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Jackie Robinson Day
Auch dieses Jahr wird der 15. April wieder ganz im Zeichen der Nummer 42 stehen. Diese Nummer trug Jack Roosevelt „Jackie“ Robinson während seiner zehnjährigen Karriere bei den Brooklyn Dodgers. Mit dieser Nummer wurde er 1947 zum Rookie of the Year gewählt, gewann 1949 die Auszeichnung des MVP und führte sein Team zum World-Series-Gewinn im Jahre 1955. Am Dienstag jährt sich Jackie Robinsons Debut in der Major League zum 61. Mal. Doch gefeiert wird Jackie Robinson nicht so sehr für seine herausragenden sportlichen Leistungen, sondern dafür, dass er der erste Schwarze im Profibaseball seit Einführung der Rassentrennung war und damit das Spiel und die amerikanische Gesellschaft für immer veänderte. In Würdigung dieser Leistung wurde im Jahr 2004 der 15. April schließlich von der Major League zum offiziellen „Jackie Robinson Day“ in allen Stadien der Liga ernannt.
Die Hauptveranstaltung wird dieses Jahr im Shea Stadium in New York stattfinden, wo auch Jackies Witwe Rachel Robinson der Zeremonie beiwohnen wird. Sie gründete 1973 die „Jackie Robinson Foundation“, die sozial schwache Studenten vor allem durch Stipendien unterstützt. Als Verbeugung vor der Lebensleistung und dem Vermächtnis Jackie Robinsons wird wie schon im Vorjahr eine Vielzahl von Spielern die legendäre Nummer 42 für einen Tag wieder aus dem Ruhestand holen, die eigentlich anlässlich des fünfzigsten Jahrestages seines Debuts seit 1997 in der gesamten Major League nicht mehr vergeben wird. Initiiert wurde diese Geste vergangene Saison von Ken Griffey jr., der, nachdem er das Einverständnis von Rachel Robinson erhalten hatte, beim Ligapräsidenten Bud Selig persönlich um eine Ausnahmeerlaubnis bat, was sowohl bei Selig als auch der gesamten Liga auf große Resonanz stieß.
Über 200 Spieler trugen vor einem Jahr Jackie Robinsons Nummer und auch dieses Mal werden ausgewählte Spieler und Manager jeder Mannschaft Jackie Robinson die Ehre erweisen, darunter Grady Sizemore, C.C. Sabathia, Prince Fielder, Robinson Cano und natürlich Ken Griffey jr, um nur einige wenige der teilnehmenden Spieler zu nennen. Die Tampa Bay Rays, Houston Astros, Pittsburgh Pirates, St. Louis Cardinals, Washington Nationals, New York Mets und die Los Angeles Dodgers werden sogar geschlossen mit der Trikotnummer 42 auflaufen. Mariano Rivera, der Closer der New York Yankees, wird dies ebenfalls tun, jedoch ist er der einzige Spieler, der die Nummer noch regulär jeden Tag tragen darf, da er sie bereits vor dem Vergabestopp innehatte.
Das "Gentlemen's Agreement"
Doch was genau machte Jackie Robinson zu der Symbolfigur, die er heute ist? Aus heutiger Sicht erscheint es undenkbar, dass es bis ins Jahr 1947 keine schwarzen in der Major League gab. Gerade wenn man bedenkt welche Zeit unmittelbar vorangegangen war. Die Vereinigten Staaten hatten gerade den Zweiten Weltkrieg hinter sich, in dem sie gegen ein rassistisches Regime gekämpft hatten, im eigenen Land jedoch bestand nach wie vor Rassentrennung in weiten Teilen der Gesellschaft und im Sport. Ob in den Schulen, in Bussen oder in anderen öffentlichen Einrichtungen: Schwarze waren Bürger zweiter Klasse. Nicht mal während des Kieges, als viele Baseballprofis als Soldaten in Europa waren und nach Stellvertretern für diese gesucht wurde, öffnete sich die Major League den schwarzen Spielern.
Hauptursache dafür war, dass niemals ein schriftlich fixiertes Verbot schwarzer Spieler bestanden hatte, womit auch keines hätte abgeschafft werden können. Es handelte sich vielmehr um eine informelle Absprache der Clubbesitzer – das so genannte „gentlemen’s agreement“ – und offiziell wurden schwarze Spieler eben nicht aus rassistischen Gründen, sondern nur aufgrund mangelnder Klasse nicht eingesetzt. Im Gegensatz dazu bestand in den beiden anderen großen Sportarten Football und Boxen schon lange vor dem Zweiten Weltkrieg keine klare Rassentrennung mehr, wobei auch dort sicherlich bei weitem nicht die Rede von vollständiger Integration sein konnte. Im Major League Baseball jedoch hatte seit den achtziger Jahren des vorangegangenen Jahrhunderts kein einziger Schwarzer mehr gespielt.
