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Willie Mays - Der Alleskönner
Wenn es darum geht, die Stärke eines Baseballspielers einzuschätzen, passiert dies gewöhnlich anhand von fünf Fragen. Kann der Spieler Homeruns schlagen? Kann er einen hohen Schlagdurchschnitt erzielen? Ist er ein guter Basestealer? Hat er einen guten Wurfarm? Und: Ist er ein guter Verteidiger? Bei Willie Mays konnte man alle diese Fragen mit einem eindeutigen „Ja!“ beantworten. In unserer Legenden-Serie blicken wir heute auf die einmalige Karriere des „Say-Hey-Kid“ zurück.
Wer Willie Howard Mays, Jr. in seinen ersten Wochen in der Major League
beobachtete, konnte nicht unbedingt damit rechnen, dass gerade einer
der besten Spieler aller Zeiten die große Bühne betreten hatte. Es war
im Sommer des Jahres 1951, als der damalige Giants-Manager Leo Durocher
den 20-jährigen Mays unbedingt in seinem Club sehen wollte. Der junge
Mays hatte sich in den Minor Leagues schon einen Namen gemacht, vor
Selbstvertrauen strotzte er komischerweise aber nicht gerade. Er wollte
Durocher sogar ausreden, ihn zu den Giants zu berufen. „I can't hit
that kind of pitching“, sagte er. Dieser unbegründete Mangel an
Selbstvertrauen schlug sich zunächst auch in seinen Leistungen wieder,
denn in seinen ersten 26 At-Bats gelang ihm nur ein ein Hit – das war
jedoch immerhin ein Homerun gegen den legendären Warren Spahn. In
dieser ersten Karrierekrise von Mays stand ihm sein Manager bei Seite,
der im Laufe der Jahre zu einer Art zweiten Vaterfigur wurde. Das
Vertrauen von Derocher bestätigte Mays mit immer weiter ansteigender
Formkurve. Schon in seiner ersten Saison konnte er mit 20 Homeruns,
einer World Series-Teilnahme und der Rookie of the Year-Auszeichnung
beweisen, dass er in den New Yorker Polo Grounds – dem Stadion der
Giants – am exakt richtigen Ort war.
Sein Können entwickelte Mays im tiefen Süden der Staaten. Dort, in
Alabama, wurde er 1931 geboren und kam durch seinen Vater schon früh in
Kontakt mit dem Baseballsport. In seinem Heimatstaat begann auch seine
professionelle Karriere, als er im Alter von 17 Jahren bei den
Birmingham Black Barons in der Negro American League anheuerte. Unter
Trainer Lorenzo „Piper“ Davis lernte er die Feinheiten des Spiels
kennen und erwarb sich den Respekt seiner meist älteren Mitspieler. Bis
1950 spielte er für die Black Barons in der Negro League, die sich zu
diesem Zeitpunkt bereits am Rande des Ruins befand. Nachdem Jackie
Robinson die Tür zur Major League für schwarze Baseballspieler langsam
geöffnet hatte, bot sich auch für Willie Mays die Möglichkeit, bei
einem der großen Clubs zu unterschreiben. Letztlich entschied er sich
seinem Bauchgefühl vertrauend für die New York Giants. Dort kam er
zunächst in den Minor Leagues unter, wo er sich schnell einen
Spitznamen erwarb, der ihn seine ganze Karriere hinweg begleiten
sollte: "The Say-Hey-Kid". In einem Team voller Unbekannter begann Mays,
seine Mitspieler mit der Formel „Say-hey“ anzusprechen. Das mag
zunächst unhöflich klingen, wurde aber wegen Mays' freundlicher und
umgänglicher Art (und seinem schlechten Namensgedächtnis) als
liebenswerter Wesenszug aufgenommen und so zu seinem Spitznamen.
Nach seiner Rookie-Saison verbrachte Mays beinahe zwei Jahre in der
Armee. Viele Experten sind sich einig, dass Mays wohl Babe Ruths
Homerun-Rekord von 714 geknackt hätte, wenn er diese beiden Spielzeiten
nicht verpasst hätte. Nach seiner Rückkehr zu den Giants begann er dann
1954 endgültig zum Superstar zu avancieren. Mit 41 Homeruns und einem
.345er Schlagdurchschnitt wurde er zum Most Valuable Player der
National League gewählt und führte seine Giants in die World Series
gegen die Indians. Im Nachhinein wurde der Triumph der Giants durch ein
anderes Ereignis beinahe zur Nebensache: Willie Mays' sensationeller
Catch im ersten Spiel der Serie (siehe Video). Was diesen Catch auch
aus heutiger Sicht noch so besonders macht, sind die Dimensionen der
Polo Grounds. Denn Mays fing den Line Drive von Indians-First Baseman
Vic Wertz ungefähr an der 460-Fuß-Marke –eine unvorstellbare Distanz,
wenn man auf die Stadien unserer Zeit blickt. Dass Mays den Ball
anschließend auch noch reaktionsschnell zur zweiten Base feuerte, macht
diese athletische Höchstleistung nur noch bemerkenswerter. Und noch
eines offenbart das Video. Mays war auch ein kleiner Showman. Der
Legende nach hat Mays seine Mützen immer eine Nummer zu groß getragen,
damit sie bei seinen spektakulären Aktionen auch ebenso spektakulär vom
Kopf fliegen. Man muss sich eben auch vermarkten.
