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Im Westen was Neues - Game Over?
Auf knapp drei Prozent sind die Playoffchancen der Arizona Diamondbacks dank zweier Horrorwochen gesunken. Wer das Team momentan beobachtet, muss zu dem Schluss kommen, dass dieser ernüchternde statistische Wert die Realität so gar noch beschönigt. In Wirklichkeit dürfte die Wahrscheinlichkeit, dass in Arizona auch im Oktober noch Basebal gespielt wird, steil gegen Null streben. Wie konnte es nur zu einem solchen Einbruch kommen?
Zunächst fällt auf, dass die Diamondbacks schon seit Monaten auf sehr niedrigem Niveau spielen. Das Team von Bob Melvin hat lange Zeit von einem einzigen überragenden Monat, dem April, gezehrt. In Zahlen ausgedrückt bedeutet das: Ende April hatten die D-Backs eine Bilanz von 20 Siegen und acht Niederlagen. Seitdem spielen sie höchst unterdurchschnittlichen Baseball, was die Bilanz von 52-67 seit dem 1. Mai verdeutlicht. Nur die Padres waren in der NL West seit diesem Zeitpunkt noch schlechter unterwegs. Es war ein schleichender Prozess des Niedergangs, der nur durch die Schwäche der anderen Teams verdeckt wurde. In einer besseren Division wären die Diamondbacks schon sehr lange aus dem Rennen. In der NL West waren sie bis in den September ein Anwärter auf den Titel. Doch nun, wo die Dodgers ihr Potenzial ausspielen und zu sich finden, fällt Arizona Spiel um Spiel zurück. Inzwischen beträgt der Rückstand 4 ½ Spiele und selbst die größten Diamondbacks-Fans glauben wohl nicht mehr an ein wundersames Comeback.
In den letzten zwei Wochen musste das Team mehrere herbe Rückschläge verkraften. Zunächst setzte es einen Sweep in Los Angeles, bei dem sie in zwei Spielen völlig chancenlos waren und nur im letzten Spiel der Serie zumindest mithalten konnten. Sie kassierten in der Serie 19 Runs und erzielten selbst nur fünf. So kann man in den wichtigsten Spielen es Jahres leider nicht auftreten, wenn man in die Playoffs will. Dennoch, es war noch nichts verloren. Zwar standen die Zeichen inzwischen gegen die Diamondbacks, aber drei Spiele bei den Giants schienen eine Möglichkeit zu bieten, Selbstvertrauen für einen Endspurt zu tanken. Dummerweise ging es im ersten Spiel gegen Tim Lincecum, der beinahe ein Shutout warf und sich nebenbei auch im Rennen um den Cy Young Award vor Brandon Webb geschoben hat. Die wirklichen Hämmer kamen dann aber in den nächsten beiden Spielen in San Francisco. Beide Male schaffte Arizona im 9. Inning ein Comeback. Beide Male gaben sie das Spiel in der unteren Hälfte des Innings noch ab – ein wahrer Frontalangriff auf das Selbstvertrauen der Diamondbacks. Den entscheidenden Angriff sozusagen gab es gestern. Ausgerechnet der im Diamondbacks-Trikot schwächelnde Starting Pitcher Micah Owings, der im Adam-Dunn-Deal nach Cincinnati gescickt wurde, schlug ein RBI-Double im 10 Inning und besiegelte damit die Niederlage seines Ex-Clubs. Nach dem Frontalangriff der Giants, der die Festung Arizona schon stark ins Wanken brachte, war dies wohl der endgültige Einsturz.
Die personellen Konsequenzen, die Bob Melvin inzwischen gezogen hat, kommen wahrscheinlich zu spät. Closer Brandon Lyon, der nach starker erster Hälfte im zweiten Teil der Saison völlig eingebrochen ist, wird durch Chad Qualls ersetzt. In 16 1/3 Innings nach dem Break hat Lyon eine Bilanz von 0-2 und einen ERA von 11.57. Überflüssig zu erwähnen, dass ein Closer mit solchen Statistiken seinem Team nicht wirklich gut tut. Das Einzige, was Arizona jetzt noch bleibt, ist auf einen kompletten Kollaps der Los Angeles Dodgers zu hoffen. Die haben aber 12 ihrer letzten 13 Spiele gewonnen und außerdem das leichtere Restprogramm. Es ist eine höchst unwahrscheinliche Vorstellung, dass die Dodgers einen 4 1/2-Spiele-Vorsprung vor einem Team, das in den Top 5 der Kategorien schlechtester Schlagdurchschnitt und meiste Strikeouts liegt, noch abgeben werden. Die Entwicklungen des letzten Jahres, als die Rockies einen uneinholbar geltenden Rückstand auf der Zielgeraden noch aufholten, werden in diesem Jahr allem Anschein nach keine Kopie finden. Im Moment sind die Diamondbacks zum Scheitern verurteilte Jäger, die mit Plastikmunition auf einen Riesen schießen. Die Chancen, dass sie den Dodger-Riesen noch erlegen können, sind minimal.
Christoph May
Christoph May ist 21 Jahre alt und studiert in Mainz Publizistik, Amerikanistik und Politikwissenschaft. Bei Baseballinsider.de führt er die wöchentliche Kolumne Im Westen was Neues, die aktuelle Themen aus der National League West behandelt. Der langjährige Fan der San Francisco Giants schreibt ebenfalls für eine regionale Tageszeitung und spielt selbt begeistert Baseball.
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Ja die Tigers haben die Saison verkorkst und die Twins sind so gut wie durch wenn man nach der
Ich würde mal sagen, das wars in der AL Central...
(10-09-2010 12:09)Cecil_Rhodes
Zu 1) fällt mir gerade ein: Mike Cameron hat in seinder Zeit in Milwaukee seinen 250 HR/250
...
(09-09-2010 19:39)Willitouch
Oh, ja. Und dann nur schnell weg.
(09-09-2010 17:58)Phil
1) Ich tippe auf David Wright und Hanley Ramirez als die ersten zwei. Brandon Philips vielleicht<...
(09-09-2010 16:11)Big O