My Insider
Neue Kommentare
Im Westen was Neues - Kein Geld in der Wüste
Vergangene Woche habe ich in meiner Kolumne von den finanziellen Sorgen der San Diego Padres berichtet. Nein, es hat sich in dieser Zeit kein neuer Investor gefunden, der frische Millionen in die leeren Vereinskassen pumpt. Vielmehr hat es den Anschein, als müsse auch ein anderer West-Verein im neuen Jahr mit deutlich weniger Geld auskommen. Denn in Arizona deutete in den letzten Wochen alles darauf hin, dass General Manager Josh Byrnes seinem Club einen strikten Sparkurs verordnet hat.
Mit der Entlassung von 31 Angestellten trennte sich der Verein Anfang
November auf einen Schlag von fast zehn Prozent des gesamten
Mitarbeiterteams. Dieser Schritt sei aus „Effizienzgründen“ nötig
geworden, wie der Verein verlauten ließ. Der aufmerksame Beobachter
konnte schon an dieser Stelle merken, dass den Diamondbacks in diesem
Winter nicht nach großen Investitionen zu Mute ist. Die bisherigen
Gerüchte auf dem Transfermarkt bestätigen dies, denn keiner der teuren
Free Agents wird mit den D'Backs in Verbindung gebracht. Stattdessen
hört man eher Namen wie Vazquez, Loretta und Easley. Das sagt einiges
aus.
Von den fünf interessantesten Free Agents, die im letzten Jahr noch für
Arizona aufliefen, wird wohl keiner einen neuen Vertrag
unterschreiben. Selbst für eine verdiente Klapperschlange wie Randy
Johnson ist kein Geld da, obwohl dieser eine Halbierung seines
Vorjahressalärs von 13 Millionen Dollar akzeptieren würde. Seine Jagd
auf Sieg Nr. 300 wird er nun in einem anderen Trikot fortsetzen. Auch
Orlando Hudson, dessen neuer Vertrag ihm vermutlich mehr als sieben
Millionen Dollar jährlich einbringen wird, gilt als sicherer Abgang.
Nach einem herausragenden Jahr 2008 wird es für die Diamondbacks zur
Top-Priorität, einen vernünftigen Ersatz für Hudson auf der zweiten
Base zu verpflichten. Und weil der nicht zu viel kosten darf, ist dies
keine leichte Aufgabe.
Ramon Vazquez ist der Name, der derzeit am häufigsten mit den
Diamondbacks in Verbindung gebracht wird. Ich war ehrlich gesagt
überrascht, als ich vor kurzem gelesen habe, was für ein gute Saison
der 32-Jährige für die Rangers gespielt hat. Mit einem Schlagdurschnitt
von .290 und einer On-Base-Percentage von .365 hatte er 2009 mit
Abstand sein bestes Karrierejahr. Ob Vazquez allerdings ein adäquater
Ersatz für Orlando Hudson wäre, muss bezweifelt werden. Es stellt sich
einfach die Frage, ob er ein solches Jahr tatsächlich noch einmal
wiederholen kann, zumal sich seine diesjährigen Stats wirklich deutlich
von seinen bisherigen Leistungen abheben. Statistik-Guru Bill James
verneint dies eindeutig, seine „Projection“ für 2009 sieht Vazquezs
Average um fast 50 Punkte niedriger als anno 2008.
Den Diamondbacks bleibt aber wenig übrig, als die Verpflichtung von
Ramon Vazquez zu wagen. Zusammen mit einem Damion Easley oder Mark
Loretta, die im Gegensatz zu Vazquez Rechtshänder sind, könnte man für
eine ordentliche Lösung auf der zweiten Base sorgen, die sich im Rahmen
der finanziellen Möglichkeiten bewegt. Einen Leistungsabfall für diese
Position muss man dabei aber auf jeden Fall in Kauf nehmen.
Neben Hudson und Randy Johnson geht auch Adam Dunn als Free Agent in
die Offseason. Der erst zur Mitte der Saison verpflichtete Slugger wird
mit großer Sicherheit ein gutes Angebot außerhalb von Phoenix finden,
so dass er bald in einem anderen Outfield seine Verteidigungskünste
präsentieren wird. Mit der Rückkehr von Eric Byrnes und der sowieso
recht komfortablen Situation im Outfield lässt sich dieser Verlust
jedoch einigermaßen verschmerzen, obwohl den Diamondbacks ein
ausgewachsener Homerun-Hitter natürlich wieder fehlt.
Schwerer würde der Verlust zweier etablierter Bullpen-Arme wiegen. Juan
Cruz hatte ein überragendes Jahr 2008, von dem jedoch nur wenige Leute
Notiz nahmen. Jetzt, wo er auf dem Free Agent-Markt ist, gewinnen seine
Zahlen (2.61 ERA, 71 Ks in 51 2/3 Innings) deutlich an Wert. Sein neuer
Vertrag wird von den Diamondbacks wohl kaum zu stemmen sein. Der
einzige Free Agent, bei dem ich eine gute Chance für einen neuen
Kontrakt sehe, ist Brandon Lyon. Nach gutem Saisonstart zeigte sich in
der letzten Saison, dass Lyon wohl nicht das Zeug zum Closer hat. Die
Diamondbacks wissen aber nur zu gut, was Lyon als Setup-Man für den
neuen Closer Chad Qualls wert wäre. Dass er in dieser Rolle ein guter
Mann ist, hat er bereits 2007 bewiesen. Aus den Äußerungen seines
Agenten konnte man heraushören, dass er auch gerne wieder im
Diamondbacks-Trikot auflaufen würde. Die Chancen für einen neuen –
bezahlbaren – Vertrag stehen also gut.
Insgesamt muss man aber mit einer Light-Version des diesjährigen Kaders
rechnen, denn Josh Byrnes kann sich wirklich große Verstärkungen von
außen einfach nicht leisten. Durch das starke Grundgerüst des Vereins
mit Webb und Haren in der Starting Rotation und jungen Spielern wie
Drew, Upton und Chris Young werden die Diamondbacks aber keinen
Komplettabsturz erleben, wenn Manny Ramirez, CC Sabathia oder Mark
Teixeira nicht in Arizona unterschreiben. Wer wirklich in den
Top-Regionen der National League mitspielen will, muss aber eigentlich
ein bisschen mehr investieren, als es die D'Backs in diesem Winter
planen.
Klar kann bei Hamelsmehr passieren, wenn sich Harper blöd wegdreht oder der Pitch nicht ganz dort...
(19-05-2012 06:34)Rene
Kann man doch nicht vergleichen, oder?! Nen Helm wegwerfen und einen Ball mit über 150 km/h auf
Da geht's sowieso nur um heurige Saison, da der Terminplan mit dem alten Playoffmodus gemacht wur...
(18-05-2012 17:35)Rene
Nee Joey das ist falsch, Hamels hat bewusst auf den Rücken gezielt. Da muss es schon mit dem Teuf...
(18-05-2012 13:30)Basti
Hallo Ihr Beiden, mal wieder ein sehr gelungener Podcast. Zu den Yankees. Da stimme ich euch zu,<...
(18-05-2012 11:36)Erich