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St. Louis Cardinals

 
Autor: Philipp Würfel Montag, 28. Januar 2008
 

St. Louis Cardinals

1892 - 1919

Die St. Louis Cardinals bestritten am 2. Mai 1892 ihr erstes Spiel in der National League. Gegründet wurden sie 1882 als St. Louis Brown Stockings und spielten zunächst in der American Association. Zwischen 1885 und 1888 gewannen sie vier Meisterschaften, 1886 sogar das Duell gegen den Sieger der National League, die Chicago White Stockings. Es war das einzige Mal, dass bei diesem Vorgänger der World Series der Vertreter der American Association gewann. Nachdem diese Bankrott gegangen war, traten die St. Louis Brown Stockings 1892 als eines von vier neuen Teams der National League bei. Sie beendeten die Saison mit einer Bilanz von 56-94.

Die ersten Jahre ihres Bestehens waren gekennzeichnet von Misserfolgen und so erreichten sie in den Jahren von 1893 bis 1898 als bestes Saisonergebnis den neunten Platz der lediglich zwölf Teams umfassenden National League. Tiefpunkt war die Saison 1897, wo sie mit einer Bilanz von 23-102 und 23,5 Spielen Rückstand auf den Vorletzten die rote Laterne inne hatten.

Die Geburtsstunde der heutigen St. Louis Cardinals lag im Jahr 1899: Pläne der National League die Anzahl der Teams von zwölf wieder auf acht zu beschränken gefährdeten die Existenz. Zudem hatte das Unternehmen des damaligen Teambesitzers Chris von der Ahe Bankrott erklärt. Frank und Stanley Robison, die bis dahin die Besitzer der Cleveland Spiders gewesen waren, übernahmen das Team und brachten einige der Stars aus Cleveland mit nach St. Louis, allen voran Cy Young. Sie fuhren 87 Siege ein und konnten zum ersten Mal eine positive Bilanz in der National League vorweisen. Sie änderten den Namen in Perfectos und trugen, die bis heute, typische Teamfarbe rot. Sportjournalist Willie McHale (St. Louis Republic) benutzte in seinen Kolumnen den Namen Cardinals als Spitzname. Dieser gefiel den Fans so gut, das sie das Team 1900 auch offiziell umbenannten.

Doch auch unter dem neuen Namen blieb der Erfolg aus. Zwischen 1900 und 1919 gelang es dem Team nur viermal eine Saison mit einer positiven Bilanz abzuschließen. Achtmal wurde man sogar Letzter oder Vorletzter. Hinzu kam, dass die Cardinals mit den St. Louis Browns in der American League Konkurrenz innerhalb der Stadt bekommen hatte. Man musste den eigenen Ballpark Robinson Field verkaufen und spielte fortan zusammen mit dem Stadtrivalen im Sportsman's Park. Auf längere Sicht sollte sich dies aber positiv auswirken. Denn mit dem Erlös wurde das erste Farmsystem im Baseball installiert. Mit dieser Talentschmiede im Rücken sollte es ihnen gelingen, in die oberen Regionen der National League aufzusteigen.

1920 - 1946

Rogers Hornsby führte die Cards in den 1920er Jahren zu neuen Höhen. 1922 (.401, 42 Home Runs, 152 RBI)  und 1925 (.403, 39 Home Runs, 143 RBI) gewann er jeweils die Triple Crown in der National League. Sechsmal erhielt er den Batting Title, unter anderem 1924 mit einem Schlagdurchschnitt von .424.

Nachdem sich der Aufwärtstrend abzeichnete, schlug sich dies 1926 auch in Zählbarem wieder. St. Louis gewann die World Series in sieben Spielen gegen Babe Ruth und die New York Yankees. Zwei Jahre später nahmen diese Revanche. Auch 1930 unterlagen sie in der World Series, diesmal den Philadelphia Athletics. 1931 folgte der zweite Titel, als sie die A's in sieben Spielen besiegten. Nach drei Jahren Pause folgte Nummer drei 1934 gegen die Detroit Tigers (wiederum in sieben Spielen).

Durch einen phänomenalen Endspurt glückte den Cardinals 1942 der erneute Einzug in die World Series. Sie gewannen 43 ihrer letzten 51 Spiele, wodurch sie einen Rückstand von 10,5 Spielen auf die Brooklyn Dodgers aufholten und das Rennen in der National League mit einer Bilanz von 106-48 für sich entschieden. Im Anschluss daran bezwangen sie in der World Series die New York Yankees nach einer Auftaktniederlage in fünf Spielen. 1943 revanchierten sich die Bronx Bombers erneut und schlugen die Cardinals in fünf Spielen.

Im darauffolgenden Jahr gelang ihnen die dritte World-Series-Teilnahme in Folge. Es war eine besondere, denn der Gegner waren die Stadtrivalen der St. Louis Browns, die in diesem Jahr an ihrer einzigen World Series teilnahmen. In der sogenannten "Streetcar Series" behielten die Cardinals mit 4-2 die Oberhand.

