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Kolumnen

Samstag, 11.07.2009
 

Im Westen was Neues - Jonathan Sanchez wirft No-Hitter

Es sind die besonderen Momente im Baseball, wenn ein Spieler kurz davor steht, ein komplettes Spiel ohne einen gegnerischen Hit abzuschließen. Die Anspannung der Zuschauer, Trainer, Spieler und nicht zuletzt des Pitchers auf dem Mound ist selbst auf einem kleinen PC-Bildschirm unmittelbar zu spüren. Wenn der Pitcher dann das 27. Out des Spiels schafft, die Zuschauer im Stadion aufspringen und der Catcher jubelnd in Richtung seines Partners sprintet, dann weiß man vor dem Bildschirm, dass hier gerade Geschichte geschrieben wurde. Genauso war es in der Nacht zum Samstag in San Francisco, als Jonathan Sanchez von den Giants das Strikeout gegen Everth Cabrera von den Padres gelang und damit den ersten No-Hitter in dieser MLB-Saison perfekt machte. Beinahe wäre ihm sogar das Perfect Game gelungen.

Nur ein Baserunner

giants_smallÜber die gesamten neun Innings ließ Sanchez nur einen Baserunner zu, der durch einen Error von Juan Uribe zustande kam, der einen Groundball von Chase Headley nicht richtig aufnehmen konnte. Sanchez schrammte also nur haarscharf an einem Perfect Game vorbei, da er bei seinen 11 Strikeouts auch keinen Walk zuließ. Sanchez' No-Hitter war der erste in der Geschichte der Giants seit 33 Jahren, als John Montefusco am 29.9. 1976 keinen Hit der Atlanta Braves erlaubte. Als 17. Spieler reiht sich Sanchez in die Liste der Spieler ein, die in der über hundertjährigen Vereinsgeschichte einen No-Hitter im Trikot der Giants vorweisen können.

Ein sehr emotionaler Moment spielte sich nach dem Spiel ab, als Jonathan Sanchez' Vater seinen Sohn im Dugout beglückwünschte. Es war das erste Spiel, das Freddy Sanchez von seinem Sohn als MLB-Starter sah. Erst in der letzten Nacht kam er aus Puerto Rico in die USA geflogen, wo er seinem Sohn, der sich in einer schiwerigen Karrierphase befand, zur Seite stehen wollte. Nach dem Spiel sagte Jonathan Sanchez, dass er das Spiel für seinen Vater gewonnen habe. Während der letzten Innings, als Freddy Sanchez immer wieder von den Fernsehkameras gezeigt wurde, war der Vater aber wohl nervöser als der Sohn auf dem Mound, der sich nur für einen kurzen Augenblick nach Uribes Error aus der Ruhe bringen ließ.

Unerwartetes Kunststück

Dass es gerade Sanchez ist, dem das Kunststück No-Hitter geglückt ist, konnte unerwarteter nicht kommen – und das gleich aus mehreren Gründen. Nach schwachem Saisonstart – vor der Partie hatte Sanchez einen ERA jenseits von fünf und eine Bilanz von 2-8 –  nahmen die Giants den 26-jährigen Puertorikaner vor etwas mehr als zwei Wochen aus der Rotation. Eigentlich hätte er am Freitag also nicht auf dem Mound gestanden. Erst durch Randy Johnsons Schulterverletzung kam er in die Rotation zurück. Was noch dazu kommt: in seiner gesamten Profikarriere hat Sanchez noch nie ein Complete Game über neun Innings geworfen. Gegen die Padres warf er zum ersten Mal überhaupt in einem neunten Inning. Der No-Hitter war also so ziemlich das letzte, was man an diesem Abend von Sanchez erwarten konnte.

