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Im Westen was Neues - Manny! Endlich!

 
Autor: Christoph May Freitag, 27. Februar 2009
 
Im Westen was Neues - Manny! Endlich! | Im Westen was Neues - Baseballinsider.de - Das Baseball-Portal

dodgers_small.gifDer ein oder andere wird sich vielleicht schon gefragt haben, warum das alles beherrschende Thema der National League West in den letzten Monaten – die Manny Ramirez-Saga – bisher noch nicht Gegenstand dieser Kolumne war. Ein Grund dafür war, dass man sowieso überall über jeden Fort- und Rückschritt der Vertragsverhandlungen ausgiebig informiert wurde. Da wollte ich die Einträge in dieser Kolumne doch lieber mit Themen füllen, die eher unterhalb des Radars stattgefunden haben. Doch inzwischen hat sich die Situation um Manny Ramirez in einen solch epischen Kampf um die Frage, wer den größeren Dickkopf besitzt, entwickelt, dass ich einfach nicht mehr um das Thema herum komme.

 

 

Als Manny Ramirez seine Offseason mit dem Spruch “Gas is up – and so am I” begann, konnte man bereits ahnen, dass alle, die in diesem Winter mit Ramirez und seinem allseits geliebten Agenten Scott Boras verhandeln wollen, kein leichtes Spiel haben würden. Es muss etwa um diese Zeit gewesen sein, dass sich die beiden zusammengesetzt haben, um einen diabolischen Plan zu schmieden. Die Anweisung von Manny an seinen Agenten muss wohl gelautet haben: “Scotty, mach mich reich! Und nicht nur irgendwie reich, sondern zum aller, aller reichsten Spieler überhaupt!” Das muss Musik gewesen sein in den Ohren von Boras, dem Raubtierkapitalisten der Liga. Denn er hat diese Anweisung sehr ernst genommen und bisher nicht den Eindruck gemacht, vom dem einmal gesteckten Ziel abzuweichen. Mit einer Sturköpfigkeit, die wirklich ihres Gleichen sucht, beharrte das unbeliebteste Duo des Sports Monat um Monat auf ihrer astronomischen Gehaltsvorstellung. Dass die Dodgers bereit waren, Ramirez das zweithöchste Jahressalär der gesamten Major Leagues zu zahlen, wurde schlichtweg ignoriert. Die Heuschrecken wollten mehr.


Man könnte Ramirez mit der inzwischen unerträglich nervenden Floskel “Manny being Manny” in Schutz nehmen, die lange Zeit jedes Fehlverhalten zu rechtfertigen schien. Doch inzwischen muss man doch ernsthaft fragen, in welcher Parallelwelt Manny und Boras leben. Man muss sich fragen, ob die beiden nicht gesehen haben, dass ein Spieler nach dem anderen von seiner ursprünglich geäußerten Gehaltsforderung Abstand genommen und sich mit weniger begnügt hat. Womöglich war es aber genau diese Tatsache, die sie zu einer “Jetzt erst recht!”-Haltung veranlasste: “Wir werden die Einzigen sein, die ihr Wunschgehalt auch wirklich bekommen.” Es ist die Potenzierung zweier unglaublicher Egos, die zu dieser monatelangen Farce geführt hat. Es sind diese Riesen-Egos, die das Eingestädnis, sich auf dem Free Agent-Markt einfach verpokert zu haben, nicht zulassen. Dass die Dodgers im Prinzip vier sehr ähnliche Angebote gemacht haben, ist da nur eine kleine Entschuldigung. Denn für einen bald 37-Jährigen, der ohne Frage über begnadete Fähigkeiten mit dem Baseballschläger besitzt, waren die Angebote in der derzeitigen finanziellen Lage äußerst generös.


Dodgers-Besitzer Frank McCourts sarkastische Kommentare in Richtung Bomirez zeigen eine große Verbitterung auf Seiten der Dodgers. Wie geht es nun weiter? Ich würde mir wünschen, dass die Dodgers nicht einknicken. Für den Sport wäre es sicher eine gute Entwicklung, wenn die himmelschreiende Arroganz von Ramirez und Boras unbelohnt bliebe. Wahrscheinlicher ist jedoch (leider), dass es so wie immer kommt: Boras hat den längeren Atem, bekommt den dicken Vertrag für seinen Klienten und Manny erscheint irgendwann kurz vor Opening Day im Camp der Dodgers, als wäre nichts geschehen. “Manny being Manny” eben. Dass er mit seiner Dreistigkeit die Fans und besonders seine Mitspieler zum Narren gehalten hat, wird ihn nicht groß stören. Seine Gasrechnung pünktlich zahlen zu können ist schließlich wichtiger.

Kommentare
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Erich
(Publisher) 01-03-2009 20:48
Hallo Christoph,



dein Artikel ist wirklich Klasse. Trifft den Nagel auf den Kopf.

Die Situation treffend und mit der mittlerweile notwendigen Portion Sarkasmus kommentiert.



Ach ja, unser Held will mittlerweile mal so eben 10 Mio. mehr.
 
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Christoph May

 
christoph65x90Christoph May ist 21 Jahre alt und studiert in Mainz Publizistik, Amerikanistik und Politikwissenschaft. Bei Baseballinsider.de führt er die wöchentliche Kolumne Im Westen was Neues, die aktuelle Themen aus der National League West behandelt.
Der langjährige Fan der San Francisco Giants schreibt ebenfalls für eine regionale Tageszeitung und spielt selbt begeistert Baseball.