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Give them credit – Die prozentual stärksten Batter und Pitcher

 
Autor: Remo Gebert Dienstag, 02. Juni 2009
 

Ein Blick auf die Ligaführenden der Saison 2008 und man kann leicht erkennen, dass Ryan Howard die meisten Home Runs (48), Hanley Ramirez die meisten Runs scored (125) und Tim Lincecum die meisten Strikeouts (265) hatte. Doch gerade was solche Statistiken wie Home Runs und Strikeouts angeht, ist doch sehr viel von der Spielanzahl des jeweiligen Batters bzw. Pitchers abhängig. Oder um es mal übertrieben auszudrücken: 10 Home Runs in 20 At-Bats sind statistisch gesehen (fast) bedeutungslos am Saisonende.

Daher soll an dieser Stelle etwas hinter die Zahlen geschaut werden – besser gesagt, hinter die absoluten Zahlen der Saison 2008. Dafür werden vier Statistiken aufgeschlüsselt, bei denen die Ligabesten durch absolute Zahlen ermittelt werden – an dieser Stelle jedoch stehen diejenigen oben, die prozentual zu Ihren At-Bats (Hitter) bzw. gepitchten Innings (Pitcher) am Besten waren.

Um eine aussagekräftige Statistik zu schaffen, werden nur Batter berücksichtigt, die in der Saison 2008 mind. 200mal At-Bat (AB) waren und nur Pitcher miteinbezogen, die mind. 100 Innings gepitcht (IP) haben.

Home Runs (Batter)

Mike Napoli (Angels)              227 AB    20 HR    8,81 %
Marcus Thames (Tigers)            316 AB    25 HR    7,91 %
Ryan Howard (Phillies)            610 AB    48 HR    7,87 %
Adam Dunn (Reds/DBacks)           517 AB    40 HR    7,74 %
Carlos Quentin (White Sox)        480 AB    36 HR    7,50 %


Ryan Howard war relativ konkurrenzlos in der absoluten Home Run-Statistik, was aber größtenteils auch an seinen vielen Spielen lag – mit 610 At-Bats gehörte er zu den 30 „fleißigsten“ Battern der gesamten MLB. In der prozentualen Home Run-Auflistung findet er sich mit seinen 48 Homer immer noch auf Rang drei wieder, knapp hinter Detroits Marcus Thames. Beide schlugen in knapp 8 % ihrer At-Bats einen Home Run.
Klar führend in dieser Statistik ist jedoch Mike Napoli – der Angels-Catcher hämmerte 2008 in nur 227 At-Bats insgesamt 20mal den Ball aus dem Stadion. Umgerechnet bedeutet dies, dass jedes Mal, wenn Napoli an die Home Plate als Batter ging, mit 8,8 % Wahrscheinlichkeit ein Homerun von ihm folgte. Oder anders ausgedrückt: Bei jedem ungefähr elften At-Bat erzielte der Catcher letzte Saison einen Home Run. Unter der Voraussetzung, dass Napoli diese Quote gehalten hätte, wäre er bei genauso vielen At-Bats wie Ryan Howard am Saisonende auf mindestens 53 Homeruns gekommen!

RBI/Runs

Shin-Soo Choo (Indians)     20,82 % RBI + 21,45 % Run = 42,27 %
Albert Pujols (Cardinals)   22,14 % RBI + 19,08 % Run = 41,22 %
Ryan Howard (Phillies)      23,93 % RBI + 17,21 % Run = 41,15 %
Carlos Quentin (White Sox)  20,83 % RBI + 20,00 % Run = 40,83 %
Alex Rodriguez (Yankees)    20,20 % RBI + 20,39 % Run = 40,59 %


