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Im Westen was Neues - No League for Old Men?

 
Autor: Christoph May Freitag, 09. Mai 2008
 

Der erfahrene Centerfielder haben in der Offseason den Weg in die National League West gefunden. Jim Edmonds kam nach San Diego, die Dodgers verpflichteten Andruw Jones und Aaron Rowand wechselte von den Phillies nach San Francisco. Alle drei Verpflichtungen wurden vor der Saison zumindest teilweise kritisiert. Nach dem ersten Fünftel der Saison kann man jetzt schon die ersten Schlüsse ziehen, für welches Team sich die Verpflichtung gelohnt hat und wer ordentlich daneben gegriffen hat.


Nach dem Abgang von Mike Cameron in Richtung Milwaukee brauchten die San Diego Padres einen neuen Mann fürs Center Field. General Manager Kevin Towers entschied sich für den inzwischen schon 37 Jahre alten Jim Edmonds, der immerhin mit der Referenz von acht gewonnen Gold-Glove-Awards nach Südkalifornien kam. Gerade die defensive Komponente schien besonders wichtig, gerade wenn man bedenkt, wie gut Mike Cameron die letzten Jahre das riesige Outfield des PETCO Parks gehütet hat. Mit der Einschätzung, dass Edmonds auch im fortgeschrittenen Alter noch Outfield-Defense von Spitzenkaliber spielen kann, lagen die Padres aber gründlich daneben. Schon nach weniger als 20 Spielen im neuen Ballpark hat sich gezeigt, dass Edmonds ungeheuer nachgelassen hat und nicht mehr in der Lage ist, für einen Club im Centerfield zu stehen, der mangels Offensivkraft viel wert auf Pitching und Defense legen muss.

Und auch offensiv sieht es nicht besser aus. In 89 At-Bats steht für Edmonds ein magerer Average von .180 zu Buche. Einen Home Run hat er bisher geschlagen. Wie wenig Vertrauen selbst Padres-Manager Bud Black inzwischen in den ehemaligen Star der St. Louis Cardinals hat, zeigte sich Mittwoch Abend, als der Manager im neunte Inning nicht Edmonds sondern Callix Crabbe als Pinch-Hitter auflaufen ließ. Crabbe ist zwar sehr vielseitig und als guter Verteidiger bekannt, aber offensiv hat er sich bisher in seiner Karriere noch nicht hervor getan. Selbst Kevin Towers hat kürzlich in einem Radio-Interview eingestanden, dass Edmonds wohl inzwischen ein wenig an Qualität verloren habe. Da verwundert es nicht, dass in San Diego die ersten Gerüchte kursieren, Jim Edmonds womöglich vorzeitig aus seinem Vertrag zu entlassen. Das würde zwar bedeuten, dass sich die Padres einen Fünf-Millionen-Flop geleistet haben. Aber immer noch besser, als an einem Spieler festzuhalten, der seine besten Tage wohl schon lange hinter sich hat.

Ebenfalls unter der Kategorie „Missverständnis“ muss man bisher das Verhältnis Los Angeles DodgersAndruw Jones bewerten. Mit großen Erwartungen verpflichteten die Dodgers im Winter den fünfmaligen All-Star Jones. Fast schon gebetsmühlenartig äußerte man in Los Angeles die feste Überzeugung, dass Jones' (schwaches) letztes Jahr nur eine Ausnahme und auf seine vielen kleinen Verletzungen zurückzuführen war. Momentan sieht es aber eher danach aus, dass die Ausnahme zum Dauerzustand geworden ist und die 36 Millionen Dollar Gage für Jones über die nächsten zwei Jahre eher schlecht angelegtes Geld waren. Denn eines ist klar: Jones ist bisher der schlechteste Outfielder der Dodgers. Für einen besonders hohen Schlagdurchschnitt war Jones ja noch nie bekannt. Aber dass er nach über einem Monat in der neuen Saison nur einen Average von .170 aufweist, ist doch schon Besorgnis erregend. Genauso seine schwachen Home-Run-Zahlen. Während er vor drei Jahren noch die gesamte Liga mit 51 Home Runs anführte, brachte er es im April dieser Saison gerade mal auf einen big fly. Und auch bei Andruw Jones kann wie bei Jim Edmonds sehen, dass die vielen Jahre in den Major Leagues nicht spurlos an einem Athleten vorüber gehen. Seine Outfield-Defense ist längst nicht mehr von der Qualität, die ihm schon zehn Gold Gloves einbrachte.

Aber dennoch: Joe Torre hält an Jones fest. Auf die Frage hin, ob er bei weiterhin schlechten Leistungen Jones nicht auch einmal auf die Bank setzen würde, antwortete der Manager fast schon ein wenig verzweifelt: „Ich kann das nicht tun. Wenn wir dieses Jahr etwas besonderes erreichen wollen, dann muss er hier seine Leistung bringen.“ Im Prinzip hat Torre damit recht. Nur muss die Leistung dann auch langsam mal kommen. Denn dauerhaft einen besseren Spieler auf der Bank zu lassen, kann sich kein Team leisten, das ernsthafte Playoff-Ambitionen hat.

Aaron Rowand von den San Francisco Giants ist der dritte prominente Outfield-Neuzugang in der NL West. Allerdings gibt es über Rowand deutlich weniger zu berichten als über Jones und Edmonds. Vor der Saison wurde vielfach über den Fünfjahresvertrag über 60 Millionen Dollar gemeckert, den die Giants Rowand in der Offseason gaben. Aber in Relation zu den vergleichbaren Einkäufen der Dodgers und Padres kommen die Giants mit Rowand noch ganz gut weg. Denn Rowand tut das, was er bisher immer in seiner Karriere getan hat. Und das macht er gut. Er opfert sich für die Mannschaft auf und stellt für das junge Giants-Team so etwas wie einen Leitwolf dar. Wer Rowands Spielweise kennt, den wird es auch nicht wundern, dass er sich schon in der ersten Woche der Saison eine Rippe bei einem spektakulären Dive gebrochen hat, im Anschluss daran aber kaum eine Pause einlegte.. Diese agressive und furchtlose Spielweise nannte man schon in seinen Zeiten mit den White Sox „grinder style“. Grinder, das sind Spieler, die durch harte Arbeit und Zielstrebigkeit und nicht durch herausragendes Talent zum Erfolg kommen. Dafür, dass es ihm an herausragendem Talent mangelt, können sich seine Statistiken bisher (3 Home Runs, .336 Average) aber sehen lassen.

 

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Kolumnen - Im Westen was Neues

Christoph May

 
christoph65x90Christoph May ist 21 Jahre alt und studiert in Mainz Publizistik, Amerikanistik und Politikwissenschaft. Bei Baseballinsider.de führt er die wöchentliche Kolumne Im Westen was Neues, die aktuelle Themen aus der National League West behandelt.
Der langjährige Fan der San Francisco Giants schreibt ebenfalls für eine regionale Tageszeitung und spielt selbt begeistert Baseball.