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Im Westen was Neues - Restplätze zu vergeben

 
Autor: Christoph May Mittwoch, 11. März 2009
 

Normalerweise heißt es ja: Auf die Leistungen in den ersten Wochen des Spring Training sollte man keinen großen Wert legen. Diese Regel wird allerdings teilweise außer Kraft gesetzt, wenn im Kader eines Teams noch Lücken klaffen, die es in den Wochen vor Saisonbeginn zu schließen gilt. Denn wer sich noch einen Last-Minute-Platz in einem Major-League-Kader verdienen will, muss eigentlich das gesamte Spring Training gute Leistungen anbieten. Der Kampf um einen oder gleich mehrere Plätze in der Starting Rotation ist gerade bei den Dogers und Padres heiß umkämpft. Wer die besten Chancen auf die begehrten Restplätze hat, erfahrt ihr in der heutigen „Im Westen was Neues“-Kolumne.


dodgers_small.gifEin wenig im Hintergrund verlief bei den Los Angeles Dodgers der Versuch, nach den Abgängen von Greg Maddux, Brad Penny und Derek Lowe die Plätze in der Starting Rotation neu zu vergeben. Schuld daran war vermutlich der Manny-Zirkus, dessen viermonatige Mega-Aufführung jegliche Kritik am Front Office der Dodgers übertönte. Dabei wäre solche Kritik durchaus berechtigt und erwähnenswert, hat man mit Randy Wolf doch nur einen neuen Pitcher für eine Rotation gewinnen können, die mit Hiroki Kuroda, Clayton Kershaw, Chad Billingsley und eben Wolf qualitativ doch einen Schritt hinter den Giants und Diamondbacks hinterher hinkt. Um die Rotation zu vervollständigen, haben die Dodgers nun eine Vielzahl ehemaliger MLB-Pitcher in ihr Camp eingeladen, die sich alle um den letzten freien Job bemühen.

Recht früh dürfte sich MLB-Veteran Shawn Estes aus dem Wettberwerb um den fünften Platz verabschiedet haben. Zehn Hits und sechs Earned Runs sind in 5 1/3 Innings einfach kein gutes Bewerbungszegnis. Und auch Claudio Vargas, im letzten Jahr noch für die Mets aktiv und eigentlich der Favorit auf den Platz im Kader, konnte bisher wenig überzeugen (13 H, 6 ER in 8.1 IP). Sind jetzt also die bisher soliden Eric Milton und Jeff Weaver, beide im Prinzip bereits abgeschriebene „Have-Beens“, plötzlich die Favoriten auf Platz Nr. 5 in der Dodgers-Rotation? Nicht ganz. Denn am Montag hat sich ein weiterer Oldie nach fast zwei Jahren Mound-Abstinenz wieder zurückgemeldet: Jason Schmidt.

Das 3-Jahre-47-Millionen-Dollar-Missverständnis Schmidt – bisher für jedes Inning im Dodgers-Trikot mit rechnerisch über einer Million Dollar entlohnt –  meldete sich nach überstandener Schulter-OP am Montag gegen die Rangers (mit dem anderen Riesen-Flop: Andruw Jones) zurück. Schmidt pitchte den Umständen entsprechend ganz ordentlich und ließ in zwei Innings drei Runs bei zwei Hits zu. Sein Fastball wurde bei 87-88 Meilen gemessen, also deutlich hinter seinen früheren Werten. Manager Joe Torre war anscheinend von dieser Leistung dennoch so entzückt, dass er Schmidt sogleich als Favoriten für den 5. Platz in der Starting Rotation ausrief. Zwar wird er nie wieder an alte Giants-Tage anknüpfen können. Doch wenn man sich seine Konkurrenten bisher so anschaut, kann man Torres (gezwungenen) Optimismus zumindest ein klein wenig verstehen.

Sorgen wie die Dodgers würden sich die San Diego Padres sicherlich wünschen. Denn padres_small.gifstatt einem freien Platz in der Rotation müssen sie gleich zwei Pitcher finden, die jeden fünften Tag für sie auf den Mound steigen. Die Auswahl muss man dabei als eher bescheiden bezeichnen. Während sich das Duo Peavy-Young an der Spitze der Rotation ohne Zweifel mit Webb-Haren oder Lincecum-Cain messen kann, beginnen dahinter die großen Probleme der Padres. Mit Cha Seung Baek steht ein Nummer-3-Starter fest, der bei manchen Teams gerade einmal als Long Reliever eingesetzt würde. Mit dem Einsatz von Mark Prior, der in San Diego einen Minor-League-Vertrag unterschrieben hat, kann man ohnehin nicht rechnen, sodass die Padres derzeit ein Casting für gleich zwei Plätze in der Starting Rotation halten.

Als Favoriten dieser Talenteschau muss man derzeit Kevin Correia einschätzen, der über reichlich Major-League-Erfahrung bei den Giants verfügt und sich bisher gut schlägt (5 IP, 3 ER). Über die letzte offene Stelle, für die sich eine Reihe von Nobodys bewerben, kann man momentan noch nicht viel sagen. Jae Kuk Ryu, vormals für die Cubs und Rays unterwegs, überzeugte bisher in vier Innings ohne Earned Run. Durch die Länge des Spring Training können sich allerdings auch noch Spieler wie Wade LeBlanc, Josh Geer oder Chad Reineke Chancen ausrechnen. Irgendwie stimmt es also doch: Allzu viel sind die bisherigen Leistungen noch nicht wert, da die berühmte „sample size“, also der Stichprobenumfang, noch zu klein ist.  Bud Black und GM Kevin Towers haben also noch eine Menge Arbeit als Juroren vor sich, bis ein Sieger aus dem Casting um die Restplätze hervorgeht. Bisher wissen wir: Correia und Ryu sind im Vorteil – für's Erste.

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