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The Yankee Clipper - Joe DiMaggio

 
Autor: Philipp Würfel Sonntag, 13. Dezember 2009
 
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Statue von Joe DiMaggio in Chicago (CC-BY-ND - Foto von Catchpenny)

“I'd like to thank the good Lord for making me a Yankee." Auch wenn kein einfacher Charakter als Mensch, Joltin‘ Joe DiMaggio war einer der ganz großen Spieler in der Geschichte des Baseballs.

In 13 Jahren Major League Baseball sammelte einer der besten Center Fielder überhaupt insgesamt neun World-Series-Titel und drei MVP-Awards. Sein Hitting Streak ist wohl ein Rekord für die Ewigkeit.

Dank seiner turbulenten Beziehung mit Hollywoodikone Marilyn Monroe war er zudem nicht nur im Baseball ein Star, sondern auch in der Weltöffentlichkeit gut bekannt.

Kindheit am Fisherman’s Wharf

Joseph Paul DiMaggio Jr. wurde am 25. November 1914 nördlich von San Francisco in Martinez/Kalifornien geboren. Die DiMaggios waren eine italienische Fischerfamilie mit insgesamt neun Kindern. Als Joe ein Jahr alt war, zogen sie nach San Francisco, wo er am Fisherman’s Wharf aufwuchs. Er begann Baseball zu spielen, um nicht mit seinem Vater auf dem Boot herausfahren zu müssen.

Den Sport lieben lernte DiMaggio aber erst, als ihm 1933 ein Hitting Streak über 61 Spiele in der Pacific Coast League für die San Francisco Seals gelang. Sein Bruder Vince, der für die Seals spielte, hatte im Herbst zuvor den Manager davon überzeugt, Joe als Shortstop aus einer Amateurliga heraus zu verpflichten. Der Minor-League-Rekord hat auch heute noch Bestand.

Ein Jahr später hätte seine Profikarriere fast ein jähes Ende gefunden, als er aus einem Taxi stieg und sich unglücklicherweise die Bänder im linken Knie riss. Die Seals, die DiMaggio verkaufen wollten, mussten noch warten. Die Cubs lehnten aufgrund der Verletzung ein Tryout ab. Die Yankees hingegen ließen sich von Scout Bill Essick überzeugen und verpflichteten DiMaggio im November 1934. Die nächste Saison spielte er noch in der PCL und gewann den MVP-Award mit einem Schlagdurchschnitt von .398, 34 Home Runs und 154 RBI, ehe er die Reise in die Bronx antrat.

Einer der ganz großen Yankees

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Berühmte Worte von Joe DiMaggio (CC-BY-SA - Foto von majorvols)

Von den Journalisten als Inkarnation von Babe Ruth, Ty Cobb und Shoeless Joe Jackson angepriesen, debütierte Joe DiMaggio am 3. Mai 1936 in der MLB und enttäuschte die Erwartungen keineswegs. Gleich in seiner ersten Saison führte er die Bronx Bombers zusammen mit Lou Gehrig zum ersten World-Series-Titel seit 1932. Er schlug .323 mit 29 Home Runs, 15 Triples, 44 Doubles, 132 Runs und 125 RBI.

Drei weitere Meisterschaften folgten bis 1939. Insgesamt neun World Series gewann DiMaggio mit den Yankees. 1939, 1941 und 1947 wurde er zum Most Valuable Player in der American League ernannt. In 12 seiner 13 Jahre in der MLB, erhielt er Stimmen bei dieser Wahl. In jeder Saison seiner 13-jährigen Karriere wurde er zum All-Star-Spiel eingeladen.

Insgesamt schlug er in 1736 Spielen .325 (OBP .398/SLG .579) und verbuchte 2.214 Hits, 361 Home Runs, 1.390 Runs und 1.537 RBI. Er kassierte dabei nur 369 Strikeouts. Seine Home-Run-Marken wurden als Rechtshänder erwiesenermaßen durch die Dimensionen im Leftfield des Yankee Stadiums geschmälert. Bill James berechnete später, dass DiMaggio der Spieler in der Geschichte des Baseballs ist, der am meisten durch seinen Heimballpark beeinträchtigt wurde.

Nichtsdestotrotz änderten die fehlenden Home Runs nichts an DiMaggios Reputation als einer der besten Spieler überhaupt. Er gewann nicht nur neun der zehn World Series, in denen er teilnahm, sondern auch zwei Batting Title (1939,1940), führte die Liga zweimal bei den Home Runs an (1937, 1948), dreimal in Total Bases (1937, 1941, 1948) und zweimal in Runs Batted In (1941, 1948). Im Februar 1949 unterschrieb er zudem als erster Spieler einen Vertrag über 100.000 Dollar.

Er beendete seine Karriere nach der Saison 1951, da er nicht mehr das Gefühl hatte, dass sich die Leiden des Baseballalltags lohnten. Auch fürchtete er wohl seinen Status als Star des Teams an den aufstrebenden Mickey Mantle zu verlieren, mit dem er in seinem letzten Jahr zusammen das Outfield patrouillierte. Die Brooklyn Dodgers boten ihm 1953 den Manager-Posten an, den er aber ablehnte. Er arbeitete noch einige Jahre als Batting Coach für die Yankees in Florida, hatte ansonsten aber nichts mehr mit dem Sport zu tun.

