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Cincinnati Reds

 
Autor: Philipp Würfel Montag, 28. Januar 2008
 

Cincinnati Reds

1869 - 1918

Seit 1869 gab es in Cincinnati ein Profi-Baseballteam. Die Red Stockings gewannen zwischen 1869 und 1870 130 Spiele in Folge, ehe sie von den Brooklyn Atlantics besiegt wurden. 1870 verließen die besten Spieler das Team und gründeten in Boston ein neues. Sie nahmen den nahmen Red Stockings mit und wurden später als Boston Braves bekannt. In Cincinnati wurde ein neues Team mit dem Namen Red Stockings gegründet, welches 1876 ein Gründungsmitglied der National League war. Allerdings wurden sie 1880 aus der Liga verbannt, da sie die Liga-Statuten verletzten und Bier an die Zuschauer verkauften. Erneut musste ein neuer Club in Cincinnati mit dem selben Namen gegründet werden. Der nahm 1882 (55-25) in der American Association (AA) den Spielbetrieb auf. In der Premierensaison konnten sie gleich den Titel gewinnen. Im November 1889 verließen schließlich die Red Stockings, zusammen mit den Brooklyn Dodgers, die AA und wurden in der National League aufgenommen. Sie ließen fortan "Stockings" weg und mit der Zeit bildete sich der Name Reds heraus.

An die alten Erfolge der Teams aus Cincinnati konnten sie anfangs nicht anknüpfen. Sie beschränkten sich bei der Verpflichtung auf Spieler aus Ohio, sowie alternde Stars. Bis auf vier dritte Plätze 1896, 1898, 1904 und 1918 waren sie bis 1918 nur im unteren Tabellendrittel zu finden. Auch individuell konnten man nur vereinzelt überzeugen. Cy Seymour gewann 1905 mit einem Schlagdurchschnitt von .377 den Batting Title. Bob Bescher stellte 1911 mit 81 Stolen Bases einen noch bis heute gültigen Team-Rekord auf. Nachdem man jahrelang, wie auch die Clubs der Zeit, in Ballparks aus Holz spielte, zog man 1912 in das Redland Field, welches später in Crosley Field umbenannt wurde.

1919 - 1939

1919 kehrte der Erfolg des 19. Jahrhunderts zu den Reds zurück. Angeführt von Spielern wie Dutch Ruether (19-6, ERA 1.82), Slim Sallee (21-7, ERA 2.06) oder auch Heini Groh (.310) gewannen sie die National League (96-44) und zogen in die World Series. Dort trafen sie in der best-of-nine Serie auf die Chicago White Sox, die mit ihren Stars wie Joe Jackson, Lefty Williams und Eddie Cicotte klar favorisiert waren. Dennoch konnte Cincinnati sich in acht Spielen durchsetzen und den ersten Titel bejubeln. Doch die freute währte nicht lange. Denn wie sich später herausstellte, hatten sieben Spieler der White Sox Abmachungen mit Buchmachern getroffen, die Serie absichtlich herzuschenken. Von daher war immer ein Schleier mit der ersten Meisterschaft der Reds verbunden.

Sie hielten sich in der Folge noch einige Jahre im Spitzenfeld der National League. Sie erreichten den zweiten Rang 1922, 1923 und 1926. Der Pitching Staff um Pete Donohue zeigte durchaus gute Leistungen, allerdings schaffte es die Offensive nicht, Schritt zu halten. Der Club geriet zudem in finanzielle Schwierigkeiten. 1931 fiel man bis auf den letzten Platz zurück und man war bankrott. Die Crosley-Familie kaufte die Reds 1933 und engagierte Larry MacPhail als General Manager. Der baute das Minor League System der Franchise aus und brachte den Erfolg zurück.

1935, das Jahr in dem das erste Spiel unter Flutlicht im Crosley Field ausgetragen wurde, verließ man den achten Rang und beendete die Saison auf Platz sechs. Das Team verbesserte sich stetig, machte aber zumeist durch Einzelleistungen auf sich aufmerksam. So gelangen Johnny Vander Meer 1938 zwei No-Hitter in aufeinanderfolgenden Starts. Zudem erwachte die Offensive zum Leben. Catcher Ernie Lombardi (.340, 19 Home Runs, 95 RBI) gewann im selben Jahr den MVP-Award.