Zunächst zur Statistik: Hier wird erst gelistet, wie wahrscheinlich ein RBI pro At-Bat des Hitters war und anschließend die Wahrscheinlichkeit für einen Run scored des jeweiligen Batters gezeigt. In der dritten Spalte dann die Summe der beiden prozentualen Werte.
Anhand dieser Werte – insbesondere der summierten – lässt sich ganz gut erkennen, wie wichtig ein Spieler für das Team ist. Während Quentin und Howard vor allem dank ihrer zahlreichen Home Runs in dieser Statistik wiederzufinden sind, konnte Pujols in erster Linie von einer hohen RBI-Quote profitieren. Der Südkoreaner Choo hingegen war in der MLB prozentual der zweiterfolgreichste Scoring Runner – zu 21,45 % bzw. jedes fünfte Mal bei seinen At-Bats punktete der Rightfielder als Runner für die Indians. In den absoluten RBI- und Run scored-Statistiken war Choo bei Weitem nicht soweit vorn zu finden, da er nur 317mal als Batter an die Home Plate ging.
Unbestritten gehört zu einer hohen RBI- und Run-Quote ein gutes Lineup des jeweiligen Teams dazu, doch in der Summe zeigt sich doch eine aussagekräftige Statistik in Hinblick auf die Wichtigkeit eines Spielers im Team – zu Mal der Batter für gute Werte in beiden Kategorien regelmäßig „aus eigener Kraft“ mindestens auf die erste Base kommen muss (mit seltenen Ausnahmen wie Hit by Pitch oder den RBI-betreffend Sacrifice Bunt/Fly).

Home Runs (Pitcher)

Brandon Backe (Astros)          166 IP    36 HR    0,217 HR/IP
Tom Gorzelanny (Pirates)        105 IP    20 HR    0,190 HR/IP
Aaron Harang (Reds)             184 IP    35 HR    0,190 HR/IP
Jason Bergmann (Nationals)      139 IP    25 HR    0,180 HR/IP
Pedro Martinez (Mets)           109 IP    19 HR    0,174 HR/IP


Brandon Backe von den Astros führt nicht nur in der absoluten Statistik in Sachen zugelassene Home Runs, sondern auch relativ klar in der prozentualen: Seine 0,217 Home Runs pro Inning bedeuten, dass Houstons Starting Pitcher in jedem fünften Inning einen Homer abgab. Prozentual ausgedrückt heißt dies für Backe, dass er in jedem Inning, das er gepitcht hat, mit 21,7 % Wahrscheinlichkeit einen Home Run zuließ. Dieser schlechte Wert drückt sich folgerichtig auch in seinem Saison-ERA von 6.05 (bei 9-14) aus – der schlechteste Wert für Backe seit seiner Rookie Saison 2002! Für Gorzelanny (Saison-ERA von 6.66), Harang (17 Niederlagen) und Bergmann (2-11-Bilanz) lief die Saison ebenso bescheiden. MLB-Urgestein Pedro Martinez hatte in der Saison 2008 – sicherlich auch bedingt durch seine zweimonatige Verletzungspause – prozentual soviele Home Runs zugelassen wie in keiner anderen Saison seiner 17-jährigen MLB-Karriere zuvor – das Gleiche traf auch auf seinen ERA von 5.61 zu.

Tim Lincecum (Giants)           227 IP    11 HR    0,048 HR/IP
Joba Chamberlain (Yankees)      100 IP     5 HR    0,050 HR/IP
Cliff Lee (Indians)             223 IP    12 HR    0,054 HR/IP
Ubaldo Jiminez (Rockies)        198 IP    11 HR    0,056 HR/IP
Brandon Webb (Dbacks)           226 IP    13 HR    0,058 HR/IP


In der Statistik der Pitcher mit den wenigsten zugelassenen Home Runs pro Inning führt Giants Ace Tim Lincecum das Feld an: in 227 gepitchten Innings (die viertmeisten der gesamten MLB) ließ er nur elf Homer zu – 4,8 % Wahrscheinlichkeit bzw. nur jedes 20.Inning ein zugelassener Home Run! Naheliegend, dass sein Saison-ERA mit 2.62 auch zu den besten der MLB gehörte.
Joba Chamberlain von den Yankees ist in dieser Statistik der klar beste Reliever (zumindest war er im Großteil seiner Spiele solcher eingesetzt), während Cliff Lee`s und Brandon Webb`s beeindruckende Saison mit jeweils 22 Siegen auch hier zum Ausdruck kommt.

