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Ichiro schlägt 3000. Karriere-Hit

 
Autor: Johannes Knuth Mittwoch, 30. Juli 2008
 

mariners_small.gifIchiro Suzuki hat am Dienstagabend den 3000sten Hit seiner professionellen Laufbahn erzielt. Der 34-jährige Outfielder der Seattle Mariners schlug ein Single ins Leftfield im ersten Inning gegen Rangers-Pitcher Luis Mendoza. Suzuki dankte den anwesenden Zuschauern artig für ihren Applaus und gab nach dem Spiel zu, dass die vergangene Woche nicht einfach war: "Die Zeit von meinem ersten Hit bis heute ging für mich schnell vorbei. Aber komischerweise kam mir die letzte Woche sehr lang vor."

Allerdings ist Ichiros Meilenstein nicht vom großen (Medien-)Rummel begleitet, der üblicherweise vor einem 3000. Hit eines Baseballspielers einsetzt. Denn Suzuki schlug 1278 seiner Hits im Trikot der Orix Blue Wave in der japanischen Profiliga, bevor er 2001 den Sprung in die Major League Baseball (MLB) wagte. Seither verzeichnete er 1721 Hits in sieben Spielzeiten, darunter mindestens 200 in jedem Jahr bei einem Schlagdurchschnitt von über 0.300.  Bis am Dienstag Hit Nummer 1722 auf nordamerikanischem Boden und Nummer 3000 seiner Karriere folgte. Ichiro ist der erste Spieler, der diesen Meilenstein als Spieler in zwei verschiedenen Profiligen erreicht hat.

Das sind viele Hits für diesen schmächtigen Japaner. Doch misst man den kleinen, wieselflinken Outfielder an den Statistiken seines amerikanischen Gastspiels, offenbart sich seine wahre Größe: Vor vier Jahren beendete er die Saison mit 262 Hits – fünf mehr als George Sislers Uraltrekord von 257 Treffern aus dem Jahre 1920. Sieben Mal schlug er fünf Hits innerhalb eines Spiels, zuletzt am 29. Juli gegen die San Diego Padres, 525 Mal gelangen ihm zumindest mehr als ein Hit pro Auftritt. In seiner ersten Spielzeit schlug er mindestens einen Hit in 25 aufeinanderfolgenden Spielen. Mit seiner Fähigkeit, den kleinen Baseball mit einem dünnen Holzschläger traumhaft sicher über das Feld zu verteilen, gepaart mit seiner Schnelligkeit – im vergangenen Jahr stahl er 45 Bases in Folge ohne einmal dabei erwischt zu werden – hat er sich innerhalb kurzer Zeit zur Lokomotive der Mariners-Schlagreihenfolge gemausert. Und das obwohl oder gerade aufgrund seines unorthodoxen Schlagstils, bei dem er oft wie ein torkelnder Boxer zur Seite fällt.

Unterdessen dürfen Experten die Frage klären, welche Bedeutung Ichiros 3000 Hits in den amerikanischen Baseball-Geschichtsbüchern einnehmen. Wenn sich nach den Zahlen gehen, sollten sie ein positives Urteil fällen. Denn Ichiros Schlagdurchschnitt hat sich nach seinem Sprung über den Pazifik kaum verschlechtert (0.353 in Japan, 0.331 mit Seattle), er schlägt sogar durchschnittlich mehr Hits pro Spiel (1.41 in der MLB, 1.34 in Japan). Das bedeutet zwar noch nicht das Eintrittsticket in die Ruhmeshalle des amerikanischen Baseballs, doch für die heimischen Rekordbücher reicht es allemal. Suzuki ist erst der zweite Japaner nach Isao Harimoto, dessen 3085 Hits er noch in dieser Spielzeit übertreffen könnte. „Seinen Rekord ist kaum mit den anderen [japanischen] zu vergleichen“, sagte Red Sox-Pitcher Daisuke Matzusaka. „Und außerdem ist er noch jung. Er hat noch viel vor sich, das macht den Rekord so besonders“, ergänzte Ichiros Teamkamerad Kenji Johjima.

Tatsächlich ist Ichiro mit 34 Lenzen noch jung – beängstigend jung sogar, bedenkt man das rekordverdächtige Tempo, mit dem er Hits wie am Fließband produziert. Würde er weiterhin 200 oder mehr Hits pro Saison vorlegen, hätte er als 40-Jähriger auch die 3000-Hit-Marke als MLB-Spieler erreicht. Und das, obwohl er die ersten neun Jahre in Japan spielte. Ganz so schnell möchte er jedoch nicht vorausdenken: „Das liegt noch in weiter Ferne.“ 

 

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