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Im Westen was Neues - Acewatch
Gerade zu Beginn einer Saison kommt es in schöner Regelmäßigkeit zum Duell zweier Aces. Unter einem Ace versteht man den vermeintlichen Top-Pitcher einer Starting Rotation. Er verdient oft das meiste Geld aller Pitcher des Teams, kann auf erfolgreiche Jahre in der Liga zurückblicken und hat nicht selten auch schon einen Cy-Young-Award gewonnen. In den letzten beiden Tagen trafen in der NL West jeweils zwei Pitcher aufeinander, die das Prädikat „Ace“ tragen. Ein guter Anlass, um einmal die bisherige Saison dieser Pitcher unter die Lupe zu nehmen und zu fragen, ob sie diesem Status überhaupt gerecht werden.
Mittwoch: Barry Zito (Giants) (L) vs. Brandon Webb ( Diamondbacks) (W)
Dieses Duell könnte man auch Ace vs. Anti-Ace nennen. Ace ist in diesem
Fall der Pitcher, der deutlich weniger Geld verdient: nämlich Brandon
Webb. Gut neun Millionen Dollar weniger als Barry Zito kann Webb 2008
auf seinem Bankkonto verbuchen. Und doch pitcht er momentan mindestens
zwei Klassen besser als Zito. Wenig ist übrig vom Barry Zito aus
Oakland-A's-Zeiten, für er 2002 den Cy-Young-Award der National League
gewinnen konnte. Die triste Realität anno 2008: Vier Spiele, vier
Niederlagen und Frust pur. Im Vergleich zu seinem Fastball aus besseren
Zeiten fehlen Zito mindestens fünf Meilen. Während er in seine ersten
(erfolgreichen) Jahren seinen Fastball noch auf 90 mph hochschrauben
konnte, schafft er heutzutage kaum noch 85. Ein schwerwiegender Grund
für seine schwachen Leistungen. Zudem beklagt er immer wieder, dass er
seine Pitching-Bewegung nicht konstant in den Griff bekommt.
Fehlerhafte mechanics nennt man so etwas dann. Die Folge ist, dass er
in vielen Counts in Rückstand gerät und sich viele Walks einholt.
Brandon Webb ist das exakte Gegenstück zu Zito. Webb dominierte die
Giants am Mittwoch über acht Innings und fuhr mit dieser Leistung
seinen vierten Saisonsieg ein. Das ist absolute Spitze in den Major
Leagues. Bei Webb sind keine mechanischen Schwächen zu erkennen. Wie
ein Schweizer Uhrwerk produziert er mit seinem harten Sinker einen
Groundball nach dem anderen. Vielleicht sollte jemand Bob Melvin einmal
raten, demnächst einen Outfielder abzuziehen und ihn zwischen Shortstop
und Second Baseman zu stellen. Eric Byrnes merkte einmal an, dass in
den Spielen, in den Webb auf dem Mound steht, jedes Mal überrascht sei,
wenn ein Flyball in seine Richtung komme. Zusätzlich zu seinem Sinker
hat Webb auch einen exzellenten Changeup entwickelt, der die
Giants-Hitter am Mittwoch vor unlösbare Aufgaben stellte. Wenn Webb
auch nur annährend so weiter wirft, dann ist er auch dieses Jahr ein
ganz heißer Anwärter auf den Cy-Young-Award. Und das trotz Johan
Santana und Jake Peavy.
Zwischenfazit nach vier Starts:
Webb: Durch den über den Winter verbesserten Changeup noch gefährlicher; 20 Siege sind dank starker Offense möglich.
100 % Ace
Zito: Muss hoffen, dass seine Offense auch mal für ihn punktet; braucht
bessere Kontrolle über seine Pitches, um wie 2005 nach 0-4 Start noch
eine positive Bilanz zu erreichen.
20 % Ace
Donnerstag: Jeff Francis (Rockies) vs. Jake Peavy (Padres)
Die verkürzte Pause durch die World-Series-Teilnahme der Rockies
scheint Jeff Francis nicht gut bekommen zu sein. Denn sein Saisonstart
lief alles andere als optimal. Zwei Mal traf er auf die Arizona
Diamondbacks, die ihm in 11.1 Innings insgesamt 19 Hits und fünf Home
Runs um die Ohren schlugen. Dazu die schlechte Leistung im ersten Spiel
der Saison in St. Louis, das aus Francis' Sicht glücklicherweise
abgebrochen wurde, und der verkorkste Einstand in die Saison war
perfekt.
Ganz anders Jake Peavy. Nach drei Starts standen drei Wins für ihn auf
der Habenseite – bei einem ERA von weniger als zwei. Der
Cy-Young-Award-Gewinner des letzten Jahres ist auch 2008 wieder in
gewohnt dominanter Form. Gestern Nacht bzw. heute Morgen trafen Jeff
Francis und Jake Peavy in San Diego direkt aufeinander. Als das
Marathon-Spiel nach 22 (!) Innings letzlich mit 2:1 an die Rockies
ging, waren die beiden Aces schon lange aus dem Spiel. Francis ging
sieben Innings, Peavy acht. Sie lieferten sich das, was man ein
klassisches pitcher's duel nennt. Francis, der bisher so gut wie immer
im PETCO Park schwach pitchte, bot seine mit Abstand beste Leistung der
Saison an. Nur drei Hits konnten ihm die Padres abringen, sieben Friars
fertigte er mit Strikeouts ab. Nach zwei Schrecksekunden in den ersten
beiden Innings, als er jeweils zwei Baserunner zuließ, konnte er im
Anschluss 16 Padres in Folge abfertigen. Für Jeff Francis könnte dies
der Wendepunkt des Jahres gewesen sein. Es wird ihm sicherlich
moralischen Auftrieb geben, gegen den besten Pitcher der National
League bestanden zu haben. Womit wir wieder bei Jake Peavy wären, der
auch gestern Abend wieder beeindruckte. Fast schon standesgemäße elf
Strikeouts bei vier Hits: das ist seine beeindruckende Bilanz des
langen Abends.
Zwischenfazit nach vier (bzw. drei) Starts:
Francis: Schwacher Saisonstart, aber deutliche Steigerung gegen Padres;
man muss abwarten, ob die lange Saison nicht doch Spuren hinterlassen
hat.
60 % Ace
Peavy: Scheint auch dieses Jahr wieder in dominanter Form zu sein; wird
sich mit Brandon Webb und Johan Santana heißen Kampf um Cy-Young-Award
liefern.
100% Ace
Klar kann bei Hamelsmehr passieren, wenn sich Harper blöd wegdreht oder der Pitch nicht ganz dort...
(19-05-2012 06:34)Rene
Kann man doch nicht vergleichen, oder?! Nen Helm wegwerfen und einen Ball mit über 150 km/h auf
Da geht's sowieso nur um heurige Saison, da der Terminplan mit dem alten Playoffmodus gemacht wur...
(18-05-2012 17:35)Rene
Nee Joey das ist falsch, Hamels hat bewusst auf den Rücken gezielt. Da muss es schon mit dem Teuf...
(18-05-2012 13:30)Basti
Hallo Ihr Beiden, mal wieder ein sehr gelungener Podcast. Zu den Yankees. Da stimme ich euch zu,<...
(18-05-2012 11:36)Erich