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Im Westen was Neues - Restplätze zu vergeben
Normalerweise heißt es ja: Auf die Leistungen in den ersten Wochen des Spring Training sollte man keinen großen Wert legen. Diese Regel wird allerdings teilweise außer Kraft gesetzt, wenn im Kader eines Teams noch Lücken klaffen, die es in den Wochen vor Saisonbeginn zu schließen gilt. Denn wer sich noch einen Last-Minute-Platz in einem Major-League-Kader verdienen will, muss eigentlich das gesamte Spring Training gute Leistungen anbieten. Der Kampf um einen oder gleich mehrere Plätze in der Starting Rotation ist gerade bei den Dogers und Padres heiß umkämpft. Wer die besten Chancen auf die begehrten Restplätze hat, erfahrt ihr in der heutigen „Im Westen was Neues“-Kolumne.
Ein wenig im Hintergrund verlief bei den Los Angeles Dodgers der
Versuch, nach den Abgängen von Greg Maddux, Brad Penny und Derek Lowe
die Plätze in der Starting Rotation neu zu vergeben. Schuld daran war
vermutlich der Manny-Zirkus, dessen viermonatige Mega-Aufführung
jegliche Kritik am Front Office der Dodgers übertönte. Dabei wäre
solche Kritik durchaus berechtigt und erwähnenswert, hat man mit Randy
Wolf doch nur einen neuen Pitcher für eine Rotation gewinnen können,
die mit Hiroki Kuroda, Clayton Kershaw, Chad Billingsley und eben Wolf
qualitativ doch einen Schritt hinter den Giants und Diamondbacks
hinterher hinkt. Um die Rotation zu vervollständigen, haben die Dodgers
nun eine Vielzahl ehemaliger MLB-Pitcher in ihr Camp eingeladen, die sich
alle um den letzten freien Job bemühen.
Recht früh dürfte sich MLB-Veteran Shawn Estes aus dem Wettberwerb um
den fünften Platz verabschiedet haben. Zehn Hits und sechs Earned Runs
sind in 5 1/3 Innings einfach kein gutes Bewerbungszegnis. Und auch
Claudio Vargas, im letzten Jahr noch für die Mets aktiv und eigentlich
der Favorit auf den Platz im Kader, konnte bisher wenig überzeugen (13 H, 6 ER
in 8.1 IP). Sind jetzt also die bisher soliden Eric Milton und Jeff
Weaver, beide im Prinzip bereits abgeschriebene „Have-Beens“, plötzlich
die Favoriten auf Platz Nr. 5 in der Dodgers-Rotation? Nicht ganz. Denn am
Montag hat sich ein weiterer Oldie nach fast zwei Jahren
Mound-Abstinenz wieder zurückgemeldet: Jason Schmidt.
Das 3-Jahre-47-Millionen-Dollar-Missverständnis Schmidt – bisher für
jedes Inning im Dodgers-Trikot mit rechnerisch über einer Million
Dollar entlohnt – meldete sich nach überstandener Schulter-OP am
Montag gegen die Rangers (mit dem anderen Riesen-Flop: Andruw Jones) zurück. Schmidt pitchte den
Umständen entsprechend ganz ordentlich und ließ in zwei Innings drei
Runs bei zwei Hits zu. Sein Fastball wurde bei 87-88 Meilen gemessen, also deutlich hinter seinen früheren Werten.
Manager Joe Torre war anscheinend von dieser Leistung dennoch so entzückt, dass
er Schmidt sogleich als Favoriten für den 5. Platz in der Starting
Rotation ausrief. Zwar wird er nie wieder an alte Giants-Tage anknüpfen
können. Doch wenn man sich seine Konkurrenten bisher so anschaut, kann
man Torres (gezwungenen) Optimismus zumindest ein klein wenig
verstehen.
Sorgen wie die Dodgers würden sich die San Diego Padres sicherlich
wünschen. Denn
statt einem freien Platz in der Rotation müssen sie
gleich zwei Pitcher finden, die jeden fünften Tag für sie auf den Mound
steigen. Die Auswahl muss man dabei als eher bescheiden bezeichnen.
Während sich das Duo Peavy-Young an der Spitze der Rotation ohne Zweifel mit Webb-Haren oder
Lincecum-Cain messen kann, beginnen dahinter die großen Probleme der
Padres. Mit Cha Seung Baek steht ein Nummer-3-Starter fest, der bei
manchen Teams gerade einmal als Long Reliever eingesetzt würde. Mit dem
Einsatz von Mark Prior, der in San Diego einen Minor-League-Vertrag
unterschrieben hat, kann man ohnehin nicht rechnen, sodass die Padres
derzeit ein Casting für gleich zwei Plätze in der Starting Rotation
halten.
Als Favoriten dieser Talenteschau muss man derzeit Kevin Correia
einschätzen, der über reichlich Major-League-Erfahrung bei den Giants
verfügt und sich bisher gut schlägt (5 IP, 3 ER). Über die letzte
offene Stelle, für die sich eine Reihe von Nobodys bewerben, kann man
momentan noch nicht viel sagen. Jae Kuk Ryu, vormals für die Cubs und
Rays unterwegs, überzeugte bisher in vier Innings ohne Earned Run.
Durch die Länge des Spring Training können sich allerdings auch noch
Spieler wie Wade LeBlanc, Josh Geer oder Chad Reineke Chancen
ausrechnen. Irgendwie stimmt es also doch: Allzu viel sind die
bisherigen Leistungen noch nicht wert, da die berühmte „sample size“,
also der Stichprobenumfang, noch zu klein ist. Bud Black und GM Kevin
Towers haben also noch eine Menge Arbeit als Juroren vor sich, bis
ein Sieger aus dem Casting um die Restplätze hervorgeht. Bisher wissen
wir: Correia und Ryu sind im Vorteil – für's Erste.
Christoph May
Christoph May ist 21 Jahre alt und studiert in Mainz Publizistik, Amerikanistik und Politikwissenschaft. Bei Baseballinsider.de führt er die wöchentliche Kolumne Im Westen was Neues, die aktuelle Themen aus der National League West behandelt. Der langjährige Fan der San Francisco Giants schreibt ebenfalls für eine regionale Tageszeitung und spielt selbt begeistert Baseball.
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Ich würde mal sagen, das wars in der AL Central...
(10-09-2010 12:09)Cecil_Rhodes
Zu 1) fällt mir gerade ein: Mike Cameron hat in seinder Zeit in Milwaukee seinen 250 HR/250
...
(09-09-2010 19:39)Willitouch
Oh, ja. Und dann nur schnell weg.
(09-09-2010 17:58)Phil
1) Ich tippe auf David Wright und Hanley Ramirez als die ersten zwei. Brandon Philips vielleicht<...
(09-09-2010 16:11)Big O
Der Oaklandfan ist der Hammer. Zum Glück hat der sich nichts getan. "Don't kill yourself"...
(09-09-2010 15:00)Cecil_Rhodes