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Im Westen was Neues - Letzte Chance Spring Training

 
Autor: Christoph May Dienstag, 17. Februar 2009
 

In diesen ersten Tagen des Spring Trainings gleichen die Frühjahrs-Camps der MLB-Teams einer groß angelegten Jobvermittlungsmaßnahme für ältere Arbeitnehmer. Viele Spieler, die man eigentlich schon eher auf dem Golfplatz als auf einem Baseballfeld wähnte, erscheinen noch einmal auf den Roster-Listen der 30 Vereine. Die ungezählten Sal Fasanos und Seth Ethertons der Liga laufen dort unter der Bezeichnung Non-Roster Invitee

 

Das sind zumeist jene Spieler, die keinen regulären Major League-Vertrag ergattern konnten, nun aber auf Einladung nach Florida oder Arizona gereist sind, um dort am Spring Training teilzunehmen – alles jedoch ohne Jobgarantie. Mit im Gepäck haben sie die vage Hoffnung, es dank günstiger Umstände vielleicht doch noch einmal auf die große Bühne zu schaffen. Ein jüngstes Beispiel dafür ist Chan Ho Park, der im vergangenen Jahr bei den Dodgers anheuerte, sich in den Kader spielte und im Winter nun einen neuen, besser dotierten Vertrag bei den Phillies unterschrieben hat – diesmal mit Jobgarantie. Im Fall von Fasano (Rockies) und Etherton (Diamondbacks) stehen die Chancen jedoch objektiv betrachtet eher schlecht. Doch unter den vielen Non-Roster Invitees in de NL West tummeln sich auch einige Namen, die eine nähere Betrachtung wert sind.

rockies_small.gifIm Camp der Colorado Rockies hat sich mit Josh Fogg ein alter Bekannter aus dem World Series-Jahr 2007 eingefunden. Damals erwarb sich der inzwischen 32-Jährige den legendären Ruf des “Dragon Slayer”, da er sich im direkten Duell mit den besten Pitchern der Liga immer außergewöhnlich gut anstellte. Spätestens seit seiner bravourösen Leistung in der National League Championship Series gegen die D-Backs zählte er zu den beliebtesten Rockies. Für einen neuen Vertrag im letzten Jahr reichte es jedoch nicht mehr, Fogg unterschrieb in Cincinatti, wo er aber alles andere als glücklich wurde. Den Rockies-Fans muss zwar klar sein, dass Fogg nie mehr als ein durchschnittlicher Pitcher war, der zu einem günstigen Zeitpunkt die beste Phase seiner Karriere erlebte. Nach dem Trade des ebenfalls sehr beliebten Matt Holliday würde Foggs Präsenz im Rockies-Kader jedoch einigen Kredit bei den Fans zurückgewinnen. Als Middle Reliever wäre er für die Rockies auch sicherlich zu gebrauchen, für einen Platz in der Starting Rotation wird es aber sicherlich nicht mehr reichen.

giants_small.gifEbenfalls einer Einladung seines ehemaligen Vereins gefolgt ist Infielder Rich Aurilia. Die Giants, bei denen Aurilia die besten Tage seiner Karriere als schlagstarker Shortstop verbracht hat, haben dem gebürtigen New Yorker die Chance gegeben, sich im Spring Training für einen Platz im Kader anzubieten. Diese Entscheidung macht durchaus Sinn, zeigte sich Aurilia im letzten Jahr doch als guter Pinch-Hitter und flexibler Infielder. Besonders gegen linkshändige Pitcher schlug er sehr stark, was sein Batting-Average von .321 gegen “Southpaws” verdeutlicht. Sollte es dabei bleiben, dass Travis Ishikawa am Opening Day an der ersten Base der Giants steht, würde sich für Aurilia eine Nische im Kader öffnen. Denn bisher trauten sich die Giants noch nicht, Ishikawa gegen Linkshänder aufs Feld zu schicken. Aurilias härtester Konkurrent im Spring Training ist sicherlich Co-NRI Josh Phelps. Wenn er sich gegen Phelps beweist, könnte Aurilia 2009 in seine 15. MLB-Saison starten.

dodgers_small.gifEin weiterer Spieler, der seiner Karriere noch einmal neuen Schwung verleihen möchte, ist Jeff Weaver. Nach seinen heroischen Taten für die Cardinals in der Postseason 2006 ist die Karriere des ehemaligen Erstundenpicks unglaublich steil abgestürzt. Trauriger Höhepunkt dieser Entwicklung war die vergangene Saison, als er für die AAA-Teams der Indians und Brewers jeweils mit einem 6er ERA aufwarten konnte. Die Dodgers haben sich nun erbarmt, Weaver eine letzte Chance zu geben. In Los Angeles, das nur eine halbe Autostunde von Weavers Geburtsstadt Northridge entfernt liegt, hatte der 32-Jährige die letzten beiden guten Jahre seiner Karriere. In den Spielzeiten 2004 und 2005 pitchte er insgesamt 444 Innings und holte 24 Siege für die Dodgers. Mit neuer alter Delivery will er es nun Pitcher-Kollegen wie Jose Lima, Tom Martin, Rudy Seanez und eben Chan Ho Park gleichtun, die es alle in den letzten Jahren als NRI in den Dodgers-Kader geschafft haben. Die Chancen für die Wiederbelebung der Karriere sind also da, doch wie bei den meisten Non-Roster Inivtees ist das Ende der Laufbahn auch bei Jeff Weaver näher als der zweite oder dritte Frühling im MLB-Dress.

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Kolumnen - Im Westen was Neues

Christoph May

 
christoph65x90Christoph May ist 21 Jahre alt und studiert in Mainz Publizistik, Amerikanistik und Politikwissenschaft. Bei Baseballinsider.de führt er die wöchentliche Kolumne Im Westen was Neues, die aktuelle Themen aus der National League West behandelt.
Der langjährige Fan der San Francisco Giants schreibt ebenfalls für eine regionale Tageszeitung und spielt selbt begeistert Baseball.