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Im Westen was Neues - Neuer Club, Neues Glück
Jedes Jahr während des Spring Trainings tauchen sie auf – Spieler, die seit Jahren im professionellen Baseball aktiv sind, schon jedes Minor-League-Dugout von innen gesehen haben, die aber kein normaler Baseballfan so wirklich kennt. Es sind diese Spieler, die keinen großen Signing Bonus nach dem Draft bekamen, weil sie „unter ferner liefen“ gewählt wurden. In Prospect-Listen tauchen sie erst recht nicht auf. „Schon zu alt für dieses Level“ oder „zu wenig Power für die Majors“ sind Sätze, die mit ihren Namen fallen, wenn sie überhaupt mal von irgendwem genannt werden. Man gibt ihnen keine große Chance, die meisten von ihnen werden schon früh im Spring Training entlassen oder wieder in die Minor-League-Camps verbannt. Ein kleiner Kreis dieser Spieler schafft es aber, die Aufmerksamkeit des Coaching Staffs auf sich zu ziehen. Sei es durch außergewöhnliche Schnelligkeit, durch überzeugende Defense-Arbeit oder einfach durch die Fähigkeit, auf vielen Positionen spielen zu können. Auch in der NL West haben ein paar dieser Spieler im Spring Training auf sich aufmerksam gemachr. Zwei von ihnen will ich in meiner Kolumne heute vorstellen: Callix Crabbe und Eugenio Velez.
Callix Crabbe, UTI, San Diego Padres
Eines steht schon jetzt fest: sollte jemals ein All-Name-Team gewählt werden, wäre Callix Crabbe ein heißer Kandidat auf einen der Plätze. Crabbe stammt von den Jungferninseln und wurde 2002 in der 12. Runde von Milwaukee gedraftet. Im System der Brewers spielte Crabbe sechs Jahre und arbeitete sich dabei von der Rookie League bis nach Nashville, also bis auf das AAA-Level, vor. Zwar zeigte er dort solide Leistungen, doch Statistiken, die einen sofort vor Begeisterung im Quadrat springen lassen, lieferte er nicht ab - eher fiel die miserable Quote von 17 Stolen Bases bei 31 Versuchen auf. Crabbe scheint jedoch schon früh gewusst zu haben, dass er mit seinen offensiven Zahlen allein nicht die Major Leagues erreichen kann. Was viele Vereine aber suchen, sind Spieler, die als Backups auf vielen verschiedenen Positionen einsetzbar sind. Also drängte er schon in der Instructional League seine Manager, ihn auf mehreren Positionen geichzeitig spielen zu lassen – mit Erfolg. Manchmal war auf insgesamt vier Positionen zu sehen – während eines Spiels! Aber trotz all dieser Anstrengungen: im System der Brewers, das ja bekanntlich reich an Talenten ist, war er nur einer von vielen.
Ein Tapetenwechsel musste für ihn her, um seine Karriere zu retten. Die Padres taten ihm den Gefallen und verpflichteten Crabbe im Rule 5 Draft im vergangenen Dezember. Die Padres sind nicht mit vielen guten Outfieldern bestückt und waren somit für einen Neuanfang ein geeigneter Ort. Die Hoffnung vieler Teams beim Rule 5 Draft ist zumeist, einen Steal zu landen. Also einen Spieler zu verpflichten, der anderswo nicht zurecht kommt oder sich wegen starker Konkurrenz nicht behaupten kann. Dan Uggla ist das beste Beispiel eines gelungenen Rule 5 Picks. Crabbe könnte sich auch zu so einem Steal entwickeln. Ich will damit natürlich nicht sagen, dass er zu einem zweiten Dan Uggla wird. Im Spring Training hat er jedoch gezeigt, dass er gut zu den Padres passt und auch in den Major Leagues als Utility Man zum Einsatz kommen kann. Manager Bud Black jedenfalls scheint Crabbe eine Chancezu geben:
The way he's played this spring, and the way our scouts saw him last year, he could be deserving of a spot. He's playing very well. Quelle
Für die Padres spielte er diesen Frühling bereits im Outfield, auf der ersten, zweiten und dritten Base und als Shortstop. Dabei glänzte er nicht nur mit guten defensiven Leistungen, sondern auch mit offensiver Produktion. Ein Schlagdurchschnitt von .306 steht für ihn bisher zu Buche. Nach der Entlassung von Jeff DaVanon sind die Chancen für Crabbe gestiegen, sich einen Roster-Spot zu ergattern. Bud Black hat schon angedeutet, dass man einen Mann von seiner Vielseitigkeit nur schwer entlassen könne. Für die sonst etwas blutarme Offense der Padres wäre Crabbe mit Sicherheit eine Belebung.
