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Fact or Fiction? #7 - World Series Special
Die siebte Ausgabe von von Fact or Fiction? steht ganz im Zeichen der World Series. Eine kontroverse Behauptung wird in den Raum gestellt, und anschließend begründet der jeweilige Redakteur, ob diese Behauptung für ihn Fact (wahr) oder Fiction (falsch) ist. Aus gegebenem Anlass nehmen heute gleich fünf MLBInsider.de-Redakteure an der Kolumne teil und diskutieren alle Themen rund um die Serie Philadelphia Phillies vs. Tampa Bay Rays. Welches Team hat die bessere Lineup, welches das bessere Pitching, schadet die lange Pause den Phillies, wie lang geht die Serie und vor allem - wer gewinnt die World Series?
Auf all diese Fragen geben wir Antworten - viel Spaß beim Lesen!
1. Fact or Fiction: Die Tampa Bay Rays werden die World Series gewinnen.
Mirko: Fact. Sie haben die eindeutig bessere Pitching Rotation, was letztlich den Ausschlag geben wird. Offensiv dürften sich beide Teams nicht viel nehmen. Hinzu kommt noch der Heimvorteil der Rays, der sich nach dem Sieg in Spiel sieben gegen die Red Sox noch einmal verstärken wird. Denn die Euphorie bei den Rays und ihren Anhängern dürfte nun fast grenzenlos sein.
Marcus: Fiction. Irgendwas sagt mir, dass dieses Mal das ausgeruhte Team die World Series gewinnt. Die Phillies treten für Philadelphia an, der Stadt der „Loser“. Die werden bis in die Haarspitzen motiviert sein, um diese negative Serie endlich zu beenden.
Johannes: Fact. Die Rays sind in der American League Championship Series (ALCS) durch ein Stahlbad gegangen. Diese junge Mannschaft vereint Schlagkraft, Defensivstärke, Schnelligkeit, großartige Pitcher und noch viel größeren Erfolgshunger. Aber es ist die unglaubliche Konstanz, mit der diese Truppe ihre Stärken ausschöpft und mit der sie allen Kritikern rund 170 Spiele lang Lügen strafte. Spätestens seit dem Krimisieg gegen den Titelverteidiger ist klar: die Rays sind in dieser Saison nicht totzukriegen! Und der gröbste Funken an Überheblichkeit wurde ihnen von den Red Sox ja bereits ausgetrieben, so dass die Phillies diese interessante Aufgabe nun nicht mehr übernehmen müssen. Oder dürfen.
Phil: Fact. Die Rays haben das bessere Starting Pitching, die bessere Defensive und in der Offensive waren sie zumindest in den Playoffs ebenbürtig. Zudem haben sie sich schon die gesamte Saison mit qualitativ hochwertiger Konkurrenz auseinandersetzen müssen und sie haben den Heimvorteil auf ihrer Seite. Allerdings wird es knapp, da die Phillies im Bullpen deutliche Vorteile haben und deren Offensive jederzeit jedes Team schlagen kann.
Thomas: Fact. Immer dann, wenn man in dieser Saison dachte, dass nun der große
Einbruch der Rays folgen würde, belehrten sie alle Experten eines
besseren. Spätestens nachdem sie das siebte Spiel gegen die Red Sox für
sich entscheiden konnten, obwohl sie zuvor einen komfortablen Vorsprung
in der Serie verspielt hatten, bin ich mir sicher, dass sie den Titel
gewinnen werden. Auch die Phillies haben sich in den Playoffs bisher
hervorragend präsentiert und werden für eine enge Serie sorgen – am
Ende werden jedoch die Rays gewinnen.
2. Fact or Fiction: Die Philadelphia Phillies haben die bessere Lineup.
Mirko: Fiction. Die Lineup der Rays ist ebenbürtig. Von den Namen her klingt
die Lineup der Phillies natürlich etwas besser. Aber wenn man sich die
Leistungen der Postseason anschaut, so wird klar, dass die Lineup der
Rays ohne weiteres mit der der Phillies mithalten kann.
