Im Westen was Neues - From Worst to First..and back
Vor dieser Saison galt die West-Division als das vermeintlich Beste, was die National League im Angebot hat. Vor wenigen Jahren noch als „NL Worst“ verschrien, sorgte eine Vielzahl junger, aufstrebender Spieler dafür, dass man dieses Prädikat immer seltener zu hören bekam. „The sky is the limit“. Diesen Eindruck hatte man. Doch irgendwie scheint es in diesem Jahr so, als wären die Lobeshymnen verfrüht gewesen. Der Westen befindet sich womöglich auf dem besten Weg zurück in die Mittelmäßigkeit.
Ohne Frage kann man behaupten, dass die NL West im letzten Jahr den senior circuit dominiert hat. In einem One-Game-Playoff machten zwei
Mannschaften aus dem Westen die Wild Card unter sich aus. Und auch als
es um den Titel der National League ging, waren mit den Rockies und
Diamondbacks zwei Teams aus dem Westen dabei. Dieses Jahr ist alles
anders. Die Dominanz ist dahin. Man kann wieder über die National
League West lachen.
Die aktuelle Bilanz der NL West gegen die anderen beiden Divisionen der
National League ist verheerend – 56-86! Besonders gegen die
Central-Division sieht es katastrophal aus. Hier liegen die Teams
insgesamt 20 Spiele unter .500. Die vier Niederlagen der Rockies an
diesem Wochenende bei den Cubs waren symptomatisch für die bisherige
Saison. Man darf sich daher nicht, wundern, dass vor den Spielen am
Sonntag nur ein Team, die Diamondbacks, eine positive Bilanz aufweisen
kann. Doch wie konnte es zu solch einem Absturz kommen? Schließlich
haben vor der Saison viele ein enges Rennen von gleich vier Teams um
die Krone im Westen vorausgesagt.
Beginnen wir mit dem einzigen Team, das von Anfang an keine Chance
hatte: den Giants. In San Francisco hat im ersten Jahr ohne Barry Bonds
eine Zeit des Neuaufbaus begonnen. Das Ziel für diese Saison kann –
auch wenn das Verantwortliche teilweise anders äußerten – nicht sein,
mit den anderen Teams mitzuhalten. Dass die Giants schon seit geraumer
Zeit Platz 3 der Divison einnehmen, hat mit der eigenen Stärke weniger
zu tun als mit der Schwäche der anderen Teams. Diese anderen Teams sind
vor allem die San Diego Padres und Colorado Rockies. Beide Teams müssen
bisher mit vielen Verletzungen zurecht kommen. Die Padres haben
momentanen fast einen kompletten Pitching Staff auf der DL. Mit Jake
Peavy und Chris Young sind die beiden Top-Pitcher verletzt. Dazu kommen
noch einige wichtige Relief-Pitcher auf der Verletzenliste. Bei den
Rockies fehlen momentan mit Brett Hawpe und Matt Holliday zwei der
wichtigsten Hitter, und auch Star-Shortstop Troy Tulowitzki ist schon
seit einer Weile auf der DL.
Diese Verletzungen könnten als Ausrede für die magere Bilanz dienen.
Dabei muss man aber beachten, dass beide Teams auch vor den
Verletzungen schon schlecht spielten. Die Offense der Padres ist außer
Adrian Gonzalez und mit Abstrichen Kevin Kouzmanoff eine Katastrophe.
Und die Starting Pitcher der Rockies waren auch schon schlecht, als
Hawpe und Holliday auf die DL mussten. Die Probleme der Teams gehen
über die Verletzungen hinaus. Beide Mannschaften haben in der
vergangenen Saison scheinbar über ihrem Niveau gespielt. Ich muss
zugeben, vor der Saison hätte ich nicht gedacht, dass die Siegesserie
der Rockies im letzten Jahr wohl mehr durch Zufall als durch Können
entstanden ist. Aber so wie Colorado momentan spielt, muss man jetzt
davon ausgehen. Nichts ist mehr übrig von der dominanten Rotation um
Jeff Francis, die den Finaleinzug letztes Jahr ermöglichte. Außer Aaron
Cook hat jeder Rockies-Starter einen ERA von über 5, inklusive Francis,
der diese Saison noch kein Land gesehen hat (1-5, 6+ ERA) und wohl die
größte Enttäuschung des Teams ist. Diese zwei Beispiele zeigen mal
wieder, wie schwer eine Mannschaft vor der Saison einzuschätzen ist. Im
Falle der Padres und Rockies ist das den meisten ziemlich misslungen.
Und auch in Los Angeles kann man mit dem Verlauf der Saison nocht nicht
zufrieden sein. Vor der Saison ganz heiß gehandelt, hat das junge Team
aus L.A. die Erwartungen bisher nicht erfüllen können und hat bisher weniger Siege als Niederlagen erzielt. Das Potential
ist aber immer noch da, in diesem Jahr die Spitze anzugreifen. Und im
Gegensatz zu den den Padres und Rockies sind die Dodgers noch absolut
in Schlagdistanz zu den erstplazierten D-Backs, die im Mai wieder in
alte Angewohnheiten verfielen und sich nicht allzu erfolgreich mit dem
Schlaggerät anstellten. Wegen der schwachen Monats Mai für das Team aus
Arizona blieb der Vorsprung vor den Dodgers über die die letzten 30
Tage nahezu unverändert. Für Spannung in der Division ist also
weiterhin gesorgt. Wenn auch nicht mehr ganz so hohem Niveau.
Teams der Liga in der eigenen Division! Mal sehen was der Verlauf der Saison noch bringt, aber
momentan würde ich den D\'backs ein tiefes Vordringen in die Playoffs prohpezeihen!
Teams der Liga in der eigenen Division! Mal sehen was der Verlauf der Saison noch bringt, aber
momentan würde ich den D\'backs ein tiefes Vordringen in die Playoffs prohpezeihen!
Ich hab mal eine Übersicht über alle Divisions und deren Bilanzen gegen andere Divisions (Ich habe
sie absteigend von der besten Division gereiht): ... Stand: 02.06.2008
1. AL East: 92:68 (Dachte schon vor der Saison, dass dies die Beste Division ist. Die Red Sox und
die Devil Rays sind dort wo ich sie erwartet habe! Die Yankees sind darunter und die Rays und
Orioles sind drüber! Mein Tipp: Die Rays werden etwas schlechter, die Red Sox bleiben, die Blue Jays
werden etwas besser, die Yankees werden viel besser und die Orioles werden etwas schlechter --> Die
AL East bleibt die Nr. 1 bis zum ...
Christoph May
Christoph May ist 21 Jahre alt und studiert in Mainz Publizistik, Amerikanistik und Politikwissenschaft. Bei Baseballinsider.de führt er die wöchentliche Kolumne Im Westen was Neues, die aktuelle Themen aus der National League West behandelt. Der langjährige Fan der San Francisco Giants schreibt ebenfalls für eine regionale Tageszeitung und spielt selbt begeistert Baseball.


