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  • jamie_m
    registriert am 29.07.2010
 
 
 

Kolumnen

Sonntag, 14. September 2008
 

Im Westen was Neues - Game Over?

diamondbacks_small.gifAuf knapp drei Prozent sind die Playoffchancen der Arizona Diamondbacks dank zweier Horrorwochen gesunken. Wer das Team momentan beobachtet, muss zu dem Schluss kommen, dass dieser ernüchternde statistische Wert die Realität so gar noch beschönigt. In Wirklichkeit dürfte die Wahrscheinlichkeit, dass in Arizona auch im Oktober noch Basebal gespielt wird, steil gegen Null streben. Wie konnte es nur zu einem solchen Einbruch kommen?

Zunächst fällt auf, dass die Diamondbacks schon seit Monaten auf sehr niedrigem Niveau spielen. Das Team von Bob Melvin hat lange Zeit von einem einzigen überragenden Monat, dem April, gezehrt. In Zahlen ausgedrückt bedeutet das: Ende April hatten die D-Backs eine Bilanz von 20 Siegen und acht Niederlagen. Seitdem spielen sie höchst unterdurchschnittlichen Baseball, was die Bilanz von 52-67 seit dem 1. Mai verdeutlicht. Nur die Padres waren in der NL West  seit diesem Zeitpunkt noch schlechter unterwegs.  Es war ein schleichender Prozess des Niedergangs, der nur durch die Schwäche der anderen Teams verdeckt wurde. In einer besseren Division wären die Diamondbacks schon sehr lange aus dem Rennen. In der NL West waren sie bis in den September ein Anwärter auf den Titel. Doch nun, wo die Dodgers ihr Potenzial ausspielen und zu sich finden, fällt Arizona Spiel um Spiel zurück. Inzwischen beträgt der Rückstand 4 ½ Spiele und selbst die größten Diamondbacks-Fans glauben wohl nicht mehr an ein wundersames Comeback.

In den letzten zwei Wochen musste das Team mehrere herbe Rückschläge verkraften. Zunächst setzte es einen Sweep in Los Angeles, bei dem sie in zwei Spielen völlig chancenlos waren und nur im letzten Spiel der Serie zumindest mithalten konnten. Sie kassierten in der Serie 19 Runs und erzielten selbst nur fünf. So kann man in den wichtigsten Spielen es Jahres leider nicht auftreten, wenn man in die Playoffs will. Dennoch, es war noch nichts verloren. Zwar standen die Zeichen inzwischen gegen die Diamondbacks, aber drei Spiele bei den Giants schienen eine Möglichkeit zu bieten, Selbstvertrauen für einen Endspurt zu tanken. Dummerweise ging es im ersten Spiel gegen Tim Lincecum, der beinahe ein Shutout warf und sich nebenbei auch im Rennen um den Cy Young Award vor Brandon Webb geschoben hat. Die wirklichen Hämmer kamen dann aber in den nächsten beiden Spielen in San Francisco. Beide Male schaffte Arizona im 9. Inning ein Comeback. Beide Male gaben sie das Spiel in der unteren Hälfte des Innings noch ab – ein wahrer Frontalangriff auf das Selbstvertrauen der Diamondbacks. Den entscheidenden Angriff sozusagen gab es gestern. Ausgerechnet der im Diamondbacks-Trikot schwächelnde Starting Pitcher Micah Owings, der im Adam-Dunn-Deal nach Cincinnati gescickt wurde, schlug ein RBI-Double im 10 Inning und besiegelte damit die Niederlage seines Ex-Clubs. Nach dem Frontalangriff der Giants, der die Festung Arizona schon stark ins Wanken brachte, war dies wohl der endgültige Einsturz.

Die personellen Konsequenzen, die Bob Melvin inzwischen gezogen hat, kommen wahrscheinlich zu spät. Closer Brandon Lyon, der nach starker erster Hälfte im zweiten Teil der Saison völlig eingebrochen ist, wird durch Chad Qualls ersetzt. In 16 1/3 Innings nach dem Break hat Lyon eine Bilanz von 0-2 und einen ERA von 11.57. Überflüssig zu erwähnen, dass ein Closer mit solchen Statistiken seinem Team nicht wirklich gut tut. Das Einzige, was Arizona jetzt noch bleibt, ist auf einen kompletten Kollaps der Los Angeles Dodgers zu hoffen. Die haben aber 12 ihrer letzten 13 Spiele gewonnen und außerdem das leichtere Restprogramm. Es ist eine höchst unwahrscheinliche Vorstellung, dass die Dodgers einen 4 1/2-Spiele-Vorsprung vor einem Team, das in den Top 5 der Kategorien schlechtester Schlagdurchschnitt und meiste Strikeouts liegt, noch abgeben werden. Die Entwicklungen des letzten Jahres, als die Rockies einen uneinholbar geltenden Rückstand auf der Zielgeraden noch aufholten, werden in diesem Jahr allem Anschein nach keine Kopie finden. Im Moment sind die Diamondbacks  zum Scheitern verurteilte Jäger, die mit Plastikmunition auf einen Riesen schießen. Die Chancen, dass sie den Dodger-Riesen noch erlegen können, sind minimal.