1939 zahlte sich die Geduld aus und man konnte sich zum ersten Mal seit 20 Jahren in der National League an die Spitze setzen. Mit 97 Siegen zogen sie in die World Series gegen die New York Yankees ein, die sie glatt in vier Spielen gegen Joe DiMaggio und Co verloren. Eine Saison später machten sie es besser. Erneut setzten sie sich in der National League (100-53) durch. In der World Series bezwangen sie die Detroit Tigers in sieben Spielen. First Baseman Frank McCormick erhielt zudem den MVP-Award (.309, 19 Home Runs, 93 Runs, 127 RBI).

1944 - 1969

Geschwächt durch alternde Stars und den Folgen des zweiten Weltkrieges, verloren die Reds danach den Anschluss an das obere Tabellendrittel des Senior Cirquit. Der 15jährige Pitcher Joe Nuxhall feierte 1944 sein Major League Debüt. Er ist bis heute der jüngste Spieler, der jemals zum Einsatz kam. Sein zweites Spiel absolvierte er allerdings erst 1952. Insgesamt hatte er 135 Siege bei einem ERA von 3.90 auf seinem Konto. Später gehörte er zum Kommentatorenteam der Reds. Mit Rookie of the Year Frank Robinson (38 Home Runs, 122 Runs, 83 RBI) schlugen sie 1956 221 Home Runs und stellten damit einen National League Rekord auf. Zudem änderten sie, aus Angst mit dem Kommunismus in Verbindung gebracht zu werden, den Teamnamen in Cincinnati Redlegs (1954-1959). Zwischen 1956 und 1960 verbannte man den Namen Reds von den Jerseys und ersetzte ihn mit einem C.

Erst 1961 konnten sie sich aus dem Tief befreien. Sie errangen den National League Titel mit 93 Siegen, scheiterten aber in der World Series an den New York Yankees um Mickey Mantle und Roger Maris (1-4). Frank Robinson (.323, 37 Home Runs, 117 Runs, 124 RBI) sicherte sich den MVP-Award. Seine zweite Trophäe für den wertvollsten Spieler, erhielt er nach seinem Wechsel zu den Baltimore Orioles 1966. Der zwölfmalige Allstar beendete seine Karriere 1976 mit 586 Home Runs. Er war der erste afroamerikanische Manager in der MLB, als er den Posten 1975 in Cleveland übernahm. 1982 wurde er in die Hall of Fame aufgenommen.

Pete Rose feierte sein Debüt 1963 im Alter von 22 Jahren. Er gewann den Rookie of the Year Award mit einem Schlagdurchschnitt von .273. Während seiner Karriere gewann er drei Batting Title (1968, 1969 und 1973) und einen MVP-Award (1973). Außer in den Farben Cincinnatis lief er auch für die Philadelphia Phillies und Montreal Expos auf. Er beendete 1986 nach 24 Jahren seine Karriere mit der Rekordmarke von 4256 Hits. 1989 wurde er aus dem Baseball verbannt, weil er auf Spiele seines Teams gewettet hatte. Aus dem Grund wurde er auch nicht in die Hall of Fame aufgenommen.

1970 - 1975

1970 verpflichteten die Reds Manager Sparky Anderson und zogen in das Riverfront Stadium um. Es war die Geburtsstunde der "Big Red Machine". Anderson führte das Team, was von Johnny Bench (MVP, 45 Home Runs, 148 RBI), Pete Rose (205 Hits, 120 Runs) und Tony Perez (40 Home Runs, 129 RBI) angeführt wurde, auf Anhieb zum ersten National League Titel (102-60) seit 1961. In der League Championship Series fertigten sie die Pittsburgh Pirates in drei Spielen ab, unterlagen in World Series aber den Baltimore Orioles (1-4).