DiMaggios Rückennummer fünf wurde schon ab 1952 nicht mehr vergeben. Drei Jahre später wurde er in die Baseball Hall of Fame in Cooperstown/New York aufgenommen. Im Yankee Stadium erhielt er später ein Denkmal im Monument Park. Diese Ehre wurde neben ihm nur Babe Ruth, Lou Gehrig, Mickey Mantle und Miller Huggins zu teil. Zudem wurde der West Side Highway in Manhattan in Joe DiMaggio Highway umbenannt.

56 Spiele in Folge mit einem Hit

Seine bekannteste und wohl auch einmaligste Leistung war sicherlich sein Hitting Streak über 56 Partien in der Saison 1941. Dieser Major-League-Rekord hat noch heute Bestand und kein anderer Spieler kam seitdem auch nur annähernd an diese Marke heran. Der Hitting Streak begann am 15. Mai gegen die White Sox und endete am 17. Juli gegen die Indians, als Third Baseman Ken Kelter DiMaggio mit zwei Backhand-Plays zweier Hits beraubte.

Während des Hitting Streaks gelangen ihm 91 Hits in 223 At-Bats (.408), inklusive 15 Home Runs (SLG .717), 56 Runs und 55 RBI. Am Ende der Saison (.357/.440/.643, 193 H, 122 R, 30 HR, 125 RBI, 13 SO) gewann DiMaggio nicht nur den MVP-Award, obwohl Bostons Ted Williams in dem Jahr .406 schlug. Er erreichte auch die World Series gegen die Brooklyn Dodgers und tütete Titel Nummer fünf ein.

Joe DiMaggios Brüder

Joe DiMaggio war nicht der Einzige aus seiner Familie, der es in die MLB schaffte. Vince DiMaggio, der seinen Bruder einst bei den Seals unterbrachte, spielte in der National League. Er debütierte 1937 für die Boston Bees und zudem für die Cincinnati Reds, Pittsburgh Pirates, Philadelphia Phillies und New York Giants. In 1.110 Partien schlug der Outfielder .249 (OBP .324/SLG .413) mit 959 Hits, 125 Home Runs, 491 Runs und 584 RBI.

Sein jüngerer Bruder Dominic DiMaggio, auch „The Little Professor“ genannt, spielte ausgerechnet beim Erzrivalen Boston Red Sox. Der defensivstarke Outfielder und siebenmalige All-Star feierte 1940 sein Debüt und schlug in 1.399 Spielen .298 (OBP.383/SLG .419) mit 1.680 Hits, 87 Home Runs, 1.046 Runs und 618 RBI. Dom DiMaggio selbst versuchte sich 1949 am Hitting Streak seines Bruders, wurde aber nach 34 Partien gestoppt. Der Red-Sox-Rekord steht aber noch immer.

Joe D und der 2. Weltkrieg

Wie auch viele andere Baseballspieler wurde Joe DiMaggio während dem zweiten Weltkrieg eingezogen. Zwischen Februar 1943 und September 1945 stand er in Diensten der United States Army Air Forces. Er sah ein Schlachtfeld nie aus der Nähe und war in Kalifornien, Hawaii und New Jersey stationiert. Gerüchte besagen, dass die Kommandanten darum gerungen haben DiMaggio in ihrer Einheit zu haben, damit er für ihre Teams Baseball spielen konnte. Seine Eltern, als Italiener Kriegsgegner der Amerikaner, hatten besonders nach dem Angriff auf Pearl Harbour wie auch Tausende andere Immigranten, zu leiden und mussten Einschränkungen hinnehmen.

Auch kein Unbekannter im Boulevard

Babe Ruth vor ihm und Mickey Mantle nach ihm, ließen es sich im New Yorker Nachtleben des Öfteren gut gehen. Auch Joe DiMaggio war kein Fremder in den Clubs des Big Apple. Doch er war bei weitem nicht so extrovertiert, sondern eher in sich gekehrt. Manch einer bezeichnete ihn gar als Egoisten. 1937 lernte er die Schauspielerin Dorothy Arnold kennen, die er zwei Jahre später heiratete. Im Oktober 1941 bekam das Ehepaar einen Sohn, Joseph Paul DiMaggio III. Die Ehe hielt nicht lange. Nach zwei Jahren des Hin und Her folgte die Scheidung 1944.

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Noch heute werben New Yorker Kneipen mit dem Paar DiMaggio-Monroe (CC-BY - Foto von Wyscan)

Nach dem Ende seiner Karriere lernte DiMaggio Marylin Monroe kennen. Im Januar 1954 heirateten die beiden in San Francisco. Was folgte war eine turbulente Partnerschaft mit Eifersuchtsdramen, die ausgiebig von der Presse beleuchtet wurden. Während DiMaggio seinen Ruhestand genießen wollte, begann der Aufstieg von Monroe zur Ikone gerade und nur 274 Tage später reichte sie die Scheidung ein.

Danach gab es immer wieder Gerüchte um neue Beziehungen mit anderen Frauen, doch über Monroe kam er nie hinweg. Nach deren gescheiterten Ehe mit Arthur Miller holte DiMaggio 1961 sie aus einer psychiatrischen Anstalt und wollte sie wieder heiraten. Doch dazu kam es nicht, da Monroe 1962 tot aufgefunden wurde. Er arrangierte die Beerdigung und lebte fortan zurückgezogen in New York, Kalifornien und Florida.

Am 8. März 1999 starb Joe DiMaggio im Alter von 84 Jahren in Florida an Lungenkrebs. Als letzte Worte wurden „I‘ll finally get to see Marilyn.” überliefert.

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