Marcus: Fact. Sie haben das bessere Lineup. Die Phillies haben mit Ryan Howard den
Führenden bei den Home Runs und den RBI in der Liga. Und auch alle
anderen sind brandgefährlich. Die größte Gefahr besteht für die Rays
aber darin, dass gerade die Topleute bisher noch gar nicht so richtig
zur Geltung kamen in diesen Playoffs. Wenn die jetzt aufwachen, könnte
das bitter werden. Die Phillies sind auf Home Runs ausgerichtet und
werden in der World Series nur in kleinen Stadien spielen – erst im
Tropicana Field und dann im heimischen Citizens Bank Park.
Die Rays dagegen haben eigentlich nur wenige wirklich gute Hitter: Evan
Longoria, B.J. Upton, Carlos Pena und Carl Crawford. Und gerade die
ersten beiden haben noch nie gegen Hamels oder Myers gespielt. Vorteil
Phillies.
Johannes: Fiction. Die Rays haben es geschafft, ihre starke Mannschaftsleistung auch in die Endrunde zu retten. Und da die mannschaftliche Geschlossenheit auch die Lineup betrifft, haben sie auch hier die Nase vorn. Die „großen Vier“ – Upton, Pena, Longoria und Crawford – machen zuweilen zwar den größten Lärm, aber am Ende ist es nicht selten ein Spieler aus einem anderen Teil der Schlagreihenfolge, der in wichtigen Momenten glänzt. Jüngstes Beispiel: Willy Aybars Alleinunterhaltung im siebten Spiel gegen die Red Sox. Man weiß also nie, wer aus dem Kollektiv wieder mal hervorstechen wird - doch einer wird es sicher tun. Das haben die Phillies in diesem Ausmaß (bisher) nicht zu bieten.
Phil: Fact. Zumindest in der Offensive sind sie auf dem Großteil der Positionen besser besetzt. Ob das auch in der Defensive der Fall ist, darüber kann man diskutieren.
Thomas: Fact, zumindest über eine ganze Saison hinweg. Im Moment sieht es allerdings so aus, als sie gerade das Herz der Rays-Lineup in absoluter Topform. Longoria und Upton sind auf bestem Wege, das beste Playoff-Duo aller Zeiten zu werden und auch Pena und Crawford sind nicht zu unterschätzen. Die Lineup der Phillies hingegen ist vielleicht sogar die klangvollste der gesamten Major League, jedoch neigen gerade Spieler wie Howard und Utley dazu sehr unkonstant zu spielen. Generell verfügt Philadelphia sicherlich über mehr Offensivpotenzial, im Moment scheinen aber die Rays gefährlicher zu sein.
3. Fact or Fiction: Die erheblich längere Spielpause ist ein Nachteil für die Phillies.
Mirko: Fact. Es hat sich in der Vergangenheit gezeigt, dass sich eine längere Pause vor der World Series häufig negativ auswirkt (man erinnere sich an 2006 und die Tigers. Sie waren damals eindeutige Favoriten gegen die Cardinals, sind aber nach der etwas längeren Pause nie so richtig in Schwung gekommen). Einzig die Tatsache, dass der Bullpen der Rays ein wenig "überbeansprucht" ist, könnte dafür sorgen, dass sich dieser Nachteil ein wenig ausgleicht.
Marcus: Fiction. Das ist ja immer wieder die Frage. Ist die längere Erholungszeit ein Vor- oder Nachteil oder ist es die Spannung, die aufrecht erhalten wird. Es ist sicherlich ein Vorteil für die Phillies, Spiel eins mit Cole Hamels gegen einen Pitcher zu bestreiten, der nicht Scott Kazmir (jedenfalls nicht ausgeruht) oder James Shields heißt. Wenn man das gewinnen kann, stünde man schon gut da.
Johannes: Fact. Die geschundenen Arme sind erholter, die Beine frischer, die Blöcke der Späher prall gefüllt – doch in einem Punkt haben die Phillies die Nase nicht vorn: Während der vergangenen Tage feuerten die Spieler der Rays nämlich nicht nur jede Menge Bälle in die Zuschauerränge, sondern damit auch jede Menge Ballast in die Köpfe der Phillies. Will heißen: Philadelphia geht nach dem beeindruckenden Sieg Tampas mit gehörig Respekt in die Finalrunde und trifft auf eine Mannschaft, die auf einer jungen aber riesigen Euphoriewelle auf den Gegner zurollt. Bitte wasserfest anziehen, liebe Phillies!
