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Tony Gwynn - "Captain Video" trotzt den Power Hittern
Heute wollen wir Euch bei den Legenden mit Tony Gwynn einen Spieler vorstellen, der zu den ganz Großen des Baseballsports zählt. Während seiner Karriere stand er jedoch meist im Schatten von Power Hittern, die ihre Leistung aber nicht immer mit legalen Mitteln verbesserten.
Gwynn hingegen benutzte als einer der ersten die Videoanalyse, um seine Schlagtechnik zu perfektionieren. Lohn für diesen Ehrgeiz war der beste Karriere-Schlagdurchschnitt eines MLB-Spielers seit 60 Jahren.
Tony Gwynn wurde am 09. Mai 1960 in Los Angeles als Sohn von Charles und Vadilla Gwynn geboren. Das Baseballspiel lernte der in bürgerlichen Verhältnissen aufgewachsene Tony gemeinsam mit seinen beiden Brüdern, von denen es später Chris ebenfalls in die MLB schaffte, von seinem Vater. Zu dieser Zeit, als Tony noch zur Grundschule ging, lernte er auch seine Jugendliebe und spätere Ehefrau Alicia kennen, mit der er immer noch verheiratet ist und einen Sohn und eine Tochter hat.Auf der High School zeigte sich dann immer mehr Gwynns sportliches Talent. So war er nicht nur der beste Spieler im Baseballteam, sondern auch bei den Basketballern. Folgerichtig bekam Gwynn 1978 ein Stipendium der San Diego State University, wo er zuerst bei den Korbjägern sportlich Akzente setzen konnte. Als Point Guard des Aztecs-Teams stellte er nämlich einen Schulrekord für Assists auf. Tony Gwynn wurde 1981 am selben Tag von den San Diego Padres und den San Diego (jetzt Los Angeles) Clippers gedraftet, wobei er sich aber dafür entschied, zukünftig den Schläger zu schwingen, statt Basketbälle in Körbe zu befördern.
So kam es, dass Tony im Alter von 22 Jahren - nach nur 158 Minor League Spielen - 1982 sein ersten Major League Spiel absolvierte. In den 54 Spielen seiner ersten Profisaison erzielte er einen Schlagdurchschnitt von .289, wobei dies die einzige MLB-Saison bleiben sollte, in der Gwynns AVG unter .300 blieb. Ein Jahr später verpasste Toni verletzungsbedingt den ersten Teil der Saison und kam auch bei seinen ersten Spielen schwer in Tritt. Dann begann er seine Schläge per Videoaufzeichnung zu analysieren, was ihm dabei half, seinen AVG von .229 auf dann doch noch .309 am Saisonende zu steigern. Das regelmäßige Studium seiner Bewegungsabläufe brachte ihm dann auch bald den Spitznamen "Captain Video" ein, denn Gwynn installierte teilweise mehrere Kameras im Stadium. Gwynn arbeitete während seiner gesamten Karriere an seiner Schlagtechnik und war ständig bemüht, diese zu verbessern. So gelang es ihm, seinen Schlagdurchschnitt kontinuierlich zu steigern und auch im Alter auf hohen Niveau beizubehalten.
1984 war dann das erste große Jahr in seiner Karriere. Gwynn erzielte .351 und gewann damit seinen ersten Batting-Titel in der NL. Dazu wurde er zum ersten Mal für das All-Star-Spiel nominiert und wurde Dritter bei der Wahl zum MVP, dies sollte jedoch die beste Platzierung in seiner Karriere bleiben. Die Padres gewannen mit ihren neuen Star zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte die Meisterschaft in der National League, in der World Series unterlag man jedoch den Detroit Tigers mit 1-4. Während Gwynn in der NLCS gegen die Cubs mit einen AVG von .368 noch äußerst erfolgreich war, konnte er in der WS nur .263 schlagen.
Tony Gwynn - regelmäßiger Besucher der Padres. CC-BY - Foto von ewen and donadel
Neben seiner Treffsicherheit bewährte sich Gwynn auch als exzellenter Defensivspieler, so dass er 1986 den ersten von insgesamt fünf Golden Gloves für seine Leistung im Outfield erhielt. Tony hielt in den folgenden Jahren seinen Schlagdurchschnitt weiterhin deutlich über der .300-Marke, 1987 schlug er sogar .370 und erzielte damit den besten Wert in der MLB seit Stan Musials .376 aus dem Jahr 1948. Aber Tony Gwynn hatte nicht nur ein gutes Auge und einen guten Schwung, was ihm bei seinen Hits zugute kam, sondern er war vor allem in den ersten Jahren in der MLB ein guter Baserunner. So kam er im Laufe seiner Karriere auf 319 Stolen Bases, wobei ihn in einem Spiel sogar mal fünf Steals gelangen. Ab den 1990-Jahren hatte er aber immer wieder mit Knieproblemen zu kämpfen. Er versuchte, diese durch medizinische Eingriffe und Bandagen zu minimieren, die große Zahl an Steals gelang ihm dann aber nicht mehr. Sich mit diversen Verletzungen herumschlagend musste er auch immer wieder Saisonspiele aussetzen.