1946 standen erstmals zwei Mannschaften am Saisonende mit der gleichen Bilanz an der Spitze. Sowohl die Cardinals als auch die Brooklyn Dodgers hatten die Saison mit 96 Siegen und 58 Niederlagen beendet. Die Cardinals entschieden die Entscheidungsspiele für sich. In der World Series triumphierten sie in sieben Spielen gegen die Boston Red Sox.

1947 - 1967

Nach dieser langen Zeit der Erfolge dauerte es bis 1964, das sie erneut Plaoffluft schnuppern durften. Zwischendurch wurde das Team an die Anheuser-Bush-Familie verkauft. Sie renovierten den mittlerweile in ihren Besitz übergegangenen Sportsman's Park und benannten ihn 1954 in Bush Stadium um. Der Stadtrivale Browns musste die Segel streichen und zog nach Baltimore um.

Geprägt wurde diese Ära von Stan Musial, der in 22 Jahren mit den Cardinals insgesamt 3630 Hits und 475 Homeruns erzielen konnte. In seiner Karriere kam er auf einen Schlagdurchschnitt von .331. Sieben Mal konnte er den Batting Title in der National League für sich entscheiden. Er erhielt drei MVP-Awards und tauchte insgesamt neun Mal in den Top 5 dieser Wertung auf. Seit seinem Rücktritt 1963 wird seine Rückennummer sechs in St. Louis nicht mehr vergeben.

1964 führten Spieler wie Bob Gibson und Lou Brock die Cardinals wieder in die World Series, in der sie die Yankees in sieben Spielen bezwingen konnten. Zwei Jahre später eröffnete das neue Stadion im Zentrum von St. Louis, das ebenfalls Busch Stadium getauft wurde.

In einer Wiederholung der World Series von 1946 besiegten die Cardinals 1967 erneut in sieben Spielen die Boston Red Sox. In der darauffolgenden Saison dominierte Pitcher Bob Gibson nach Belieben. Mit einer Bilanz von 22-9 und einem ERA von 1.12 entschied er sowohl die Cy Young Award, wie auch die MVP-Wertung für sich. Es reichte dennoch nur zum National League Titel, da man in der World Series trotz einer 3-1 Führung gegen die Tigers nicht gewinnen konnte.

1968 - 1987

In den folgenden Jahren blieb es ruhig um die Cardinals. 1979 schlug Lou Brock gegen die Cubs seinen dreitausendsten Hit und übernahm wenige Wochen später mit seiner 938. gestohlenen Base die Spitzenposition in der ewigen Bestenliste der Major League.

1982 schafften es die Cardinals unter der Führung ihres Managers Whitey Herzog zurück in die Playoffs, in denen sie zunächst die Atlanta Braves in drei Spielen bezwangen, ehe sie in der World Series die Milwaukee Brewers 4-3 besiegten.

1985 gewannen die Cardinals erneut die National League East und setzten sich in der Championship Series mit 4-2 gegen die Los Angeles Dodgers durch. In der World Series kam es dann zum Duell mit dem Bundesstaatsrivalen, den Kansas City Royals. Die Cardinals gewannen drei der ersten vier Spiele und verloren dennoch die Serie.

1987 kehrten die Cardinals nach einem 4-3 über die San Francisco Giants zurück in die World Series, in der sie den Minnesota Twins in sieben Spielen unterlagen.

1995 - 2009

1995 wurde bei den St. Louis Cardinals eine neue Ära eingeleitet. Das Team wurde von Anheuser-Busch an eine Gruppe von Cardinals-Fans um William DeWitt Jr. verkauft. Tony LaRussa wurde 1996 verpflichtet. Gleich in seiner ersten Saison gewannen die Cardinals die NL Central Division, scheiterten jedoch später in der Championship Series trotz einer 3-1 Führung an den Atlanta Braves.

1998 gelang es Mark McGwire, der 1997 verpflichtet worden war, den bis dahin bestehenden Rekord von 61 Home Runs in einer Saison von Roger Maris zu brechen, und mit 70 Home Runs eine neue Bestmarke aufzustellen. Diese Marke steht unter dem Verdacht mit Dopingmitteln erreicht worden zu sein. Von 2000 bis 2002 erreichten die Cardinals zwar die Playoffs, schieden dabei aber jeweils frühzeitig aus.

2004 erreichten sie die World Series gegen die Boston Red Sox, hatten dort aber keine Chance und verloren in vier Spielen. Nachdem sie 2005 knapp am Einzug ins Endspiel gescheitert waren, machten sie es 2006 besser. Trotz einer durchschnittlichen regulären Saison mit einer Bilanz von 83-79 überraschten sie im Oktober die Titelanwärter und feierten ihren 10. Titel nach Siegen gegen die San Diego Padres, New York Mets und Detroit Tigers.