Das große Experiment
Der Clubfunktionär, der es schließlich als Erster wagte sich nicht an diese Vereinbarung zu halten, war Branch Rickey, der damalige Präsident und General Manager der Brooklyn Dodgers. Neben höheren moralischen Beweggründen hatte er auch das kommerzielle Potenzial entdeckt, dass mit schwarzen Spielern erschlossen werden könnte. Zum einen würden vermehrt schwarze Zuschauer in die Major-League-Stadien gelockt werden, zum anderen verdienten Spieler aus den Negro Leagues deutlich weniger als gleichstarke weiße Spieler. Er hatte schon seit den frühen vierziger Jahren Überlegungen gehabt auch schwarze Spieler unter Vertrag zu nehmen und sah nach dem Zweiten Weltkrieg den richtigen Zeitpunkt gekommen.
Die Wahl fiel schließlich auf Jackie Robinson von den Kansas City Monarchs aus der Negro League, die sich seit 1920 als das schwarze Gegenstück zur weißen Major League entwickelt hatte. Dabei gab nur bedingt die Leistung den Ausschlag. Natürlich war Robinson einer der besten Spieler der Negro Leagues, dennoch war Rickey davon überzeugt, dass es noch bessere gegeben hätte. Entscheidend war für Rickey aber, dass der Spieler, der die Rassentrennung im Baseball überwinden sollte, die charakterlichen Eigenschaften mitbringen musste, um sich durch Anfeindungen von Fans und Spielern weder einschüchtern noch provozieren zu lassen. Rickey wusste, was einen Schwarzen zu Beginn erwarten würde. So bereitete Rickey seinen Schützling in Rollenspielen darauf vor, was ihm in den Stadien zu Beginn an Verachtung und Ablehnung entgegenschlagen würde. Nichts sollte das, was Rickey selbst als das "große Experiment des Baseball" bezeichnete, gefährden. Oberste Priorität musste es daher haben jede ungerechte Behandlung zu ertragen, anstatt sich dagegen aufzulehnen. So ist es neben all seinen sportlichen Leistungen noch heute Jackie Robinsons Verhalten auf und neben dem Feld, das die größte Anerkennung findet. Prince Fielder sagte erst kürzlich dazu: „Was Robinson getan hat, was er durchmachen musste, das hätte ich nicht können. Ihr kennt mein Temperament. Ich bin froh, dass er es für mich tun konnte, damit ich das nicht erleben musste.“
Das harte Los der Erste zu sein
Und tatsächlich erlebte Robinson in seinen ersten Wochen und Monaten Anfeindungen und Ablehnung von fast allen Seiten: Von den gegnerischen und den eigenen Fans, von den Gegenspielern und sogar von einigen Mitspielern. Als er 1947 nach einer Saison im Farmteam der Montreal Royals in den Kader der Dodgers berufen wurde, drohten einige Spieler damit die Spiele lieber zu boykottieren als mit Jackie Robinson in derselben Mannschaft aufzulaufen. Doch dieser Versuch der Meuterei wurde vom damaligen Manager Leo Durocher mit folgenden Worten niedergeschlagen: „Es interessiert mich nicht, ob der Typ gelb oder schwarz ist, oder ob er gestreift wie ein verdammtes Zebra ist. Ich bin der Manager dieser Mannschaft und ich sage, dass er spielt. Darüber hinaus sage ich, dass er uns alle reich machen kann. Und wenn welche von euch das Geld nicht brauchen, dann werde ich zusehen, dass ihr alle verkauft werdet.“
Auch von Seiten der Liga wurden keine Boykotte geduldet. Als die St. Louis Cardinals sich weigern wollten aufzulaufen, falls Robinson spielen würde, drohte der Ligapräsident mit der Suspendierung aller beteiligten Spieler. Unterstützung von offizieller Seite bewahrte Robinson jedoch nicht vor anderen Vorfällen. Er erhielt Morddrohungen - unter anderem vom Ku-Klux-Klan - und wurde von gegnerischen Fans beschimpft und bespuckt. In einem seiner ersten Spiele wurde er in Philadelphia vom Manager und Spielern der Phillies als „Nigger“ bezeichnet, der wieder zurück auf die Baumwollfelder gehen sollte. Diesen Vorfall bezeichnete Branch Rickey später als das Schlüsselerlebnis, das nötig gewesen war, um Jackie Robinson und die übrigen Spieler der Dodgers zu einer geschlossenen Einheit zu formen. Doch die Anfeindungen gingen weit über das verbale hinaus: Kein Spieler in der Liga wurde so oft von Würfen des gegnerischen Pitchers getroffen wie Robinson in seiner ersten Saison. Oft wurde er von an die Base rutschenden Gegenspielern mit Verletzungsabsicht angegangen. Und auf manchen Auswärtsfahrten – vor allem in den Südstaaten – durfte er nicht im selben Hotel wie seine weißen Teamkameraden übernachten.