Ohne Frage wussten die Giants schon seit langem, dass Sanchez ein herausragender Pitcher ist, wenn er seine Pitches unter Kontrolle bringen kann. An diesem Abend gelang ihm dies fast bis zur Perfektion. Von Catcher Eli Whiteside, selbst noch ein recht unbeschriebenes Blatt ist, sehr gut geleitet, konnte Sanchez von Beginn an seinen Fastball wirkungsvoll einsetzen. Als sich dann noch zeigte, dass auch der Curveball und Slider funktionieren, hatten die Padres-Hitter keine Chance mehr. Positiv für Sanchez war außerdem, dass die Giants, wieder einmal angeführt von Pablo Sandoval, einige Runs vorlegten und ihrem Pitcher damit zusätlzliche Sicherheit gaben. Wie bei jedem No-Hitter profitierte Sanchez aber auch von starker Defense. Zwei Mal fing John Bowker im Left Field einen tiefen Fly Ball von Adrian Gonzalez. Im neunten Inning machte Shortstop Edgar Renteria ein gutes Play, als einen Groundball von Luis Rodriguez sicher in ein Aus verwandelte. Das defensive Highlight des Spiels ging jedoch auf das Konto von Aaron Rowand, der einen harten Flyball von Edgar Gonzalez an der 400-Fuß-Marke fing und dabei auch noch in die Outfield-Wand krachte.

Righetti mit großem Anteil

Einen weitere Person, die großen Anteil an Sanchez' No-Hitter hat, ist Pitching Coach Dave Righetti, dem 1983 im Trikot der Yankees selbst der “No-No” gelang. Er hat es geschafft, Sanchez wieder auf die richtige Bahn zu bringen. Die Veränderungen, die Righetti mit Sanchez in den letzten 14 Tagen unternommen hat, führten dazu, dass der 26-Jährige zum ersten Mal sein wirkliches Potenzial ausschöpfen konnte – und sich dabei gleich den Traum eines jeden Pitchers erfüllen konnte und einen No-Hitter warf.

 
Autor: Christoph May
 
 

Kolumnen

Sonntag, 28.06.2009
 

Im Westen was Neues - Wild Card für die NL West?

Kann man eine Division wirklich schon Ende Juni für entschieden erklären? Wer die Los Angeles Dodgers in den vergangenen Wochen beobachtet hat, kann diese Frage eigentlich nur mit “JA!” beantworten. Denn auch die Abwesenheit von Manny Ramirez hat der Mannschaft nicht geschadet. Im Gegenteil: sie steuert weiter munter auf Siegeskurs und konnte während Mannys schöpferischer Pause 27 Siege bei nur 18 Niederlagen holen. Der einfache Grund dafür liegt darin, dass außer dem fünften Starter die Mannschaft keine wirkliche Schwäche hat.

 

 
 
 

Kolumnen

Samstag, 30.05.2009
 

Im Westen was Neues - Er war nicht mehr der Richtige

rockies_small.gifViele werden sich an das Bild erinnern: Todd Helton, an der ersten Base auf die Knie gesunken und beide Arme triumphierend in die Luft gestreckt, nachdem er Augenblicke zuvor das letzte Out der National League Championship Series gefangen hatte. Es ist das Coverbild des “Rocktober”, also des Monats im Jahr 2007, in dem eine unglaubliche Siegesserie die bis dato als Losertruppe geltenden Colorado Rockies bis in die World Series katapultierte. Es ist noch immer der größte Moment in der Geschichte der Franchise und gleichzeitig auch im Manager-Leben von Clint Hurdle.

 
 
 

Kolumnen

Samstag, 16.05.2009
 

Im Westen was Neues - Opfern die Giants ihr Ace?

giants_small.gifBruce Bochy, seines Zeichens Manager der San Francisco Giants, ist ein Baseball-Lehrer der alten Schule. In der Politik würde man ihn vielleicht als Konservativen beschreiben. Er ist einer dieser Manager, die sich nicht zum Sklaven der Statistik machen wollen und daher Werte schätzt, die statistisch (noch) nicht messbar sind. Zum Beispiel die Präsenz innerhalb des Clubhouse oder eine kompromisslose Einsatzbereitschaft. Solche Spieler  - Aaron Rowand zählt zu ihnen - nennt Bochy dann „Gamer“, was in der Welt von Bruce Bochy beinahe einer Seligsprechung gleich kommt.

 
 
 

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