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Im Westen was Neues - Crossroads
Ein One-Game-Playoff ist eine Seltenheit und zugleich der dramaturgische Höhepunkt einer Regular Season. Die San Diego Padres und Colorado Rockies standen sich am 1. Oktober 2007 in eben so einem Entscheidungspiel gegenüber. Das Schicksal beider Teams wurde an einem Oktoberabend in Denver besiegelt. Was für eines der beiden Teams folgte, war eine klassische Cinderella-Story, wie sie die Major Leagues lange nicht gesehen haben.
Eigentlich ist es grausam. Da plagen sich die Teams über sechs Monate und 162 Spiele ab, um das große Ziel, die Playoffs, zu erreichen. Und dann entscheidet einzig und allein das 163. Spiel über das Resultat einer gesamten Saison. Auf der anderen Seite ist dies natürlich auch eine ungeheuer spannende Angelegenheit, wie die Teams aus Colorado und San Diego am Ende der letzten Regular Season zeigten.
Denkbar ungünstig waren im Vorfeld des entscheidenden Spiels eigentlich die Vorraussetzungen für die Rockies. Zwar hatten sie 13 der letzten 14 Spiele gewonnen – was an sich schon eine verdammt schwere Sache ist -, doch mit Jake Peavy stand ihnen der beste Pitcher der National League gegenüber. Also nicht unbedingt der Pitcher, dem man in einem One-Game-Playoff begegnen möchte. Doch Peavy spielte an diesem Tag nur eine Nebenrolle. Denn als Trevor Hoffman, der Padres-Closer mit den meisten Saves der Baseballgeschichte und sicherer Hall of Famer, im 13. Inning den Mound betrat, war Peavy schon eine ganze Weile aus dem Spiel. Es war die nächste fast aussichtslose Situation für die Rockies. Aber irgendwie schien es so, als war im Jahre 2007 keine Lage so aussichtslos, als dass sie nicht von den „Rocks“ gemeistert werden konnte. Drei Hits konnten sie Hoffman abringen, dazu noch den siegbringen Sacrifice Fly, bei dem wohl nie ganz geklärt wird, ob Matt Holliday wirklich die Home Plate berührt hat. Aber was soll's: für die Padres ging es in die sonnige südkalifornische Offseason, für die Rockies in die Playoffs und letztendlich in die World Series.
Dass sie nach elendig langer Spielpause dort gegen die Red Sox verloren, ist schade, aber auf keinen Fall macht die Niederlage ihre Saison weniger sensationell. Denn wer hätte ernsthaft zu Anfang der Playoffs, geschweige denn Mitte September oder gar zu Beginn der Saison die prophetische Eingabe geäußert, die Rockies als National League Champion zu tippen?
Die spannende Frage in dieser Offseason war nun: wie verhalten sich die beiden Teams, deren Saison ein so unterschiedliches Schicksal genommen hatte? Die Rockies waren eher zurückhaltend. Die Verträge von Yorvit Torrealba, Aaron Cook und Matt Herges wurden verlängert. Stabilisierende Maßnahmen für alle Bereiche des Teams. Mit Luis Vizcaino wurde nach dem Abgang von LaTroy Hawkins ein routinierter Arm für den Bullpen gefunden.
Kevin Towers, General Manager der Padres, war dagegen deutlich aktiver. Erste nennenswerte Neuverpflichtung der Padres war Randy Wolf. Der Linkshänder, der letztes Jahr in Diensten der LA Dodgers stand, ist eine solide Verstärkung für die ohnehin schon exzellente Rotation der Padres um die All-Stars Peavy und Chris Young. Allerdings besteht ein gewisser Grund zur Sorge, schließlich hat Wolf seit 2003 wegen verschiedener Verletzungen keine komplette Saison mehr gepitcht. Um den Abgang von Mike Cameron zu kompensieren, wurde Jim Edmonds via Trade von den St. Louis Cardinals nach San Diego gelotst. Meiner Meinung nach ist Edmonds keine Verstärkung. Sein Schlagdurchschnitt und seine Home Run-Zahlen haben in den letzten Jahren deutlich abgenommen und werden es im pitcherfreundlichen PETCO Park auch 2008 weiter tun. Und wie der bald 38-jährige Edmonds mit dem Padres-Outfield zurecht kommt, das grob geschätzt Central-Park-Dimesionen hat, kann man auch schwer vorraussagen. Eine sehr risikoreiche Personalentscheidung trafen die Padres mit der Verpflichtung von Mark Prior. Prior war im Trikot der Chicago Cubs einst einer der Top-3-Pitcher der National League. Er kann von sehr großem Wert für die Padres sein, wenn (und das ist ein wenn mit sehr großem Ausrufezeichen) er gesund bleibt und zu alter Form zurückfinden kann.
Waren beide Clubs 2007 noch gleichauf lagen nach Beendigung der Regular Season, gehe ich in der neuen Spielzeit von einer gegensätzliche Entwicklung aus. Die Rockies werden ihren Aufwärtstrend weiter fortsetzen, alles andere wäre für mich eine riesengroße Überraschung. Denn zu stark sind ihre offensiven Waffen. Matt Holliday, Bret Hawpe und Garret Atkins sind allesamt noch unter 30 Jahre alt. Man muss – aus der Sicht der anderen Mannschaften – befürchten, dass sie 2008 einen weiteren Sprung nach vorne machen. Und nicht zu vergessen Todd Helton, der wahrscheinlich auch in 15 Jahren noch einen Average von über .300 haben wird. Das Starting Pitching der Rockies war früher ein Sorgenkind des Vereins, inzwischen steckt aber sehr viel Potenzial darin. Jeff Francis ist ein legitimes „Ace“, Aaron Cook ein solider Pitcher und Ubaldo Jimenez, Franklin Morales und Jason Hirsh sind alle drei sehr talentierte Jungpitcher.
Für die Padres sieht meine Prognose nicht ganz so rosig aus. Ich denke, dass sie es zwar, egal wie schlecht sie schlagen, 2008 nicht schaffen werden, die Giants aus dem Keller der Division zu vertreiben, um den (Divison-)Titel werden sie aber auch nicht mitspielen. Eine ausgeglichene Bilanz scheint mir realistisch. Das Pitching der Padres ist hervorragend – sowohl Starting Pitching als auch Bullpen. Aber für einen Club, der ohnehin schon den zweitschlechtesten Team-Average der National League hatte, wurde zu wenig für die Offensive getan. Meiner Meinung nach hat sich die offensive Qualität des Clubs sogar verschlechtert. Eigentlich sollte es doch das Ziel eines General Managers sein, die verschiedenen Bereiche eines Teams zu verbessern oder zumindest nicht zu verschlechtern. In der Offensive ist dies Kevin Towers nicht gelungen.
Klar kann bei Hamelsmehr passieren, wenn sich Harper blöd wegdreht oder der Pitch nicht ganz dort...
(19-05-2012 06:34)Rene
Kann man doch nicht vergleichen, oder?! Nen Helm wegwerfen und einen Ball mit über 150 km/h auf
Da geht's sowieso nur um heurige Saison, da der Terminplan mit dem alten Playoffmodus gemacht wur...
(18-05-2012 17:35)Rene
Nee Joey das ist falsch, Hamels hat bewusst auf den Rücken gezielt. Da muss es schon mit dem Teuf...
(18-05-2012 13:30)Basti
Hallo Ihr Beiden, mal wieder ein sehr gelungener Podcast. Zu den Yankees. Da stimme ich euch zu,<...
(18-05-2012 11:36)Erich