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Im Westen was Neues - Er war nicht mehr der Richtige
Anderthalb Jahre später ist nur noch wenig von diesem Oktober-Glanz in
Denver zu verspüren. Die Rockies ließen ihrem großen Jahr eine
enttäuschende Saison folgen, in der sie 16 Spiele weniger als noch 2007
gewannen. Die schwache Bilanz wurde hauptsächlich an
Verletzungsproblemen – Shortstop Troy Tulowitzki und Helton fehlten
lange – fest gemacht. Daran allein kann es 2008 allerdings nicht
gelegen haben, denn auch nach der Rückkehr der beiden Leistungsträger
in das Rockies-Lineup hat sich die Situation des Clubs in diesem Jahr
nicht deutlich verändert. Die Rockies sind ganz tief im Keller der
National League angelangt. Und da es im Sport nun mal so ist, dass bei
schlechten Leistungen nicht die Spieler sondern der für die Mannschaft
verantwortliche Angestellte zur Rechenschaft gezogen wird, ist die Ära
Clint Hurdle in Denver seit gestern beendet.
Doch ganz so schnell sollte man über diese Entlassung nicht hinweg
gehen, war es doch Hurdle, der die vergangenen 15 Jahre der
Rockies-Franchise entscheidend mitgeprägt hat. Zunächst in den Minor
Leagues, dann als Hitting Coach des Big-League-Clubs und schließlich
seit 2002 als Manager der Rockies. Seine Bilanz als Manager ist
eigentlich unspektakulär: nur 534 Siege bei 625 Niederlagen, kein
Divisionstitel und außer 2007 keine Saison mit einem “winning record”.
Doch muss man sich den Kontext vor Augen halten, in dem Hurdle 2002 das
Steuer übernahm. Die Rockies waren ein Scherbenhaufen, der sich mit der
Verpflichtung der Pitcher Mike Hampton und Denny Neagle ein
170-Millionen-Dollar-Fiasko leistete. Perspektivlosigkeit herrschte in
Colorado.
Erst langsam setzte sich die Philosophie durch, dass diese Franchise
nur Erfolg haben kann, wenn sie auf eigene Talente setzt. Hurdle war
für diese Aufgabe der richtige Mann. Mit viel Beharrlichkeit
integrierte er Spieler wie Jeff Francis, Matt Holliday oder Brad Hawpe
in das MLB-Team und ließ sich auch trotz zunächst ausbleibenden Erfolgs
nicht von diesem Kurs abbringen. Im Jahr 2007 wurden Hurdle und das
Rockies-Management für ihre Geduld belohnt. Eine Mannschaft, die mit 16
Eigengewächsen antrat, sorgte für einen der spektakulärsten
Playoff-Runs der MLB-Geschichte. Hurdle war plötzlich ein gefeierter
Manager, seinem immer noch jungen Team wurde eine große Zukunft
vorausgesagt.
Doch ein solcher Erfolg weckt auch Begehrlichkeiten. Der Triumph machte
aus Nobodys über Nacht Stars. Spieler wie Garrett Atkins schauten auf
einmal mehr auf ihre Verträge als auf ihre Leistungen auf dem Platz. So
wurde aus einem homogenen Team eine Mannschaft, in der einige ihr Ego
vor die Interessen der Mannschaft stellten. Man könnte sagen, dass die
Rockies von einer Einheit zu einer reinen Ansammlung von Spielern
wurden. Und hier setzt der Vorwurf an Clint Hurdle an. Während Hurdle
zwar der richtige Mann für den behutsamen Aufbau mit unbekannten
Spielern war, konnte er mit einem Team, das plötzlich im nationalen
Rampenlicht stand, nicht mehr richtig umgehen. Allem Anschein nach
griff er nicht entschieden genug durch, als sich innerhalb der
Mannschaft Hierarchien bildeten. Dafür war er zu sehr Kumpeltyp.
Mit Clint Hurdle geht den Rockies ein Manager verloren, der viel für
die Franchise geleistet hat. Aus dem Baseball-Jammertal hat er den Club
auf das allerhöchste Level gebracht – das allerdings nur für eine
Saison, oder genauer: für zwei Monate. Wenn man die Ergebnisse
betrachtet, die sein talentiertes Team nach dem Höhenflug von 2007
erzielt hat, ist die Entlassung jedoch folgerichtig. Interims-Manager
Jim Tracy hat nun die schwere Aufgabe, die Colorado Rockies wieder auf
Kurs zu bringen. Es mag zwar sehr autoritär klingen, aber ich denke,
dass die Rockies fürs Erste eine harte Hand benötigen. Tracys Aufgabe
wird sein, wieder eine Ordnung in die Mannschaft zu bringen. Er muss
seinen Spielern klar machen, dass sie ihre Einzelinteressen dem
Mannschaftserfolg unterordnen müssen. Wenn ihm das gelingt, stehen
seine Chancen nicht schlecht, auch über 2009 hinaus als Manager bei den
Rockies zu bleiben.
Seien wir mal ehrlich, ohne diesen Run in den letzten 25 Saison-Spielen 2007, waren die Rockies
immer allenfalls durchschnitt und eher schlechter. In 2007 hatten sie ja vor der Saison schon
gesagt, dass sie sich als Contender fühlen, aber wie gesagt: Wenn man sieht was das Team ausser in
diesen 25 Spielen geleistet hat, so komm ich zu den Schluss, dass es eine Eintagsfliege war, die man
dann noch damit verkaufen konnte, dass die eigenen Leute, also Talente aus der Franchise die World
Series erreicht haben.
Jim Tracy ist ein sehr guter Mann; die erste Änderung im Line Up wird dazu führen, dass Garrett
Atkins die Chance bekommt auf Every-Day-Basis aus sein...
Christoph May
Christoph May ist 21 Jahre alt und studiert in Mainz Publizistik, Amerikanistik und Politikwissenschaft. Bei Baseballinsider.de führt er die wöchentliche Kolumne Im Westen was Neues, die aktuelle Themen aus der National League West behandelt. Der langjährige Fan der San Francisco Giants schreibt ebenfalls für eine regionale Tageszeitung und spielt selbt begeistert Baseball.
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Und wieder einmal geben die Indians einen Key-Player ab.
(29-07-2010 10:14)Amanic
au mann :-D
(28-07-2010 16:53)Johannes
re: - Video? Nur das hier...sieht schon ungesund aus wie er da reinspringt...AUA. image:htt...
(28-07-2010 15:03)Basti
Video?
(28-07-2010 14:12)Johannes
Du hast Chris Coughlan vergessen
(28-07-2010 09:46)Basti