Banner
Banner
 

Umfrage der Woche

 
In welches Team passt Roy Oswalt am besten?
 
 
 

Wer ist online?

 
Gäste: 33 | Insider: 1
 
 

Neue Kommentare

 
 
 

Neuester Insider

 
 
 

Ted Williams - The Splendid Splinter

 
Autor: Michel Romang Sonntag, 04. Januar 2009
 

In unserer Serie über Baseball-Legenden geht es dieses Mal um Theodore Samuel, genannt Ted, Williams. Er war unbestritten einer der besten Hitter der Baseball-Geschichte. Hätte er nicht insgesamt beinahe fünf Jahre in der US-Marine verbracht, wer weiss, was Ted Williams sonst noch alles erreicht hätte.

Ted Williams wurde am 30. August 1918 in San Diego geboren. Sein Name sollten an den früheren US-Präsidenten Theodore „Teddy“ Roosevelt erinnern. Schon während der High School Zeit begann er mit dem Baseballspiel. Aus dieser Zeit stammt auch ein erstes Zitat: „Ich will als bester Hitter aller Zeiten gehandelt werden.“ Es zeugt davon, dass es Williams nicht an Selbstvertrauen mangelte. Mit 17 Jahren unterschrieb seine Mutter einen Vertrag mit den San Diego Padres, da sie den jungen Teddy von der Heimat weggehen lassen wollte, auch wenn lukrative Angebote aus St. Louis und New York bestanden. Doch schon im Dezember desselben Jahres kaufte ein anderes Team diesen Vertrag – die Boston Red Sox, bei welchen Williams seine ganze Karriere verbringen wird. 1938 versuchten die Red Sox den Neuling an die Major League heran zu führen, doch weigerte sich dieser im Spring Training im Outfield zu spielen – es ging ihm nur ums Hitting, Bälle schlagen, Home Runs erzielen. Die anderen Outfielder der Red Sox hänselten ihn und er wurde ins Farm Team geschickt. In seiner Wut sagte er, dass er in Zukunft mehr Geld verdienen werde, als alle drei momentanen Outfielder der Sox zusammen. Eine mutige These, doch sie wird sich bewahrheiten!

Am 20. April 1939 begann schliesslich die Major League-Karriere von Ted Williams. Er bestritt sein erstes Spiel für die Boston Red Sox als Left Fielder im Yankee Stadium gegen die New York Yankees. Er beendete sein Rookiejahr mit 31 Homeruns, einer Batting-Average von .327 und 145 RBIs. Damit ist er noch heute der einzige Baseball-Spieler, der als Rookie die meisten RBIs der gesamten Liga erzielte. In dieser Saison erhielt er seinen ersten Übernamen: The Splendid Splinter.

Am 24. August 1940 stand Williams zum einzigen Mal in seiner Profikarriere auf dem Mound. Gegen die Detroit Tigers warf er zwei Innings, in welchen er einen Run und drei Hits zuliess, jedoch auch ein Strikeout verbuchen konnte.

Das wohl beste Jahr als Hitter hatte The Splendid Splinter 1941. Er erreichte 37 Homeruns und 120 RBIs. Was jedoch deutlich überwog, waren seine on-base-percentage von .553 und ein Schlagdurchschnitt von .406. Seine OBP war Major League-Rekord, bis im Jahr 2002 Barry Bonds eine OBP von .582 verzeichnen konnte. Unerreicht ist jedoch nach wie vor der Schlagdurchschnitt von .406. Seit 1941 hat es kein Hitter mehr geschafft einen Durchschnitt von über .400 zu erreichen. Auch in diesem Jahr bewies Williams sein enormes Selbstvertrauen. Einen Tag vor Ende der Saison hatte er eine Batting-Average von .39955, welche auf .400 aufgerundet würde. Sein damaliger Manager, Joe Cronin, riet ihm, im Doubleheader nicht anzutreten, damit der Schnitt nicht unter die magische Grenze falle. Doch Williams wollte spielen – und er traf den Ball in acht Versuchen sechs Mal. Doch die Medien kümmerten sich damals mehr um Joe DiMaggio, welcher den noch heute bestehenden Hitting-Streak von 56 Spielen in Folge aufstellte. Im Jahr darauf revanchierte sich Williams auf seine Art und Weise und holte sich seine erste Triple Crown. Dies bedeutet, dass er die Liga in Homeruns (36), RBIs (137) und Schlagdurchschnitt (.356) anführte – jedoch reichte es auch diesmal nicht zum MVP.

