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Im Westen was Neues - Bullpensorgen

 
Autor: Christoph May Donnerstag, 24. April 2008
 

Von Anfang an war klar: wenn die San Diego Padres auch dieses wieder an der Spitze der National League West mitspielen wollen, ist der Bullpen einer der wichtigen Faktoren. Seit Jahren zählen die Reliever zum Zuverlässigsten, was die Major Leagues zu bieten haben. Und eigentlich ging man vor der Saison davon aus, dass der Bullpen eben nicht zu den Problemzonen des Teams gehören wird. Doch in das gestrige Spiel gegen die San Francisco Giants gingen die Padres als das Team mit dem schlechtesten Bullpen-ERA der National League. Und das sollte sich auch nicht ändern. 


padres_small.gifDie Fähigkeit der Friars-Reliever, eine knappe Führung nach Hause zu bringen, war maßgeblich für den Erfolg der '07er-Padres verantwortlich. Meredith – Bell – Hoffman: diesem Trio wollte man am Ende eines Spiels am liebsten nicht begegnen. 2008 sieht die Situation aber anders aus. Immer mehr wird der Bullpen der Padres zu einem Strohhalm der Hoffnung. Aber nicht für die eigene Mannschaft, sondern für den Gegner. Bestes Beispiel letzte Nacht. Über acht Innings haben die Padres die Giants-Offense unter Kontrolle. Dann kommt Closer Trevor Hoffman ins Spiel und gibt einen langen Home Run gegen Bengie Molina zum Ausgleich ab. In 13 Innings ging das Spiel letztlich verloren.


Die großen Drei des Padres-Bullpen haben ihren Rhythmus noch nicht gefunden. Hoffman hat nach acht Einsätzen einen ERA von über acht zu Buche stehen, zudem zwei Blown Saves. Heath Bell spielt eine ordentliche Saison bisher, hat aber auch schon zwei Niederlagen kassieren müssen und ist nicht so dominant wie letztes Jahr. Und Cla Meredith ist bisher unspektakulär-mittelmäßig unterwegs. Erfreulich ist einzig die Leistung von Long Reliever und Ex-Tiger Wilfredo Ledezma, der bislang einen guten Eindruck macht.


Ein großes Problem für die Reliever der Padres sind in dieser Saison die Walks. General Manager Kevin Towers betont immer wieder, dass er bei der Zusammenstellung seines Bullpens vor allem darauf achtet, Spieler vom Typ strike thrower zu verpflichen. Also Pitcher, die den Ball konstant in die Strike-Zone werfen können. Gerade im geräumigen PETCO Park kann man es sich nämlich erlauben, auf Kontakt zu pitchen. Dieses Erfolgsrezept hat der Bullpen dieses Jahr aber noch nicht verinnerlicht. Wenn die Padres also ihre Bullpen-Misere beenden wollen, wird das Strike-Werfen einer der wichtigen Erfolgsfaktoren. Geht es so weiter wie jetzt, könnten ihnen eine lange Saison bevorstehen.


rockies_small.gifWir wechseln den Ort in Richtung Westen: nach Colorado, wo Manager Clint Hurdle momentan ähnliche Probleme wie sein Kollege Bud Black hat. Der Bullpen wirft einfach nicht so, wie sich das ein Manager so wünscht. Nur vier von insgesamt zehn möglichen Saves konnten die Rockies-Pitcher bisher verwerten. Katastrophal! Und mit der gestrigen Niederlage gegen die Cubs geschah ihnen etwas, das seit fast 30 Jahren keinem Club mehr passiert ist. Nämlich in vier Spielen in Folge, in denen man im siebten Inning oder später noch führte, die Führung zu vergeben und zu verlieren. Genau das machte Manny Corpas gestern mit seinem zweiten Blown Save in Folge möglich, als er einen einen 2-Run-Home Run gegen Aramis Ramirez abgab. Einer der Gründe, warum Corpas letztes Jahr so erfolgreich war und zu einem der Playoff-Helden der Rockies avancierte, war seine gute Kontrolle. Indem er seine Bälle immer niedrig in die Strike Zone brachte, produzierte er massenhaft Ground Balls und letztlich auch Saves. Dieses Jahr ist das bisher anders. Seine Groundout-/Airout-Rate ist von 2,29 auf 1,54 runter. Auch die Kontrolle ist nicht mehr da. Dafür aber ein ERA von über sieben.


Clint Hurdle hat gehandelt und den Closer heute offiziell gewechselt. Statt Manny Corpas wird jetzt Brian Fuentes das neunte Inning für die Rockies pitchen. Erst letzten Sommer wurde Fuentes von Corpas in dieser Rolle abgelöst. Fuentes hat in der vergangenen Zeit bewiesen, dass er ein exzellenter Closer ist. Für Manny Corpas ist dies denke ich auch genau die richtige Entscheidung. Zwar wird er als Setup-Man immer noch genug Druck haben, doch eben nicht mehr ganz so viel wie im oft entscheidenden neunten Inning. Es ist gut möglich, dass 26-jährige Pitcher aus Panama im Laufe der Saison wieder den Job des Closers aufnehmen wird, wenn er seine Kontroll-Probleme in den Griff bekommt.

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