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Texas Rangers – Der lachende Dritte in der AL West?

 
Autor: Remo Gebert Freitag, 12. Februar 2010
 

Während in der diesjährigen Offseason drei AL-West-Teams in erster Linie mit bedeutenden Trades und Free Agent-Verpflichtungen auf sich aufmerksam machten, sorgten die Texas Rangers eher durch ihren Verkauf an eine Investorengruppe um Chuck Greenberg für Schlagzeilen. Doch abseits davon, verstärkten auch die Texaner ihren bereits guten Kader effektiv – und könnten damit aus dem voraussichtlichen Zweikampf der Angels und Mariners um den AL-West-Titel durchaus einen Dreikampf machen.

Bereits zu Beginn der letzten Saison zeigten die Rangers, dass sie über das Potential verfügen, mit den favorisierenden Angels zumindest teilweise mitzuhalten. Ende Mai 2009 stand man mit elf Spielen über .500 (30-19) sogar deutlich an der Spitze der Division. Letztlich schwankten die Leistungen jedoch gerade was die Offensive anging zu sehr, sodass man am Saisonende zehn Spiele hinter Los Angeles den zweiten Rang der AL West belegte (87-75).

Die Rangers gehen mit dem Kern des letztjährigen Major League-Kaders in die neue Saison – mit Ausnahme von Kevin Millwood, der zu den Orioles getradet wurde. Zwar gewann Millwood in der vergangenen Saison 13 Spiele und hatte dabei trotz hitterfreundlichen Heim-Ballpark einen sehr guten 3.67 ERA für das Team aus Arlington, dennoch war es gleichzeitig auch die erste wirklich überzeugende Saison von Millwood in seinem vierten Jahr in Texas. Womöglich hätte er seine starke letzte Saison nicht wiederholen können und seine Leistungskurve wäre eher wieder in Richtung seiner vorherigen mäßigen drei Jahren in Texas gegangen (35-36, 4.88 ERA).

andrus
Hatte mit 33 Stolen Bases die meisten aller Shortstops
der MLB: Elvis Andrus

Doch auch einen ähnlich starken Millwood von letzter Saison könnten die Rangers mit einem verletzungsfreien Rich Harden mehr als ersetzen. Der neuverpflichtete Harden hat sicherlich alle Möglichkeiten, das Ace der Rangers zu werden, doch es bleibt abzuwarten, inwieweit er tatsächlich verletzungsfrei bleiben kann. In der letzten Saison machte er jedoch trotz erneuter Rückenprobleme 26 Starts für die Cubs – gelingen ihm diese auch für die Rangers, sind die 13 Siege von Millwood durchaus im Bereich des Möglichen.

Zudem hat auch der junge Naftali Feliz bei seinen zu erwartenden ersten Starts in der MLB gute Möglichkeiten, zu den Stützen der Rangers-Rotation zu gehören. Der Dominikaner pitchte letzte Saison aus dem Bullpen heraus 31 Innings und konnte dabei überzeugende 39 Strikeouts sowie einen WHIP von 0.68 verbuchen. Ebenfalls in ihrer jeweils ersten MLB-Saison überraschten Elvis Andrus und Julio Borbon. Während Shortstop Andrus vor allem mit seinen exzellenten defensiven Fähigkeiten überragte, schlug Left Fielder Borbon zumeist als Lead-Off-Hitter sehr gute .312/.376/.414 und war wie Andrus sehr erfolgreich beim Basestealing.

Auch die Verpflichtung von Vladimir Guerrero könnte sich – gerade mit den Voraussetzungen des Dominikaners im sehr Home Run-freundlichen Rangers Ballpark – als echter Glücksgriff erweisen. Nicht umsonst schlug Guerrero bei seinen Auftritten dort bisher überragende .394/.471/.705! Mit Guerro als möglichem Clean-Up-Hitter, einem verletztungsfreien Josh Hamilton und einem Nelson Cruz aus der letzten Saison (33 Home Runs) sollte Texas in der Mitte des Line-Ups keinen Vergleich mit den Angels und Mariners fürchten.

Zwar waren die Rangers – sicherlich auch durch die finanziellen Probleme der Franchise bedingt – in der Offseason bei Neuverpflichtungen nicht so aktiv wie die Konkurrenz in der AL West, dennoch stellen sie wie kaum ein anderes Team der MLB eine effektive Mischung aus routinierten Spielern und jungen Talenten: Mit Kinsler, Andrus und Borbon hat man dabei gute Fielder sowie Schnelligkeit im Baserunning und mit Guerrero, Cruz und Hamilton mehrere potentielle 30+x-Home Run-Hitter. Zudem kann man mit Michael Young einen der besten Allrounder der American League aufbieten, der letzte Saison starke .322/.374/.518 mit 22 Home Runs schlug.

kinsler
31 Home Runs und 31 Stolen Bases in der letzten Saison: Ian Kinsler

Letztlich wird der Erfolg in Texas vor allem davon abhängen, inwieweit die Schlüsselspieler verletzungsfrei bleiben und extreme Leistungsschwankungen wie von Ian Kinsler in der vergangenen Saison vermieden werden können. Zudem bleibt abzuwarten, wie die First Base-Position von Chris Davis ausgefüllt wird – letzte Saison enttäuschte er trotz 21 Home Runs mit .238/.284/.442. Sicherlich steht mit Justin Smoak eines der besten Talente überhaupt in den Startlöchern, doch auch hier sollte man bei seinen möglichen ersten Auftritten in der MLB in der kommenden Saison keine Wunder erwarten.

Dennoch: Das Potential der Rangers ist auch durch die Verpflichtungen von Guerrero und Harden auf vielen Positionen mindestens gleichwertig wie bei den Angels und Mariners vorhanden. Im Starting Pitching kann man sich sicherlich nicht mit den beiden Favoriten der AL West messen, doch sollte Harden an die 30 Starts machen können und Feldman seine starke letzte Saison wiederholen können, würde zumindest ein guter 1-2-Punch die Rotation stützen. Insgesamt sollten die Texaner mit ihrem Kader in der Lage sein, an den Aufwärtstrend der letzten drei Jahre anknüpfen zu können: 2007 gewann man 75 Spiele, anschließend 79 und in der vergangenen Saison 87 Partien – eine Saison im Bereich von 85 bis 90 Siegen bei gleichzeitigen Chancen auf den Divisiontitel scheint trotz namhafter Konkurrenz durchaus realistisch zu sein.

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