Ab 1943 begann ein anderes Kapitel im Leben von Ted Williams. Er meldete sich freiwillig zum Dienst bei der United States Marine, bei welcher er als Flug-Instruktor fungierte. Während dreier Jahre des 2. Weltkrieges bildete er junge Marines auf der F4U Corsair aus und war in Pensacola als auch in Pearl Harbor stationiert.

1946 kehrte The Splendid Splinter zu den Boston Red Sox zurück. Er wurde sogleich zum wertvollsten Spieler der American League gekürt und nahm zum einzigen Mal seiner Karriere an der World Series teil. In dieser spielte Williams jedoch weit unter seiner Normalform – er erreichte einen Schlagdurchschnitt von nur .200. Dies lag insbesondere daran, dass die gegnerische Defense den sogenannten „Williams Shift“ vollzog, wobei sich fünf bis sechs Spieler auf die rechte Seite der zweiten Base begeben. Williams war bekannt dafür, dass er als Links-Schläger den Ball mehrheitlich in Richtung Right Field schlug.

Nach einer weiteren Triple Crown 1947 und seinem zweiten MVP-Titel 1949 wurde Williams 1952 erneut in den Krieg geschickt. Dieses Mal musste er im Koreakrieg seine Dienstzeit leisten. Er flog insgesamt 39 Einsätze.

Nach dem Krieg spielte „Teddy Ballgame“ (ein weitere Übername von Williams) weiter Baseball bei den Red Sox. Jedoch sträubte sich sein Körper je länger je mehr gegen die immensen Anstrengungen. Dennoch gelang ihm 1957 die beste Saison eines „veteran players“. Im Alter von 39 Jahren schlug er noch 38 Homeruns und hatte einen Schlagdurchschnitt von .388. In seinem allerletzten At-Bat am 28. September 1960 schlug Williams seinen 521. Homerun. John Updike schrieb zu diesem Homerun in „The New Yorker“ den Aufsatz „Hub Fans Bid Kid Adieu“, welcher als einer der besten Beiträge im amerikanischen Sport-Journalismus gilt.
Williams beendete seine Karriere nach 2292 Spielen mit 521 Homeruns, 1839 RBIs und einem Schlagdurchschnitt von .344

Von 1969 bis 1972 versuchte sich Ted Williams noch als Manager bei den Washington Senators (später Texas Rangers). Leider verlief dieses Intermezzo nicht sehr erfolgreich.

Bereits 1966 wurde Ted Williams in die Baseball Hall of Fame aufgenommen. Eine weitere Ehre kam ihm 1984 zu Teil, als die Boston Red Sox „seine“ Nummer 9 verewigten. Damit kann kein Red Sox-Spieler diese Nummer je wieder tragen.
1994 eröffnete das Ted Williams-Museum seine Pforten – zunächst in Hernando, Florida, und dann ab 10. April 2006 in St. Petersburg, Florida. Gleichzeitig öffnete auch die Hitters Hall of Fame ihre Türen. Beide Museen liegen hinter dem Right Field im Tropicana Field, dem Heimstadion der Tampa Bay Rays.

Ted Williams verstarb im Alter von 83 Jahren in Crystal River, Florida. Nach langwierigen Problemen mit seinem Herzen, stand es am 5. Juli 2002 still. 

Kommentare
RSS
Erich
(Publisher) 04-01-2009 22:51
Hallo,



mal wieder ein überaus guter und Interessanter Artikel aus der Rubrik History.



Meines Wissens war Williams der beste Spieler der niemals eine World Series gewinnen konnte.



Er spielte leider zur falschen Zeit bei den RedSox, die damals gegen die übermächtigen Yankees keine
Chance hatten.

Dass seine 0.4 AVG eine hervorragende Leistung waren hat man ja heuer gesehen, als selbst ein sehr
starker C. Jones diese Marke lediglich ein paar Wochen halten konnte.
 
avatar
Marcus
(Administrator) 05-01-2009 00:36
"der beste Spieler, der nie eine World Series gewinnen konnte..."



Nee, das ist Alex Rodriguez. Aber ich hoffe einfach mal, dass er diesen Titel bald wieder an Ted
zurückgeben kann.. :x
 
Patrick Krämer
(84.59.132.xxx) 05-01-2009 07:36
Ich glaube über die Frage A-Rod oder Williams sollte man in einigen Jahren nochmal sprechen, falls
A-Rod dann immernoch keinen Ring haben sollte.
 
