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Im Westen was Neues - Die Ausbrecher der Saison

 
Autor: Christoph May Freitag, 20. März 2009
 

Die Glaskugel ist in diesen Märztagen der beste Freund eines jeden Baseball-Schreibers. Überall werden zumeist kluge Argumente vorgebracht, warum die Kansas City Royals die American League Central gewinnen, Cameron Maybin Rookie of the Year wird oder die Bratwurst die Gesamtwertung beim Sausage Race in Milwaukee für sich entscheidet. Schaut man sich Prognosen dieser Art dann aber am Ende des Jahres noch einmal an, kommt man häufig zu dem Schluss: Die Argumente waren hervorragend, doch irgendwie hat sich alles ganz anders entwickelt als Mitte März vermutet.

Bei meinen Tipps für die National League 2008 ist mir genau so etwas passiert. Die Colorado Rockies machten vor der vergangenen Saison auf mich den Eindruck, als könnten sie ihr Kunststück aus der Vorsaison noch einmal wiederholen, weshalb ich das Team als meinen Favoriten für die National League West nannte. Dass sich das als krasse Fehleinschätzung erweisen sollte, war schon nach zwei Monaten der Saison klar. Am Ende des Jahres lagen die Rockies zehn Spiele hinter den Dodgers. Doch von diesem Rückschlag will ich mich nicht entmutigen lassen und auch in diesem Jahr den Blick in die Glaskugel wagen. Bevor ich mich allerdings an einen Tipp für die gesamte National League West herantraue, sollen in der heutigen Kolumne zuerst einmal einzelne Spieler der Division im Mittelpunkt stehen. Und zwar solche, die – so wie ich das derzeit sehe – vor ihrem Durchbruch in den Major Leagues stehen.

diamondbacks.jpgDer erste Kandidaten für eine breakout season ist Arizonas Justin Upton. Schon zu Beginn der vergangenen Saison hatte man den Eindruck, als würde sich der Nummer-1-Pick im Draft 2005 in den Rang eines Superstars katapultieren. Doch den beeindruckenden .340er Schlagdurschnitt im April konnte er im Verlauf der ganzen Saison nicht halten. In den folgenden Monaten zeigte sich, dass Upton eben doch erst 20 Jahre ist und sich an die Major Leagues erst gewöhnen muss. Seine Unerfahrenheit wurde an der Platte gnadenlos bestraft, im Outfield leistete er sich noch zu viele Fehler. Dazu kam eine Verletzung, die ihn 45 Spiele verpassen ließ. Nachdem er im Vorjahr also eine Menge Lehrgeld zahlen musste, darf man sich von Upton in der neuen Saison so einiges erwarten. Die Athletik ist da, genauso wie ein riesiges Talent als Hitter. Wenn er seine große Schwäche, die Geduld am Schlag, im neuen Jahr etwas besser in den Griff bekommt, können sich die Diamondbacks auf einen der besten Corner Outfielder der Division freuen.

Einen etwas anderen Karrierepfad als Justin Upton hat Pablo Sandovalgiants_small.gif von den San Francisco Giants beschritten. Sandoval wurde bereits im Alter von 15 Jahren von den Giants aus Venezuela verpflichtet. In seinen ersten vier Minor-League-Jahren zeigte er sich als solides Talent, das (noch) keinen Scout in Jubelschreie ausbrechen ließ. Das änderte sich in der vergangenen Saison, als Sandoval plötzlich die Minor Leagues auseinander nahm, was natürlich auch den Giants-Verantwortlichen nicht verborgen blieb. Nach seiner Berufung nach San Francisco im August machte er in der MLB da weiter, wo er auf dem AA-Level aufgehört hatte. Sein unorthodoxer Stil – Sandoval schlägt quasi nach allem, was nicht oberhalb des Kopfes oder unterhalb der Knöchel landet – war auch auf dem höchsten Level erfolgreich, was sein Batting Average von .345 in 145 At-Bats beweist. In der neuen Saison werden die Giants Sandoval an der dritten Base ausprobieren, wobei seine Zukunft eher auf der Catcher-Position liegt. Was man jetzt schon prophezeien kann, egal auf welcher Position er spielen wird: eine der gefährlichsten Offensiv-Waffen der Giants (zugegeben, die Erwartungen sind in dieser Hinsicht nicht sonderlich hoch) dürfte Sandoval 2009 mit Sicherheit werden.

padres_small.gifHoffnung ist in San Diego momentan ein Wort, das im Zusammenhang mit den Padres selten ausgesprochen wird. Die Erwartungen für die neue Saison sind, höflich formuliert, sehr niedrig. Von den wenigen Talenten, die das Farm System des Clubs zu bieten hat, schaffte es in der Vorsaison ein Spieler in das Padres-Lineup, an dessen Fähigkeiten zumindest mittelfristig einige Hoffnungen geknüpft sind. Die Rede ist vom 24-jährigen Left Fielder Chase Headley, der als das größte Talent der Padres gilt. Zwar ist Headley kein Spieler, der wie Upton die Veranlagung eines Superstars hat. Die ganz großen Stärken sucht man bei Headley vergebens, vielmehr ist er ein in allen Belangen überzeugendes Gesamtprodukt. Im vergangenen Jahr konnte er sein Leistungsvermögen noch nicht ganz ausschöpfen, was vielleicht daran liegen mag, dass er sich an den Wechsel von der Third Base ins Left Field erst gewöhnen musste. Seine hohe Strikeout-Rate (104 Ks in 331 At-Bats) war jedenfalls  untypisch für ihn und sollte sich in der neuen Saison verbessern. Man darf davon ausgehen, dass Headley aus seinen Erfahrungen aus der Vorsaison lernt und seine guten Minor-League-Statistiken auch auf die MLB übertragen kann. Im Lineup der Padres sehe ich Headley 2009 als eine dringend benötigte Belebung. Das Potenzial für einen .300er Batting Average und 20 Home Runs ist ohne Zweifel vorhanden. Obwohl er diese Werte in der neuen Saison noch nicht ganz erzielen wird, bin ich mir sicher, dass Headley sich zumindest schon einmal in diese Richtung bewegen wird.   

Kommentare
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FrankTheTank
(Registered) 26-03-2009 11:46
Irgendwie bleibt es mir verborgen, wie man nicht über Clayton Kershaw sprechen kann, wenn man über
junge Spieler schreibt, die vor einer Breakout Saison in der NL West stehen !?!?!?!?!?!?!?!?!?!?!?!?
 
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Kolumnen - Im Westen was Neues