1972 die erneute National League Meisterschaft. Sie hatten die NL West mit 95 Siegen für sich entscheiden können. In der ersten Playoffrunde setzten sie sich wieder gegen die Pittsburgh Pirates (3-2) durch. In der World Series verloren sie knapp gegen Catfish Hunters Oakland Athletics (3-4). Johnny Bench durfte sich mit seiner zweiten MVP-Trophäe trösten. Ein Jahr später erhielt diese Teamkollege Pete Rose. Nach dem Divisionstitel 1973 (99-63) scheiterten sie an den New York Mets. 1974 mussten sie sich trotz 98 Siegen mit dem zweiten Rang in der NL West zufrieden geben.

1975 war es soweit. Die Lineup las sich wie das who is who des Baseballs. Johnny Bench, Tony Perez, Joe Morgan, Pete Rose, Dave Concepcion, Cesar Geronimo, George Foster und Ken Griffey lehrten jedem Pitcher das fürchten. Sie entschieden die NL West Division mit 108 Siegen klar für sich. In der NLCS ließen sie den Pittsburgh Pirates (3-0) keine Chance. In der World Series mussten sie sich mit den Boston Red Sox um Carl Yastrzemski auseinandersetzen. In Spiel sechs der Serie verspielten die Reds einen 6:3 Vorsprung im achten Abschnitt und verloren schließlich durch Carlton Fisks Home Run im zwölften Inning. Die siebte und entscheidende Partie gewannen sie schließlich durch Joe Morgans RBI-Single im neunten Inning mit 4:3. Es war ihre erste Meisterschaft seit 35 Jahren.

1976 - 1989

1976 verteidigten sie den Titel. Sie gewannen die Division (102-60) mit zehn Spielen Vorsprung. In den Playoffs verloren sie kein einziges Spiel. In der dritten Partie der NLCS gegen die Philadelphia Phillies (3-0) lagen sie im neunten Inning mit 4:6 zurück, bevor George Foster und Johnny Bench durch back-to-back Homeruns ausglichen. Ken Griffey sorgte für das Weiterkommen mit einem Walk-Off-RBI-Single. In der World Series ließen sie den New York Yankees (4-0) keine Chance.

Unter dem neuen Manager John McNamara entschieden sie die NL West Division 1979 (90-71) für sich. In der ersten Runde der Playoffs schieden sie gegen die Pittsburgh Pirates (0-3) aus. In der Folgezeit stürzten sie bis auf den letzten Rang 1982 (61-101) ab. Sie blieben im Tabellenkeller bis Pete Rose 1984 den Manager-Posten übernahm. Er führte sie zu vier zweiten Plätzen in Folge zwischen 1985 und 1988. Rose wurde 1989 wegen seiner Wetten aus dem Baseball verbannt.

1990 - 2009

Lou Piniella übernahm 1990 die Mannschaft und schaffte auf Anhieb den Titel. Sie sicherten sich die Division mit 91 Siegen. In der League Championship Series bezwangen sie die Pittsburgh Pirates (4-2) in sechs Spielen. In der World Series sorgte Starting Pitcher Jose Rijo mit zwei Siegen fast im Alleingang für den Titel gegen die Oakland Athletics (4-0). Es war die fünfte und bisher letzte Meisterschaft für die Reds.

Danach ging es kontinuierlich bergab. Zwar gewann Cincinnati 1995 (85-59) unter Manager Davey Johnson zum ersten Mal die neugegründete NL Central Division und man siegte in der NLDS gegen die Los Angeles Dodgers (3-0) klar. Doch in der NLCS hatten sie gegen die Atlanta Braves (0-4) keine Chance. Es war die letzte erfolgreiche Saison. Nach zwei zweiten Plätzen in der NL Central 1999 (96-67) und 2000 (85-77) rutschten sie in die Niederungen der Liga ab. Aufgrund der guten Nachwuchsarbeit legte man aber den Grundstein für eine Rückkehr an die Spitze der MLB.

Namen, Ballpark, Erfolge, Awards ...