 
Autor: Christoph May
 
 

Kolumnen

Freitag, 05. September 2008
 

Im Westen was Neues - Ein wurfgewaltiges Wochenende

diamondbacks_small.gifAdam gets it Dunn!“,  schrie Diamondbacks-Reporter Daron Sutton gestern aus voller Kehle, als der Neuzugang aus Cincinatti sein Team zum Sieg schlug. Man möge Sutton dieses etwas billige Wortspiel verzeihen, denn in einem solch Nerven aufreibenden Moment wäre wohl nur Wenigen etwas Kreativeres eingefallen. Im Spiel gegen die St. Louis Cardinals stand es im 9. Inning unentschieden, bis Dunn mit einem Double ins Right Field Conor Jackson von der ersten Base bis zur Home Plate schickte. Es war ein wichtiger Sieg für Arizona. Natürlich,  in dieser Phase der Saison ist jeder Sieg wichtig. Doch im Baseball ist es wie im richtigen Leben, wo manche Menschen eben etwas gleicher sind als andere. Genauso gibt es im Baseball die wichtigen Siege, die am Ende der Saison als Grundpfeiler des Erfolgs verstanden werden.

Drei Serien in Folge gingen für Arizona verloren, darunter ein ärgerlicher Sweep in San Diego und zwei Niederlagen aus drei Spielen gegen Divisions-Rivalen Los Angeles am vergangenen Wochenende. Vor dem Aufeinandertreffen mit St. Louis muss allen D-Backs klar gewesen sein, dass man sich noch eine Serien-Niederlage nicht leisten kann.dodgers_small.gif Zumal die Dodgers nach zwischenzeitlich acht Niederlagen in Serie ihr offensives Spiel anscheinend gefunden haben. In den letzten fünf Spielen, die sie alle gewinnen konnten, erzielten sie nie weniger als fünf Punkte. Die lang ersehnte offensive Auferstehung scheint nun stattzufinden, vor allem, weil Neuzugänge Manny Ramirez (11 Hits, vier Homeruns in der letzten Woche) und Casey Blake (11 H, 3 HRs) gerade so richtig aufdrehen. Der Druck lastete also auf den gejagten Diamondbacks. Es galt, einen dieser wichtigen Siege einzufahren. Diese Mission haben sie erfüllt, und zudem in entscheidenden Phase der Saison  möglichweise auch noch Qualitäten zurückgewonnen, die sie schon letztes Jahr zum Divisions-Titel geführt haben.

Ich habe es schon öfters in meiner Kolumne hier ausgeführt, doch man kann es immer wieder wiederholen. Ohne ihren Killerinstinkt und die grandiose Nervenstärke hätten die Diamondbacks im vergangenen Jahr schon Anfang Oktober Ferien machen können. In diesem Jahr ist ihnen dieses „Clutch“-Hitting abhanden gekommen. Vor der Serie gegen die Cardinals gelang es ihnen bisher nur in drei Spielen, im 9. Inning ein Comeback zu starten und das Spiel noch zu drehen. Gestern schafften sie das zum 4. Mal in diesem Jahr, dabei hatte selbst Manager Bob Melvin sein Team schon abgeschrieben. Zu Beginn des 9. Innings konnte man ihn beobachten, wie er bereits die Kabinenansprache zur Niederlage seiner Mannschaft vorbereitete. Er hatte wohl auch bemerkt, wie anämisch seine Offense gegen Kyle Lohse an diesem und und einen Tag zuvor gegen Adam Wainwright agierte. Umso wichtiger war es für das Selbstvertrauen der Mannschaft, das dritte Spiel der Serie noch umzubiegen. Jetzt kann man mit Selbstvertrauen und 1 ½ Spielen Vorsprung in die bisher wichtigste Serie des Jahres gehen, die bei den Dodgers in Los Angeles ausgetragen wird.

Dass die Spiele gegen die Dodgers kein Zuckerschlecken werden, das zeigen die Pitching-Matchups. Zwar stehen mit Dan Haren und Brandon Webb beide Top-Pitcher auf dem Mound. Doch wie solche haben die beiden in den letzten Wochen nicht geworfen. Beim Duell Dan Haren gegen Derek Lowe dürften D-Backs-Fans Bauchschmerzen bekommen, denn die Erinnerung an Lowe, der Arizona am Sonntag mit sechs starken Innings abfertigte, sind noch frisch. Dan Haren hingegen konnte am letzten Wochenende niemanden abfertigen. In sechs Innings schlugen ihm die Dodgers fünf Runs um die Ohren. Dies setzt einen Trend in Harens Karriere fort, der sich schon fast zu einem Gesetz entwickelt hat. Haren pitcht in der ersten Saisonhälfte absolut brilliant, schwächelt aber in der zweiten. Dieses Jahr ist es genauso. Nach starkem Beginn liegt sein ERA in den letzten 30 Tagen bei astronomischen 5.57. Die Diamondbacks brauchen einen starken Haren, denn die Offense ist nicht explosiv genug, um dauerhaft schwächelndes Pitching zu kompensieren.