Phil: Fiction. Natürlich hilft die Pause beim Timing an der Platte nicht. Dafür konnten sie aber die Dinge, die im Umfeld einer World Series anfallen, wie bspw. Kartenwünsche der Familien, in aller Ruhe klären. Zudem lagen sie in den Tagen ja nun nicht auf der faulen Haut, sondern haben trainiert. Am Wochenende lieferten sich Jamie Moyer und Joe Blanton ein Trainingsspiel im Citizens Bank Park in Philadelphia.
Thomas: Fact. Ich glaube jedoch nicht, dass es ein großer Nachteil für die
Phillies sein wird, schon gar nicht so große wie der der Rockies im
Vorjahr. Dennoch wäre ich lieber in der Lage der Rays, die ja auch zwei
freie Tage haben, mehr als während der Saison üblich. Die vier Tage
mehr, die die Phillies hatten, sorgen sicherlich eher für ein Einrosten
als für Erholung. Oft genug sieht man nach dem All-Star-Spiel wie sehr
sich manche Spieler durch zu lange Pausen aus dem Rhythmus bringen
lassen.
4. Fact or Fiction: Tampa Bay hat die stärkere Pitching Rotation.
Mirko: Fact. Ich denke, das sollte eindeutig sein. Außer hinter Cole Hamels stehen für mich hinter allen anderen Startern der Phillies zumindest kleinere Fragezeichen. Bei den Rays dagegen bleiben keine Fragen offen. Jeder Starter in ihrer Rotation ist in der Lage eine gegnerische Lineup zu dominieren.
Marcus: Fact. Sicherlich. James Shields, Scott Kazmir und Matt Garza machen schon was her und sahen bisher in den Playoffs meistens gut aus. Bei den Phillies dagegen ist eigentlich nur Cole Hamels die verlässliche Größe. Alle anderen sind Wundertüten. Bei Brett Myers, Jamie Moyer und auch Joe Blanton kann eine gute Leistung kommen, muss aber nicht. Deshalb ist die Rotation der Rays besser.
Johannes: Fact. Die Starter der Phillies hielten in der National League Championship Series (NLCS) die Offensivkanone Manny Ramirez halbwegs in Schach. Die Starter der Rays schlugen in der ALCS mit den Red Sox ein ganzes Offensivbataillon. Auch wenn man gerne vergisst, dass Bostons Bataillon in diesem Jahr durch diverse Ausfälle erheblich geschwächt war, die fabelhaften Fünf aus Tampa unterstrichen erneut ihre Klasse: Fünf Jungspunde mit fünf unterschiedlichen Wurfstilen und Wurfphilosophien bescheren den gegnerischen Schlagmänner stets ein unbequemes Gefühl. Die Starter der Phillies schneiden in dieser Hinsicht zwar nicht gerade schlecht ab – es fehlt ihnen jedoch an der nötigen Konstanz.
Phil: Fact. Die Phillies haben mit Cole Hamels nur einen verlässlichen
Nummer-Eins Starter. Brett Myers kann auch einer sein, wenn er einen
guten Tag hat. Jamie Moyer und Joe Blanton sind hingegen eher am
hinteren Ende einer normalen American League Rotation anzusiedeln.
Tampa Bay hingegen hat mit Scott Kazmir, James Shields und Matt Garza
drei Leute, die es jederzeit mit Hamels aufnehmen können. Dazu kommt
noch Andy Sonnanstine, der in den Playoffs einen guten Eindruck gemacht
hat.
Thomas: Fact. Mit Shields und Kazmir haben sie gleich zwei Picher auf Ass-Niveau und auf Matt Garza war in dieser Saison oft in den wichtigen Moment Verlass, vor allem gegen die Red Sox. Cole Hamels ist vermutlich der beste Starting Pitcher in der World Series, jedoch stehen bei den Phillies nach ihm viele Fragezeichen. Myers, Moyer und Blanton sind bei weitem nicht so verlässlich wie ihre Gegenüber, obwohl gerade Myers und Blanton bisher in den Playoffs überzeugen konnten. Nichtsdestotrotz sollten die Rays in jedem Pitcher-Duell, in dem der Gegner nicht Hamels heißt, im Vorteil sein.