1994 war ein schwieriges Jahr in Gwynns Karriere. Im Winter zuvor war sein Vater und Mentor verstorben, dazu musste er sich einer weiteren Knieoperation unterziehen und zu allen Übel starb sein Teamkollege Eric Show an einer Überdosis Drogen. Gwynn unterbrach das Training und zog sich niedergeschlagen von der Öffentlichkeit zurück. Dann aber besann er sich, rappelte sich auf und konzentrierte sich wieder voll auf das Baseballspiel. Und wie sich bald zeigen sollte gelang ihm das besser als je zuvor, denn in der durch Streik verkürzten Saison gelang ihm Historisches. Mit einen Schlagdurchschnitt von .394 erzielte er den höchsten Wert seit Ted Williams' .406 aus dem Jahr 1941, dabei fehlten ihm nur drei Hits zur magischen .400-Marke. Bis heute gelang es keinem Spieler mehr, einen derart hohen Saison-AVG in der MLB zu erzielen. Bei der Wahl zum MVP landetet Gwynn allerdings nur auf dem siebten Platz. Sein Pech war, dass er zu einer Zeit spielt, in der Power-Hitter das Geschehen dominierten und da konnte Tony mit seinen zwölf Home Runs nicht mithalten. Dazu kam, dass er seine zahlreichen Hits meist bei leeren Bases schlug und deswegen nur 64 RBIs erzielte.
Aber auch die nächsten drei Saisons konnte Gwynn seinen AVG jeweils über .350 halten. 1998 erreichten die Padres dann zum zweiten Mal die World Series, in der sie auf die Yankees trafen. Gwynn erzielte dabei in 16 At-Bats acht Hits und einen Home Run. Die deutliche 0-4 Niederlage konnte er damit jedoch nicht abwenden und auch bei der Wahl zum MVP zog er den Kürzeren. Denn obwohl er persönliche Saisonbestmarken mit 17 Home Runs und 119 RBIs aufstellte und dazu .372 schlug, reichte es nur zum sechsten Platz. Dies war zugleich die letzte volle Saison von Gwynn. der verletzungsbedingt immer weniger Spiele absolvieren konnte. Nach Ablauf seines Vertrags trat er schließlich 2001 nach 20 Jahren in der MLB zurück.
Gwynn beendete seine Karriere mit einen Schlagdurchschnitt von .338. In der ewigen MLB-Rangliste liegt er damit auf dem 20. Platz, aber er ist er der einzige Spieler, der nach 1945 seine Karriere startete und einen so hohen AVG erreichte. Insgesamt gewann Tony Gwynn achtmal den Batting-Titel der NL und stellte damit den Ligarekord von Honus Wagner ein (AL-Rekord sind elf von Ty Cobb). Dazu überbot er Wagners Rekord aus dem Jahre 1913 mit 18 Saisons in Folge, in denen er über .300 schlug. Gwynn schlug in seiner Karriere 3141 Hits, wobei er jedoch nur relativ bescheidene 135 Home Runs erzielte, galt er doch als klassischer Kontakthitter. Bemerkenswert ist aber die Tatsache, dass er insgesamt nur 434 Mal per Strikeout ins Dugout geschickt wurde (derzeitige Top-Hitter wie Pujols oder Suzuki haben hier doppelt so große Werte).
Tony Gwynn spielte während seiner gesamten Karriere nur bei einem Team - den San Diego Padres, und dies bereits zu einer Zeit, wo Vereinswechsel zum täglichen Business gehörten. Und obwohl das Team aus Kalifornien meist in den Niederungen der Tabelle herumdümpelte, zog es Gwynn nie zu einen der großen Topteams. Dafür kann man den 15-maligen All-Star bis zum heutigen Zeitpunkt unbestritten als besten Padres-Spieler aller Zeiten bezeichnen.
Die Padres ehrten ihren größten Hitter mit einer Statue. CC-BY - Foto von ewen and donadel
Gwynn schaffte es zwar nie zum MVP, dafür wurde er 2007 beim ersten Anlauf mit einen sensationellen Ergebnis von 97,61% der Stimmen in die Hall of Fame gewählt. Bezeichnend dabei war auch, dass bei der Wahl eben jene Home-Run-Könige scheiterten, in deren Schatten er während seiner Karriere oftmals stand. Die Padres ehrten ihren großartigen Hitter, indem sie vor den heimischen PETCO-Park eine Tony-Gwynn-Statue aufstellten.
Sein Sohn Tony Gwynn Junior versucht derzeit bei den Padres in die übergroßen Fußstapfens seines Vaters zu treten. Gwynn Senior hingegen coacht derzeit die San Diego State Universität, die unter seiner Obhut mit Stephen Strasburg ein weiteres Juwel hervorgebracht hat.
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Dann mal gute Nacht Mets, sollten die es wirklich so doll treiben. Aber selbst die werden kein Ge...
(09-02-2012 18:28)Nico
Solche "Bad contract swaps" a la Milton Bradley gegen Carlos Silva gibt's normalerweise n...
(09-02-2012 16:24)Rene
Es branden immer mal wieder Spekulationen auf, wonach die METS Jason Bay für Burnett traden könnt...
(09-02-2012 15:54)USSFSteeler
Ich glaub so einfach geht das gar nicht
(09-02-2012 09:09)Basti
wegen mir kann er nach japan
(09-02-2012 08:59)wordass