Apropos schwächelndes Pitching. Man mag es kaum glauben, aber bei diesem Stichwort muss man im Moment auch über Brandon Webb sprechen. Eigentlich die Konstanz in Person steht Webb nach bisher 19 Siegen offenbar vor einer unüberwindbaren Mauer, die seinen 20. Sieg der Saison verhindert. Durch zwei schwache Starts gegen die Padres und Dodgers, in denen er insgesamt nur acht Innings durchhielt, schnellte sein ERA von 2.74 bis auf 3.19 hoch. Selbst der sicher geglaubte Cy Young Award könnte für Webb noch in Gefahr geraten. Daran wird er aber sicherlich nicht denken, wenn es am Samstag gegen Chad Billingsley geht, der in seinen letzten 10 Starts kein einziges Mal mehr als drei Runs zugelassen hat. Webb muss also zu seinem gewohnten Spiel zurückfinden, wenn er da etwas reißen will.

Auch am Sonntag erwartet die Fans ein spannendes Pitching-Matchup. Power-Lefty, 44 Jahre, trifft auf Power-Lefty, 20 Jahre. In anderen Worten: Randy Johnson gegen Clayton Kershaw. Der eine hat die Liga jahrelang dominiert, dem anderen könnte dieses Privileg noch bevorstehen. Ein spannendes Duell, das jedoch unter unterschiedlichen Vorzeichen stattfindet. Während Johnson in seinem letzten Spiel gegen die Cardinals ordentlich auf den Deckel bekam (5 ER in 3.2 IP), warf Rookie Kershaw gegen die Padres ein brilliantes Spiel, in dem er bis ins 5. Inning ohne Hit des Gegner und bis ins 7. Inning ohne Gegenpunkt blieb, dann aber ein wenig zu schwächeln begann .

Die Sterne scheinen also ein wenig günstiger für die Dodgers zu stehen. Man muss aber auch sehen, dass ein enormer Druck auf den Schultern von Joe Torres Truppe lastet. Für die Diamondbacks ist selbst bei drei Niederlagen noch alles offen. Wenn die Dodgers allerdings in dieser Serie versagen, wird es ganz, ganz schwer noch einmal zurück zu kommen. Wie man es auch dreht und wendet: es wird eine spannende Serie, die zwar das Playoffrennen nicht entscheiden wird, aber die Weichen für die restlichen Wochen der Saison stellen kann.

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Zum Schluss noch eine kleine Randnotiz. Scott McClain spielt für die San Francisco Giants und hat in seinen 19 Profijahren insgesamt 363 Homeruns geschlagen. Warum kennt ihn dann so gut wie niemand? Ganz einfach: 362 dieser Homeruns schlug er in den Minor Leagues oder in Japan. McClain ist einer dieser Spieler, für den es nie ganz zum Major Leaguer gereicht hat. Dennoch blieb er dabei, spielte dieses Jahr in Fresno (AAA) sehr gut auf und wurde mit einer Berufung in die Major Leagues belohnt – zum insgesamt vierten Mal in seiner Karriere. Doch erst am Mittwoch gegen die Rockies gelang dem 36-Jährigen sein erster Karriere-Homerun. Eine wie ich finde schöne Geschichte über jemanden, der den Sport wirklich lieben muss. 

Übrigens: Mit 36 Jahren und 107 Tagen ist McClain der älteste Feldspieler seit 53 Jahren, der seinen ersten Major League-Homerun schlägt. Der älteste Spieler überhaupt: Randy Johnson, dem sein erster „Dinger“ erst im Alter von 40 Jahren und neun Tagen gelang.

 

 
Autor: Christoph May
 
 

Kolumnen

Donnerstag, 21. August 2008
 

Im Westen was Neues - Ein einfaches Rennen

Seit mehreren Wochen schon befinden sich die Arizona Diamondbacks und Los Angeles Dodgers in einem beinahe toten Rennen um den Divisions-Titel. Die Führung beträgt selten mehr als ein Spiel, so dass ein spannender September-Endspurt so gut wie garantiert ist. Ich werde heute auf zwei Faktoren eingehen, die letztlich entscheiden könnten, welches der beiden Teams in die Playoffs einzieht und welches sich gleich nach Ende der regulären Saison in die Ferien verabschieden kann. Bei diesen Faktoren handelt es sich zum einen um das Restprogramm, zum anderen um die mentale Fitness der Teams.

 
 
 

Kolumnen

Freitag, 15. August 2008
 

Im Westen was Neues - Aus dem Nichts

Die San Diego Padres, San Francisco Giants und Colorado Rockies haben zusammen eine Bilanz von nur 151 Siegen bei satten 213 Niederlagen. Da liegt es in der Natur der Sache, dass die negativen Momente bei diesen Teams überwiegen. Aber selbst in der schlechtesten Saison gibt es in jedem Verein Lichtblicke. Und zwar in Form von unerwartet guten Leistungen unbekannter Spieler, die Managment und Fans Hoffnung für die Zukunft geben. Heute werfen wir wir einen Blick auf eben solche Spieler, die sich durch sehr respektable Leistungen zumindest in ein kleines Rampenlicht gespielt haben.

 
 
 

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