Ein wahrer Pionier
All diese Widrigkeiten überwand Jackie Robinson jedoch und brachte zudem auf dem Feld seine Leistung. So wurde er am Ende seiner ersten Saison zum ersten von der Major League offiziell ernannten Rookie of the Year gewählt. Zwei Jahre später gewann er sogar die MVP-Auszeichnung. Er beendete sein Karriere 1956, wurde 1962 in die Hall of Fame aufgenommen und 1987 wurde ihm zu Ehren die Auszeichnung des Rookie of the Year „Jackie Robinson Award“ getauft. Bis heute gilt er als einer der spektakulärsten Spieler aller Zeiten, dem es in seiner Karriere unter anderem neunzehn Mal gelang Home zu stehlen. Doch seine größte Leistung bleibt ohne Frage die Überwindung dessen, was die „baseball color line“ - die Rassengrenze im Baseball - genannt wurde. Noch im selben Jahr wie er schafften weitere afro-amerikanische Spieler den Sprung in die Majors, wovon der bekannteste das spätere Hall-of-Fame-Mitglied Larry Doby von den Cleveland Indians war. Von einer vollständigen Integration konnte aber erst 1959 die Rede sein, als die Boston Red Sox als letztes Team der Major League einen schwarzen Spieler unter Vertrag nahmen, nachdem sie zuvor Jackie Robinson abgelehnt hatten. In den Jahren danach wurde der Anteil schwarzer Spieler in den Majors immer größer und erreichte im Jahre 1974 mit 27 Prozent seinen Höhepunkt. Heute sind es vor allem aufgrund des starken Zuwachses an Spielern aus Lateinamerika und Asien nur noch ungefähr achteinhalb Prozent. Doch alle hatten über die Jahre hinweg eines gemeinsam: Jackie Robinson ebnete ihnen durch sein Auftreten und seine Leistungen den Weg.
Seine Verdienste gehen weit über die Grenzen des Sports hinaus und betrafen die gesamte amerikanische Gesellschaft der vierziger und fünfziger Jahre. Jackie Robinson blieb auch über seine Karriere hinaus in der Bürgerrechtsbewegung und im Baseball engagiert und starb schließlich am 24. Oktober 1972 in Folge von Diabetes an Herzversagen im Alter von 53 Jahren. Doch sein Vermächtnis lebt bis zum heutigen Tage weiter. Er veränderte das Spiel für immer. Deshalb ist der 15. April "Jackie Robinson Day".
(durchaus nachvollziehbare) Verbitterung bedenkt. Der Titel seiner sehr lesenswerten Autobiographie
spricht Bände: "I Never Had It Made".
Ich verneige mich vor ihm, wie vor kaum einem anderen Sportler.
WARUM muss ein ganzes team die Nummer 42 traden!? Einer pro team und gut ist
Gesichtspunkt? Wenn es erlaubt ist, dann kann das nunmal jeder Spieler für sich entscheiden. Und
Washington und die Mets lagen ja nahe, die Dodgers sowieso...Ich verstehe schon, dass schonmal jeder
afro-amerikaner die Nummer tragen will, dazu kommen noch die schwarzen Latinos...
@Darryl: Es gibt noch eine Autobiographie von JR, "My Own Story". Darum geht es nur um
seinen Weg bis zum Ende seiner ersten Profi-Saison. Es geht ausführlicher um den Weg in die Liga und
Erlebnisse innerhalb der Mannschaft und der Liga.
wenn sich soviele dafür entscheiden, die "42" zu tragen.
@ Thomas
Von der hab ich bislang nur gehört, sie aber noch nicht gelesen. Klingt interessant, da gerade die
Anfangszeit in "I Never Had It Made" schon recht kurz kommt.
Über die Dodgers-Saison 1947 kann ich noch Red Barbers Buch "When All Hell Broke Loose In
Baseball" empfehlen. Ein paar literarische Mängel, die aber durch die Detailfülle locker
gutgemacht werden. Barber war als Radiokommentator eben sehr nah dran an Branch Rickey, Robinson,
Larry MacPhail & Co.
geworden wäre, können wir leider nicht mehr nachvollziehen. Durch seine Benachteiligung kam er erst
mit 28 in die MLB, ausserdem spielte er unter Dauerstress, konnte nicht locker und leicht spielen
wie es heutzutage für alle möglich ist. Ich glaube er musste Branch Rickey sogar versprechen, sich
die ersten 2 Jahre nicht zu wehren. Er brachte mit dem durchbruch der Farblinie, aufregende und
Klasse Spieler wie Willie Mays, Maury Wills und Bob Gibson als Nachfolger in die Clubs, und die Fans
kamen in Scharen um sie zu sehen.
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Dann mal gute Nacht Mets, sollten die es wirklich so doll treiben. Aber selbst die werden kein Ge...
(09-02-2012 18:28)Nico
Solche "Bad contract swaps" a la Milton Bradley gegen Carlos Silva gibt's normalerweise n...
(09-02-2012 16:24)Rene
Es branden immer mal wieder Spekulationen auf, wonach die METS Jason Bay für Burnett traden könnt...
(09-02-2012 15:54)USSFSteeler
Ich glaub so einfach geht das gar nicht
(09-02-2012 09:09)Basti
wegen mir kann er nach japan
(09-02-2012 08:59)wordass