Eugenio Velez, IF, San Francisco Giants
Eugenio Velez sieht nicht aus wie ein Baseballspieler. Er sieht im Allgemeinen nicht aus wie ein Sportler. Mit seinen offziell knapp 70 Kilogramm (eine generöse Aufrundung) könnte man ihn eher für einen Langstreckenläufer halten. Und selbst wenn man ihn mit Helm, Trikot und hochgezogenen Socken am Schlag stehen sieht, muss man sich doch wundern. Denn sein open stance, durch den er dem Pitcher mit seinem dürren Körper fast frontal gegenüber steht, wirkt einfach ungewöhnlich und fast ein bisschen lustig.
Aber von vorne: Eugenio Velez stammt wie viele berühmte Latino-Baseballer aus der Dominikanischen Republik. Er wurde bereits 2001 von den Toronto Blue Jays als Shortstop verpflichtet. Die meisten lateinamerikanischen Spieler werden zunächst als Shortstop präsentiert, die wenigsten bleiben jedoch auf dieser Position. Genauso war es bei Velez, der seit letztem Jahr vor allem auf der Second Base zu Hause ist. 2004 gab er sein Debüt in den USA, welches aber relativ unspektakulär ausfiel, so dass die Blue Jays ihn ziehen ließen. Wie Callix Crabbe kam Velez über den Rule 5 Draft zu seinem neuen Club. Es waren die San Francisco Giants. Zunächst wurde Velez aber nach Augusta geschickt, wo das A-Ball-Team der Giants sein Zuhause hat. Roberto Kelly, ehemaliger Major Leaguer und inzwischen First-Base-Coach der Giants, war damals Manager dort und erkannte in Velez etwas, das den Blue Jays seltsamerweise verborgen geblieben sein muss: nämlich seine ungeheure Schnelligkeit. Er ließ Velez im wahrsten Sinne des Wortes freien Lauf, und Velez dankte es ihm. In 80 Versuchen stahl er für die GreenJackets insgesamt 64 Bases. Hinzu kamen 14 Home Runs und ein Batting Average von .314 - der MVP-Titel in der South Atlantic League war der Lohn für seine herausragende Saison.
Nach einem guten Jahr 2007 AA-Level mit erneut beachtlichen 49 gestohlenen Bases, ließen ihn die Giants im September letzten Jahres Major-League-Luft schnuppern. Trotz dieser Belohnung seiner guten Leistungen konnte Velez noch im Februar nicht mal ansatzweise damit rechen, dass er wenige Tage vor Saisonstart als heißer Kandidat für den Starter-Posten auf der zweiten Base gilt. Zwei Faktoren begünstigten diese ungewöhnliche Entwicklung: zum einem verletzten sich Kevin Frandsen und Ray Durham während des Spring Trainings. Frandsen wird den Giants wegen einer gerissenen rechten Achillessehne das komplette Jahr fehlen. Durham kam nur zu wenigen Einsätzen bisher. Zum anderen nutzte Velez seine Chance, die er wegen dieser verletzungsbedingten Ausfälle im Spring Training bekam. Ein Schlagdurchschnitt von .303 und 14 Stolen Bases, die meisten in der gesamten Liga, brachten ihn schlagartig ins Gespräch. Auch wenn Velez vielleicht etwas unorthodox wirkt und er wegen seines schmächtige Körperbaus natürlich nie ein Power-Hitter werden wird, können die Giants einen Spieler wie ihn gebrauchen, der auf den Bases das Spiel verändern kann. Wenn er weiterhin so durch seine Flexibilität und Schnelligkeit auffällt, könnte er in einem an Attraktionen armen Giants-Team schnell zum Publikumsliebling werden.
Klar kann bei Hamelsmehr passieren, wenn sich Harper blöd wegdreht oder der Pitch nicht ganz dort...
(19-05-2012 06:34)Rene
Kann man doch nicht vergleichen, oder?! Nen Helm wegwerfen und einen Ball mit über 150 km/h auf
Da geht's sowieso nur um heurige Saison, da der Terminplan mit dem alten Playoffmodus gemacht wur...
(18-05-2012 17:35)Rene
Nee Joey das ist falsch, Hamels hat bewusst auf den Rücken gezielt. Da muss es schon mit dem Teuf...
(18-05-2012 13:30)Basti
Hallo Ihr Beiden, mal wieder ein sehr gelungener Podcast. Zu den Yankees. Da stimme ich euch zu,<...
(18-05-2012 11:36)Erich