Team-Namen:
Cincinnati Red Stockings 1869-1877
Cincinnati Reds 1878-1953
Cincinnati Redlegs 1954-1959
Cincinnati Reds seit 1960

Ballparks:
Union Grounds 1869-1876
Avenue Grounds 1876-1879
Bank Street Grounds 1880-1883
League Park 1884-1901
Palace of the Fans 1902-1911
Crosley Field 1912-1970 (1912-33 Redland Field II)
Riverfront Stadium 1970-2002 (1996-2002 CINergy Field)
Great American Ballpark seit 2003

Manager:

Charlie Gould 1876
Lip Pike 1877
Bob Addy 1877
Jack Manning 1877
Cal McVey 1878-1879
Deacon White 1879
John Clapp 1880
Pop Snyder 1882-1884
Will White 1884
O.P. Caylor 1885-1886
Gus Schmelz 1887-1889
Tom Loftus 1890-1891
Charlie Cominskey 1892-1894
Buck Ewing 1895-1899
Bob Allen 1900
Bid McPhee 1901-1902
Frank Bancroft 1902
Joe Kelley 1902-1905
Ned Hanlon 1906-1907
John Grenzel 1908
Clark Griffith 1909-1911
Hank O'Day 1912
Joe Tinker 1913
Buck Herzog 1914-1916
Ivy Wingo 1916
Christy Mathewson 1916-1918
Heinie Groh 1918
Pat Moran 1919-1923
Jack Hendricks 1924-1929
Dan Howley 1930-1932
Donie Bush 1933
Bob O'Farrell 1934
Burt Shotten 1934
Chuck Dressen 1934-1937
Bobby Wallace 1937
Bill McKechine 1938-1946
Johnny Neun 1947-1948
Bucky Walters 1948-1949
Luke Sewell 1949-1952
Earle Brucker 1952
Rogers Hornsby 1952-1953
Buster Mills 1953
Birdie Tebbetts 1954-1958
Jimmy Dykes 1958
Mayo Smith 1959
Fred Hutchinson 1959-1964
Disk Sisler 1964-1965
Don Heffner 1966
Dave Bristol 1966-1969
Sparkey Anderson 1970-1978
John McNamara 1979-1982
Russ Nixon 1982-1983
Vern Rapp 1984
Pete Rose 1984-1989
Tommy Helms 1989
Lou Pinella 1990-1992
Tony Perez 1993
Davey Johnson 1993-1995
Ray Knight 1996-1997
Jack McKeon 1997-2000
Bob Boone 2001-2003
Dave Miley 2003-2005
Jerry Narron 2005-2007
Pete Mackanin 2007
Dusty Baker seit 2008


Erfolge:
World Series Gewinner: 1919, 1940, 1975, 1976, 1990
National League Champion: 1882, 1919, 1939, 1940, 1961, 1970, 1972, 1975, 1976, 1990
Division Champion: 1970, 1972, 1973, 1975, 1976, 1979, 1990, 1995

Hall of Famer:
Sparky Anderson Mgr., Johnny Bench C, Ernie Lombardi C, Bill McKechnie Mgr., Joe Morgan 2B, Tony Perez 1B, Eppa Rixey P, Edd Roush CF, Bid McPhee 2B

Retired Numbers:
1 Fred Hutchinson MGR
5 Johnny Bench C
8 Joe Morgan 2B
10 Sparky Anderson MGR
13 Dave Concepcion SS
18 Ted Kluzuwski 1B
20 Frank Robinson OF
24 Tony Perez 1B
42 Jackie Robinson

Awards:
MVP:

1938 Ernie Lombardi C
1939 Bucky Walters RHP
1940 Frank McCormick 1B
1961 Frank Robinson OF
1970 Johnny Bench C
1972 Johnny Bench C
1973 Pete Rose OF
1975 Joe Morgan 2B
1976 Joe Morgan 2B
1977 George Foster OF
1995 Barry Larkin SS

Cy Young:

Rookie of the Year:

1956 Frank Robinson OF
1963 Pete Rose 2B
1966 Tommy Helms 3B
1968 Johnny Bench C
1976 Pat Zachary RHP
1988 Chris Sabo 3B
1999 Scott Williamson RHRP

Manager of the Year:
1999 Jack McKeon

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