnell anfangen, Leistungen anzubieten. Denn die restlichen Pitcher der Padres-Rotation können solch schlechte Leistungen auf die Dauer einfach nicht abfedern.

Conor Jackson

Eigentlich hätten hier auch Chris Snyder, Eric Byrnes oder Chris Young exemplarisch diamondbacks.jpgfür die schwächelnde Offense der D-Backs (letzter Platz in On-Base-Percentage und Batting Average) stehen können. Doch während Snyder noch nie ein guter Hitter war, Byrnes den Großteil des Vorjahres fehlte und Young aus einer verpatzten Saison kommt, reden wir bei Jackson über den vielleicht besten Hitter der Diamondbacks. Zwar ist Jackson nicht als großer Schnellstarter bekannt, doch sein bisheriger Average von .203 bei einem Home Run ist schon sehr enttäuschend. Das große Problem für die Diamondbacks daran ist, dass momentan außer Felipe Lopez niemand Jacksons Quasi-Ausfall kompensieren kann. Bei einer geschwächten Starting Rotation ohne Brandon Webb wäre es umso wichtiger, wenn die Offensive diesen Verlust wett machen können. Ohne eine deutliche Leistungssteigerung von Conor Jackson wird dies nur schwer zu erreichen sein.

Ubaldo Jimenez

rockies_small.gifErinnert sich noch jemand an den dominanten Power-Pitcher aus dem zweiten Saisonspiel, der auf den Namen Ubaldo Jimenez hörte? Möglicherweise nicht, denn bisher ward dieser Pitcher nicht mehr gesehen. Nach seinem dominanten Auftritt gegen die D-Backs ging es rapide abwärts mit der großen Hoffnung der Colorado Rockies: drei Spiele, drei Niederlagen, ERA von glatt 12 lautet die vernichtende Bilanz. Die Konstanz war in seiner kurzen Karriere schon immer ein Problem. Zu fragil ist die Pitching-Bewegung des 1,94-Meter-Manns derzeit, um den 98-Meilen-Fastball dauerhaft in die Strikezone zu bringen. Mit Pitching Coach Bob Apodaca hat Jimenez zwischen seinen Starts viel gearbeitet, um sein Hauptproblem – die Balance –  in den Griff zu bekommen. Für den katastrophalen Pitching Staff der Rockies ist ein guter Jimenez überlebensnotwendig. Aaron Cook hat vorgestern gezeigt, wie man sich aus einer Krise wirft. Gegen die Giants hat Jimenez heute die Chance, es seinem Rotations-Kollege gleichzutun.

Kommentare
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Basti
(Publisher) 04-05-2009 17:28
Hi Christoph,

nicht alles aus Arizona ist schwach. Bei "The Good" fehlt mir ein Absatz über Dan Haren,
ansonsten super Artikel, weiter so :)

Grüße,

Basti
 
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Kolumnen - Im Westen was Neues

Christoph May

 
christoph65x90Christoph May ist 21 Jahre alt und studiert in Mainz Publizistik, Amerikanistik und Politikwissenschaft. Bei Baseballinsider.de führt er die wöchentliche Kolumne Im Westen was Neues, die aktuelle Themen aus der National League West behandelt.
Der langjährige Fan der San Francisco Giants schreibt ebenfalls für eine regionale Tageszeitung und spielt selbt begeistert Baseball.