Die Cardinals erreichten erst 2009 wieder die Playoffs, schieden jedoch frühzeitig aus, und dies obwohl ihre Spieler bei den Awards vorne landeten. Allen voran der beste Spieler der MLB Albert Pujols, der als erster Cardinals-Spieler zweimal in Folge MVP wurde und mit insgesamt drei Titels zu der Legende Stan Musial aufschloss. Pujols, dessen Vertag 2010 ausläuft zu halten, wird dann auch die Hauptaufgabe für das Front Office.

Namen, Ballparks, Erfolge, Awards ...

Team-Namen:
St. Louis Brown Stockings 1892-98
St. Louis Perfectos 1899
St. Louis Cardinals seit 1900

Ballparks:
Robison Field 1892-1920
Sportsman's Park 1920-1966 (1953-1966 Busch Stadium)
Busch Stadium II  1966-2005
Busch Stadium III seit 2006

Manager:
Jack Glasscock 1892
Cub Stricker 1892
Jack Cooke 1892
George Gore 1892
Bob Caruthers 1892
Bill Watkins 1893
Doggie Miller 1894
Al Buckenberger 1895
Chris Von Der Ahe 1895
Joe Quinn  1895
Larry Phelan 1895
Harry Didderbrock 1896
Arlie Latham 1896
Chris Von Der Ahe 1896
Roger Connor 1896
Tommy Dowd 1896-1897
Hugh Nicol 1897
Bill Hallman 1897
Chris Von Der Ahe 1897
Tom Hurst 1898
Patsy Tebu 1899-1900
Louie Heilbroner 1900
Patsy Donovan 1901-1903
Kid Nichols 1904-1905
Jimmy Burke 1905
Matt Robinson 1905
John McCloskey 1906-1908
Roger Bresnahan 1909-1912
Miller Huggins 1913-1917
Jack Hendricks 1918
Branch Rickey 1919-1925
Rogers Hornsby 1925-1926
Bob O'Farrell 1927
Bill McKechine1928
Billy Southworth 1929
Gabby Street 1929
Bill McKechine 1929
Gabby Street 1930-1933
Frankie Frisch 1933-1938
Mike Gonzales 1938
Ray Blades  1939-1940
Mike Gonzales 1940
Billy Southworth 1940-1945
Eddie Dyer 1946-1950
Marty Marion 1951
Eddie Stanky 1952-1955
Harry Walker1955
Fred Hutchinson 1956-1958
Stan Hack 1958
Solly Hemus 1959-1961
Johnny Keane 1961-1964
Red Schoendist 1965-1976
Vern Rapp 1977-1978
Jack Krol 1978
Ken Boyer 1978-1980
Jack Krol 1980
Whitey Herzog 1980
Red Schoendist 1980
Whitey Herzog 1981-1990
Red Schoendist 1990
Joe Torre 1990-1995
Mike Jorgensen 1995
Tony LaRussa seit 1996

Erfolge:
World Series Gewinner: 1926, 1931, 1934, 1942, 1944, 1946, 1964, 1967, 1982, 2006
National League Champion: 1926, 1928, 1930, 1931, 1934, 1942, 1943, 1944, 1946, 1964, 1967, 1968, 1982, 1985, 1987, 2004, 2006
Division Champion: 1982, 1985, 1987, 1996, 2000, 2002, 2004, 2005, 2006, 2009

Hall of Famer:
Rogers Hornsby 2B, Lou Brock LF, Dizzy Dean P, Bob Gibson P, Stan Musial LF, Red Schoendienst 2B, Enos Slaughter RF, Ozzie Smith SS, Bruce Sutter P, Joe Medwick LF, Jesse Haines P, Frankie Frisch 2B, Chick Hafey LF, Jim Bottomley 1B

Retired Numbers:
1 Ozzie Smith SS
2 Red Schoendienst  2B
6 Stan Musial OF
9 Enos Slaughter  OF
14 Ken Boyer 3B
17 Dizzy Dean RHP
20 Lou Brock OF
42 Bruce Sutter RHRP
42 Jackie Robinson
45 Bob Gibson RHP
85 August Busch Owner

Awards:
MVP:

1925 Rogers Hornsby 2B
1926 Bob O'Farrell C
1928 Jim Bottomley 1B
1931 Frankie Frisch 2B
1934 Dizzy Dean RHP
1937 Joe Medwick OF
1942 Mort Cooper RHP
1943 Stan Musial OF
1944 Marty Marion SS
1946 Stan Musial OF
1948 Stan Musial OF
1964 Ken Boyer 3B
1967 Orlando Cepeda 1B
1968 Bob Gibson RHP
1971 Joe Torre 3B
1979 Keith Hernandez 1B
1985 Willie McGee OF
2005 Albert Pujols 1B
2008 Albert Pujols 1B
2009 Albert Pujols 1B


Cy Young:
1968 Bob Gibson RHP
1970 Bob Gibson RHP
2005 Chris Carpenter RHP

Rookie of the Year:
1954 Wally Moon OF
1955 Bill Virdon OF
1974 Bake McBride OF
1985 Vince Coleman OF
1986 Todd Worrell RHRP
2001 Albert Pujols OF

Manager of the Year:
1985 Whitey Herzog
2002 Tony LaRussa

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