Thomas
(Registered) 05-01-2009 16:56
Ich glaube, die Frage wird man auch dann nicht stellen müssen, weil A-Rod bestimmt nicht mehr die
Klasse eines Ted Williams erreichen wird. Bei aller Rücksicht auf unterschiedliche Zeiten, etc.:
Williams hat zu einer Zeit mit größeren Ballparks und weniger Teams (besseres Pitching?) Zahlen
erreicht, von denen A-Rod nur träumen kann. Wenn man dann noch bedenkt, dass Williams im Alter von
24 bis 27 drei Jahre nicht spielen konnte, weil er im Krieg war - und das nachdem er die legendäre
.406-Saison bereits mit 22 Jahren hatte - dann sind ihm die vielleich produktivsten Jahre seiner
Karriere geraubt worden. Im Alter von 33/34 verpasste er erneut zwei Jahre wegen des Korea-Krieges.

Selbst wenn es A-Rod irge...
 
avatar
Marcus
(Administrator) 05-01-2009 17:44
Sorry, aber das Pitching ist heute viel besser als damals! Und dennoch wird Alex Rodriguez am Ende
seiner Karriere wohl die meisten Home Runs, RBI und Runs aller Zeiten haben und eine Chance, der
zweite 500-500-Spieler zu werden, hat er auch. Im 40-40 Club ist er und selbst wenn Ted ein besserer
Hitter war (Hitter, nicht Slugger!), ist A-Rod der beste Allroundspieler überhaupt. Aber ich bin mir
ziemlich sicher, dass er doch noch einen Ring (mind. einen) bekommen wird...
 
Patrick Krämer
(213.61.190.xxx) 05-01-2009 18:12
Bei dem Allroundspieler geb ich Dir uneingeschränkt recht!
 
Michael
(Registered) 05-01-2009 22:31
Marcus, auf was stützt du überhaupt deine Behauptungen? A-Rod und Williams lassen sich unheimlich
gut vergleichen, da sie zum aktuellen Zeitpunkt beinahe exakt gleich viele At Bats haben. Williams
führt in fast allen Statistiken - und zwar deutlich: AVG: .344 zu .306; SLG: .634 zu .578; OBP: .482
zu .389 . Ich könnte ewig weiter machen. Zudem war das Verhältnis von Pitching zu Batting zu
Williams' Zeiten nicht günstiger als heute. Im Gegenteil. Ich habe gerade mal ein Beispiel
nachgeschaut: als Williams 1958 im Alter von 39 Jahren noch einmal eine Fabelsaison mit .388 AVG
ablieferte, lag der Liga-Durchschnitt bei .255 . Die Yankees hatten in diesem Jahr ein Team-ERA von
lediglich 3.00 . Die Ära war deut...
 
avatar
Marcus
(Administrator) 05-01-2009 22:56
Sorry, aber deine letzte Bemerkung allein macht es völlig unnötig, mit dir weiter zu diskutieren! Du
kannst ein Regular Season Spiel nicht mit einer Jux-Veranstaltung wie dem Home Run Derby
vergleichen! :roll
 
Michael
(Registered) 05-01-2009 23:08
So leicht kann man alle Gegenargumente vom Tisch wischen...
 
avatar
Johannes
(Publisher) 05-01-2009 23:46
Ich finde Vergleiche über so große Zeiträume immer schwierig. Die Zahlen alleine kann man nicht als
Maßstab heranziehen - wie ich finde - weil die Umstände, unter denen sie zu Stande gekommen sind,
nicht gleich sind. Und so sind die subjektiven Vergleichsmaße einfach größer als die objektiven. Ich
finde es bei einer Spielerbeurteilung aber auch immer wichtig, die Persönlichkeit und Fairness eines
Spielers zu beurteilen. Bei A-Rod kommt mir da immer dieser Zwischenfall in den Kopf, als er hinter
einem Infielder bei einer Popup-Situation lief und den vermutlich mit einem Zuruf verwirrte, so dass
der Infielder dachte, der Shortstop hinter ihm hätte gerufen. So was ist einfach bescheuert. Aber
auch hier kan...
 
Nur registrierte Benutzer können Kommentare schreiben!

History