THE CATCH
Der Sieg in der '54er World Series sollte seine einzige Meisterschaft
bleiben. Doch persönliche Titel konnte er auch nach dem Wechsel der
Giants nach San Francisco weiter sammeln. Nach einer Saison mit 52
Homeruns wurde er 1965 zum zweiten Mal in seiner Karriere zum MVP der
National League gewählt. Das nächste Ziel war danach, den
Homerun-Rekord der National League, der bis dahin von Mel Ott gehalten
wurde, zu knacken, was ihm wenig später in einem Spiel gegen die
Dodgers auch gelang. Auch die Marke 600 erreichte er, als er 1969 in
San Diego vor nur knapp 5000 Fans einen Ball über das Outfield jagte.
Und wo wir gerade bei Homeruns sind: Mays hält immer noch den
(geteilten) Rekord für die meisten "Long Balls" in einem einzigen Spiel.
Obwohl er von einer Krankheit geschwächt war, schlug er 1961 vier
Homeruns gegen die Milwaukee Braves. Nach diesem Spiel posierte er mit
vier Baseballs in einer Hand. Da offenbarte sich vielen ein weiterer
Teil seines Erfolgsrezepts, seine übergroßen Hände nämlich.
Wenn jemand zum Baseballspielen geboren wurde, dann war es Willie Mays.
- Ted Williams
Ende der 60er Jahre passierte dann das, was bei großen Sportlern immer
passiert. Als man sich schon fast sicher war, dass Mays auch in den
nächsten 20 Jahren noch auf Top-Niveau spielen wird, geschah das
Unvermeidliche. Auch die Leistungen von Willie Mays ließen nach, der
Zahn der Zeit begann auch an einer lebenden Legende zu nagen. Mays
erkannte das selbst und gab zu: „Growing old ist just a helpless hurt.“
Dazu kam die prekäre finanzielle Situation der Giants, die dazu führte,
dass Mays im Alter von 41 Jahren zu den New York Mets getradet wurde.
Die letzten anderthalb Saisons verbrachte er an seiner alten
Wirkungsstätte, wo eine große Karriere 1951 begann und 660 Homeruns,
3283 Hits, zwei MVP-Titel, zwölf Gold Gloves und 21
All-Star-Nominierungen später im Jahre 1973 endete.
Was war nun das Besondere an Willie Mays? Ganz einfach beantwortet: er konnte alles und war ein netter Kerl dazu. Sein Mentor Leo Durocher drückte es wohl am besten aus: „He could do the five things you have to do to be a superstar: hit, hit with power, run, throw, and field.“ Mays war der erste Five-Tool-Player der Geschichte. Er konnte Homeruns schlagen, hatte einen Karriere-Schlagdurschnitt von über .300, war ein exzellenter Basestealer, hatte laut Joe DiMaggio den besten Wurfarm von allen und konnte das Center Field verteidigen, wie keiner vor ihm und vielleicht nur eine Handvoll Spieler nach ihm. Das alles war Willie Mays, darum wurde er von Sporting News hinter Babe Ruth zum zweitbesten Spieler aller Zeiten gewählt. Um mit Ted Williams zu enden: „Wenn jemand zum Baseballspielen geboren wurde, dann war es Willie Mays.“
Die Legenden-Serie, in der wir die besten Spieler in der Geschichte des Baseballs vorstellen wollen, setzt sich in den kommenden Wochen und Monaten fort.
nicht einmal mit Sicherheit sagen, dass er der beste Center Fielder aller Zeiten war. Da wirst du
Joe DiMaggio, Mickey Mantle oder Duke Snider nicht gerecht.
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Dann mal gute Nacht Mets, sollten die es wirklich so doll treiben. Aber selbst die werden kein Ge...
(09-02-2012 18:28)Nico
Solche "Bad contract swaps" a la Milton Bradley gegen Carlos Silva gibt's normalerweise n...
(09-02-2012 16:24)Rene
Es branden immer mal wieder Spekulationen auf, wonach die METS Jason Bay für Burnett traden könnt...
(09-02-2012 15:54)USSFSteeler
Ich glaub so einfach geht das gar nicht
(09-02-2012 09:09)Basti
wegen mir kann er nach japan
(09-02-2012 08:59)wordass