Strikeouts

Joba Chamberlain (Yankees)      100 IP    118 SO    1,18 SO/IP
Tim Lincecum (Giants)           227 IP    265 SO    1,17 SO/IP
Scott Kazmir (Rays)             152 IP    166 SO    1,09 SO/IP
Edinson Volquez (Reds)          196 IP    206 SO    1,05 SO/IP
A.J. Burnett (Blue Jays)        221 IP    231 SO    1,05 SO/IP


Auch in dieser Statistik sind Lincecum und Chamberlain vorn – wenn auch in umgekehrter Reihenfolge. Relativ klar waren beide die stärksten Strikeouter der MLB, wobei Chamberlain mit seinen 100 gepitchten Innings nur knapp die Anforderungen der Statistik erfüllte, was in erster Linie an seinen häufigen Einsätzen als Reliever lag. Die hervorragende Saison für Cincinatti`s Edinson Volquez mit 17-6 und einem ERA von 3.21 lag sicherlich nicht zuletzt an seinen Strikeout-Qualitäten – auch er schickte im Schnitt mindestens einen Batter pro Inning per Strike Three zurück in den Dugout.
Überhaupt erreichten nur sieben Pitcher einen Wert von über 1,00 Strikeouts pro Inning – nicht dazu gehören im Übrigen die nach dem Saison-ERA bestplatzierten Johan Santana mit einem Wert von 0,88 (Platz 26) und Cliff Lee mit 0,76 (Platz 59).

Nun, was bleibt festzuhalten bei all der Statistik: Am Ende der Saison zählen zwar weiterhin nur die absoluten Werte und man wird wohl eher keinen Home Run-König anhand des prozentual höchsten Wertes bestimmen. Dennoch lassen einem solche Aufschlüsselungen durchaus einen aussagekräftigen Blick hinter die absoluten Zahlen werfen – gerade wenn beispielweise ein Batter wegen Verletzungen etc. weniger Spiele absolviert hat und damit keine realistische Chance auf die Home Run-Krone hat.
Oftmals zeigen solche Statistiken aber auch, wer in der kommenden Spielzeit bzw. generell zukünftig in den einzelnen Kategorien weiter oben zu finden sein könnte – nämlich dann, wenn derjenige eine Saison (fast) komplett durchspielt.

Kommentare
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Erich
(Publisher) 03-06-2009 22:18
Interessant wäre auch mal der Einfluss des Ballparks, vor allem bei HR.
 
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RemoG
(Publisher) 04-06-2009 00:41
Da hast du recht, Erich. Hatte mir auch schon mal meine Gedanken zum Einfluß der Ballparks gerade
bei guten Statistikwerten gemacht... spielt ja keine untergeordnete Rolle, v.a. wie du sagst bei den
HR... wollte darüber dann was gesondert schreiben, wenn ich mal die entspr. Statistiken
durchgegangen bin...
 
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Basti
(Publisher) 04-06-2009 09:01
Das mit dem Einfluss der Ballparks und den Home Runs, finde ich jetzt nicht mehr so wichtig...man
kann in jedem Ball Park Home Runs schlagen. Allerdings bekommt man in einigen Hitters Parks ein paar
Home Runs geschenkt, weil der Ball offensichtlich sehr gut fliegt und einfacher rausgetragen
wird...bzw. weil das Right- oder Left Field einfach sehr kurz gebaut ist.



Adrian Gonzalez spielt immer noch für die Padres und drischt die Bälle bisher diese Saison einfach
so aus jedem Stadoin, egal ob Hitters - oder Pitchers Park.

Petco Park bietet keinerlei Chancen auf einen billigen Home Run a la Carlos Ruiz im Yankee Stadium,
wo ein Broken Bat Pop Fly zum Home Run noch wurde (das war ein Riesen Schock s...
 
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RemoG
(Publisher) 06-06-2009 18:55
Ja, deswegen sind für mich auch Ad. Gonzalez (HR-)Leistungen als ziemlich herausragend anzusehen, da
er sie unabhängig vom Ballpark schlägt... wahrscheinlich würde er bei nem anderen Team (bzw. anderem
Heimstadion) über ne Saison hinweg einige HR mehr als für SD schlagen...

aber gerade wo du das Bsp. Yankee Stadium ansprichst, einige Yankees Batter wie Posada (6 von 8
daheim) oder Damon (8 von 11) profitieren doch sehr von ihrem "HR-freundlichen" Heimstadion,
Cabrera hat sogar seine 6 HR diese Saison ausschließlich im neuen YS geschlagen :eek
 
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