5. Fact or Fiction: Die World Series wird wie in den letzten vier Jahren nicht länger als fünf Spiele andauern.
Mirko: Fact. Für mich sind die Rays doch der eindeutige Favorit. Durch den Sieg über die Red Sox in so einer dramatischen Serie sollten sie jetzt äußerst selbstbewusst und entschlossen in der World Series antreten. Und ihr Pitching ist einfach zu stabil, um Zweifel an einem Erfolg aufkommen zu lassen.
Marcus: Fact. Ich denke schon, dass sie in Philadelphia entschieden wird. Und ob am Ende die Rays oder Phillies gewinnen, ist mir herzlich egal!
Johannes: Fact. Philadelphia wehrt sich tapfer, ist aber nicht imstande, die Überlegenheit der stärksten Mannschaft der American League zu brechen. Tipp: Rays gewinnen die Serie mit 4:1-Spielen.
Phil: Fiction. Der Abstand zwischen beiden Teams ist von der Qualität nicht so groß, wie man bei einem Vergleich des AL East und des NL East Gewinners erwarten könnte. Die Phillies sollten zu Hause in der Lage sein, die auswärts etwas schwächelnden Rays im Zaum zu halten und so die Serie bis mindestens ein Spiel sechs zu verlängern.
Thomas: Fiction. Anders als in den letzten Jahren steht dieses Jahr kein Team in der World Series, dass nur zum richtigen Zeitpunkt einen Lauf hatte und dann einbricht und auch keines, dass so überragend wäre, dass es den Gegner nach Belieben beherrschen könnte. Dieses Jahr stehen zwei legitime Titelanwärter im Finale. Natürlich kann die Entscheidung auch in wenigen Spielen fallen, aber jedes dieser Spiele wird eng werden. Deshalb und aufgrund der Ausgeglichenheit beider Mannschaften, wird es dieses Mal spannender als in den letzten vier Jahren werden und der neue Meister erst nach mindestens sechs Spielen feststehen.
Ich bedanke mich herzlich bei Mirko, Marcus, Johannes, Phil und Thomas für ihr Mitwirken an der heutigen Ausgabe. Wir sind gespannt auf eure Meinungen zu den diskutierten Themen. Schreibt einfach bei den Kommentaren zum Artikel zu einer oder zu mehreren Aussagen eure Meinung. Fact or Fiction? meldet sich im November zurück mit Ausgabe Nummer acht.
Ich seh ebenfalls die Rays vorne, mein Tipp 4-2.
Die Lineups sehe ich fast ausgeglichen, bei den Phillies sind vieleicht die "Namen"
klangvoller, allerdings haben die Rays 4-5 Spieler in ihren Reihen die ein Spiel im Alleingang
entscheiden können.
Sehe für das lange "nicht spielen" der Phillies keinen Nachteil, sie haben in der
spielfreien Zeit sicherlich sehr gut trainiert und sogar ein Trainingsspiel gemacht.
Das Pitching der Rays ist eindeutig besser, vom Niveau her haben sie 2-3 Pitcher die auf Augenhöhre
mit dem einzigen Ace der Phillies Cole Hamels sich befinden.
Mein ...
Nils Braselmann
Nils Braselmann ist Betreiber und Chefredakteur von Baseballinsider.de und AFinsider.de und bei den Portalen für Public Relations verantwortlich. Zudem ist er für die monatliche Ausgabe von Fact or Fiction? zuständig. Der 26jährige aus Westfalen ist CEO von Nur Original Productions, Europas größtem Sport-DVD-Shop und studiert nebenbei Amerikanistik und Germanistik in Marburg.
Seine Freizeit verbringt der Sportbegeisterte mit Tennis, dem 1.FC Köln, US-Sports, Freunden und Sportwagen.


Dann mal gute Nacht Mets, sollten die es wirklich so doll treiben. Aber selbst die werden kein Ge...
(09-02-2012 18:28)Nico
Solche "Bad contract swaps" a la Milton Bradley gegen Carlos Silva gibt's normalerweise n...
(09-02-2012 16:24)Rene
Es branden immer mal wieder Spekulationen auf, wonach die METS Jason Bay für Burnett traden könnt...
(09-02-2012 15:54)USSFSteeler
Ich glaub so einfach geht das gar nicht
(09-02-2012 09:09)Basti
wegen mir kann er nach japan
(09-02-2012 08:59)wordass