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Im Westen was Neues - Warum Peavy San Diego verlassen wird
Auf den ersten Blick erscheint das Unternehmen „Trade Peavy!“ der San Diego Padres unsinnig. Jake Peavy zählt zu den zehn besten Pitchern der Liga, ist erst 27 Jahre alt und als Eigengewächs sehr beliebt bei den Fans. Doch der finanzielle San Andreas-Graben, der sich in Sam Diego aufgetan hat und den Verantwortlichen derzeit schwer zu schaffen macht, wird keine andere Option bieten als das Gesicht des Vereins abzugeben. Die potenziellen Tauschpartner verhalten sich jedoch geschickt und konnten es bisher vermeiden, den Preis für Peavy gegenseitig nach oben zu treiben.
General Manager Kevin Towers ist derzeit nicht zu beneiden. Er sieht
sich vor der schweren Aufgabe, ein schlagkräftiges Team für das nächste
Jahr zusammenzustellen, während das ihm zur Verfügung stehende Geld
sich vermutlich halbieren wird. Die Payroll könnte von etwa 73
Millionen auf bis zu 35 Millionen Dollar schrumpfen. Die weltweite
Finanzkrise geht auch an den Padres nicht spurlos vorüber und
veranlasst Towers zu drastischen Sparmaßnahmen. Dies ist aber nur die
eine Seite der Medaille. Denn möglicherweise noch viel schwieriger
wiegt die Ankündigung des Team-Besitzers John Moores, sein Engagement
bei den Padres zu beenden und sein Geld aus dem Verein zu nehmen. Grund
für diese Entscheidung des durchaus beliebten Moores ist ein hässlicher
Scheidungskrieg, der ihn am Ende locker die Hälfte seines Vermögens
kosten könnte. Dass ihm da momentan der Kopf nicht nach Baseball steht,
ist verständlich, hat aber katastrophale Folgen für die Padres.
Die finanziellen Probleme des Vereins gehen soweit, dass Towers nun
sein bestes Pferd im Stall loswerden will oder, besser gesagt, - muss.
Peavys Vertrag, den er erst im vergangenen Dezember unterschrieben hat,
garantiert ihm für die nächsten fünf Jahre insgesamt etwa 60 Millionen
Dollar. Für einen Pitcher seines Kalibers gar nicht mal so viel, für
San Diego aber im Moment eindeutig zu viel. Peavy ist der einzige
Spieler, der einen soliden Gegenwert bei einem Trade in Aussicht stellt
und Einsparungen ermöglicht. Ein Trade von Adrian Gonzalez, dem zweiten
Gesicht des Vereins, scheint ausgeschlossen. Gonzalez verdient nur ein
Bruchteil von Peavys Gehalt und wird daher ein Padre bleiben.
Das Blöde an einer weltweiten Krise wie wir sie derzeit erleben ist
jedoch, dass auch andere Mannschaften den Gürtel etwas enger schnallen
müssen und mit ihren Prospects, die auf Jahre nur ein geringes Gehalt
beziehen, geizen. Zudem steht Towers vor dem Problem, dass sich die
Finanznöte des Teams auch bei den anderen GMs herumgesprochen haben.
Sie wissen, dass er Peavy eigentlich verkaufen muss, was natürlich
führt zu bescheideneren Angeboten. Die Atlanta Braves beispielsweise
waren bisher nicht bereit, ihre Top-Talente wie Jason Heyward oder
Tommy Hanson abzugeben. Stattdessen wurden ihnen Spieler wie Yunel
Escobar, Gorkys Hernandez und Jo-Jo Reyes im Paket angeboten. Zwei
Gründe haben dazu geführt, dass dieser Deal geplatzt ist: zunächst will
Kevin Towers weitere Angebote abwarten. Dieser Tausch wäre passabel
gewesen, wenn man aber betrachtet, welchen Spieler die Padres abgeben
wollen, muss sich Towers gedacht haben, dass da noch mehr zu holen sein
muss. Außerdem war Jake Peavy gegen Escobar in diesem Trade-Paket, da
dies aus seiner Sicht die Braves zu sehr geschwächt hätte. Sein
Veto-Recht gegen jeden Trade erlaubt ihm eine solche Einflussnahme.
Die Situation ist verfahren. Da Peavy nur zu einem Team aus der
National League wechseln möchte, bleibt die Zahl der Bieter
überschaubar, zumal er auch innerhalb der NL seine Präferenzen hat. Die
Cubs könnten es sich vermutlich leisten, Peavys Salär über die nächsten
Jahre zu stemmen. Meiner Meinung nach verfügen sie aber nicht über die
starken Prospects, die sich die Padres wünschen würden. Dazu kommt Ryan
Dempsters neuer Vertrag in Chi-Town, der die Starting Rotation der Cubs
zu einer vernachlässigbaren Baustelle werden lässt. Ob die Padres mit
den Cardinals einen Tausch auf die Beine stellen können, halte ich auch
für fraglich. Ryan Ludwick, der als Herzstück des Angebots der
Cardinals gilt, ist nicht der Spieler, den man in San Diego so dringend
benötigt. Mit Brian Giles sind sie im Left Field gut aufgestellt.
Andere Positionen (Bullpen, Middle Infield) sind die viel größeren
Probleme des Vereins.
Zwei Szenarien sehe ich als mögliche Auswege aus diesem Dilemma. Die
Padres sollten mit Peavy und dessen Agent Barry Axelrod ins Gespräch
treten und um die Erweiterung seiner möglichen Ziele bitten. Wenn die
Yankees und Angels mit ins Spiel kämen, sind bessere Angebote als die
bisherigen in Sicht. Dann könnte die „Trade Peavy!“-Kampagne doch noch
zu einem versöhnlichen Ende kommen. Gelingt dies nicht, gehe ich davon
aus, dass die Padres sich wieder in Richtung Atlanta wenden werden und
auch ein Angebot, das weder Heyward noch Hanson beinhaltet, annehmen
werden. So traurig es für den Verein ist: sie müssen Peavy loswerden,
am besten schon in diesem Winter. Es kommt nur noch darauf an, wie viel
sie im Tausch für ihn herausholen können. Die Zukunft der
Padres-Organisation wird zu einem guten Teil davon abhängen.
Wenn ich mal betrachte was die Twins letztes Jahr für Santana bekommen haben, wären Escobar, Reyes,
Hernandez und Boyer wahrlich kein schlechter Tausch.
Die Braves sind gut beraten hier nicht zu viel zu bieten. Ist doch der Free Agent Markt dieses Jahr
ergiebiger als letztes Jahr.
(Und die Yankees können auch nicht alle Free Agent holen)
Klar kann bei Hamelsmehr passieren, wenn sich Harper blöd wegdreht oder der Pitch nicht ganz dort...
(19-05-2012 06:34)Rene
Kann man doch nicht vergleichen, oder?! Nen Helm wegwerfen und einen Ball mit über 150 km/h auf
Da geht's sowieso nur um heurige Saison, da der Terminplan mit dem alten Playoffmodus gemacht wur...
(18-05-2012 17:35)Rene
Nee Joey das ist falsch, Hamels hat bewusst auf den Rücken gezielt. Da muss es schon mit dem Teuf...
(18-05-2012 13:30)Basti
Hallo Ihr Beiden, mal wieder ein sehr gelungener Podcast. Zu den Yankees. Da stimme ich euch zu,<...
(18-05-2012 11:36)Erich