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Fact or Fiction? #3
Aller guten Dinge sind drei. So erscheint auch Fact or Fiction? zum dritten Mal bei MLBInsider.de.
In der heutigen Ausgabe stehen natürlich die New York Mets im Blickpunkt, da Willie Randolph gefeuert wurde. Desweiteren werfen wir ein Auge auf das andere Team aus New York: schaffen die Yankees die Playoffs? Ebenfalls wird versucht die Fragen zu beantworten, ob Chipper Jones diese Saison über .400 schlagen kann, ob die Indians C.C. Sabathia besser traden sollten und ob die White Sox ihre Division gewinnen.
Ich begrüsse euch herzlich zur dritten Ausgabe von Fact or Fiction? Das Konzept dürfte den Stammlesern bekannt sein, aber natürlich erkläre ich es nochmal kurz. Eine kontroverse Behauptung wird in den Raum gestellt, und anschließend begründet der jeweilige Redakteur, ob diese Behauptung für ihn Fact (wahr) oder Fiction (falsch) ist. Marcus, Phil und Basti vom MLBInsider.de-Team geben heute ihre Meinungen zu den Themen ab, die die Baseballwelt bewegen.
Viel Spaß beim Lesen!
1. Fact or Fiction: Es war die richtige Entscheidung von den New York Mets, ihren Manager Willie Randolph zu feuern.
Marcus: Fiction. Die Mets haben eine negative Bilanz im Juni und liegen
immer noch 5 ½ Spiele hinter den Phillies, insofern kann man sagen,
dass sie in jedem Fall hinter ihren Erwartungen zurückgeblieben sind.
Zudem muss man sich vor Augen führen, welch eine große Führung dieses
Team im letzten September vergab und somit die Playoffs verpasste! Doch
was genau kann Willie Randolph dafür? Er ist der Manager, aber er
stellt sich schließlich nicht selbst an die Platte, sondern muss hier
auf herausragende Spieler vertrauen, allen voran David Wright und Jose
Reyes, doch besonders Letzterer war in besagtem September eine einzige
Enttäuschung und mitverantwortlich für das grandiose Scheitern. David
Wright ist ebenfalls weit von seiner Form entfernt und schlägt aktuell
unter .280. Nächster Faktor ist der Bullpen, auf den man Wetten abschließen könnte,
wer als nächstes einen Save versemmelt und auch die Starter sind eine
Wundertüte. All das führt uns zu dem Mann, der alle
Personalentscheidungen zu verantworten hat: General Manager Omar
Minaya. Er war es, der all die alternden und extrem teuren Spieler ins
Boot holte, die jetzt entweder verletzt sind oder Leistungsschwankungen
haben, die selbst ein komplett Ahnungsloser hätte voraussagen können.
Sinnbildlich hierfür nenne ich First Baseman Carlos Delgado, der nicht
nur ein Problem im Feld ist, sondern auch an der Platte stetig
schlechter wurde über die Jahre – zurzeit schlägt er .237 und die
Tendenz geht weiter nach unten…
Nicht nur kann man Minaya ganz schlechten Stil vorwerfen, weil er
Randolph, mit dem man 2006 noch die ALDS erreichte, erst nach
Kalifornien reisen ließ, um ihn dann nach einem Sieg (!!!) zu
entlassen, sondern man muss ihm auch eine gewisse
Orientierungslosigkeit attestieren, denn nahezu alle seine
Entscheidungen, die mächtig Geld verschlangen, sind letztlich den Bach
heruntergegangen und auch wenn das Team jetzt mal ein paar Spiele
gewinnt, so wäre es aus Sicht der Mets vielleicht sinnvoll, komplett
aufzuräumen und einen neuen GM zu installieren, der einen klaren Kurs
erkennen ließe und von Grund auf den Laden saniert, denn so wie jetzt,
wird man nicht in die Erfolgsspur zurückkehren.
Phil: Fact. Die Mets sind seit einem Jahr nur noch ein .500 Team und irgendetwas musste geändert werden. Das der Manager und die Coaches dabei das schwächste Glied in der Kette sind, ist klar. Die Wilpons und auch General Manager Omar Minaya mussten ein Zeichen setzen. Dass die Art und Weise der Entlassung nicht korrekt war, versteht sich von selbst. Das ändert aber nichts daran, dass Willie Randolph nicht mehr an seine Spieler heran kam und es mit ihm keinen Aufschwung gegeben hätte.
Basti: Fact. Es war die richtige Entscheidung, Willie Randolph zu entlassen. Im Sport ist es nun mal so, dass in Schwächephasen einer Mannschaft die so genannte „Trainerfrage“ gestellt wird. Bei Randolph hat sich die Entlassung ja eigentlich fast schon seit Wochen angedeutet. Er hat als Skipper der Mets sein Team einfach nicht mehr erreichen können. Den Zeitpunkt halte ich trotz alle dem für mehr als fragwürdig: Mit dem kompletten Team an die Westküste zu reisen und den Manager mit ein paar mehr Coaches nach einem gewonnen Spiel zu feuern, zeugt nicht gerade von Fingerspitzengefühl von Minaya und Co.
2. Fact or Fiction: Chipper Jones wird die Saison mit einem Schlagdurchschnitt von über .400 beenden.
Marcus: Fiction. Der letzte Spieler, der über eine ganze Saison .400 und besser schlug war Ted Williams 1941 und das sollte schon alles darüber aussagen, wie schwer es ist, diese Zahl zu halten. Chipper hat gut angefangen, aber er wird .400 aus mind. zwei Gründen nicht erreichen: Zum einen, weil er schon jetzt viele Spiele aufgrund von kleineren Verletzungen verpasste und sich das summieren könnte, wodurch er die Mindestanzahl von 3.1 Plate Apperances pro Spiel des Teams verpassen dürfte. Und das würde dazu führen, dass er nicht den Batting Titel gewinnen könnte, da die .400 damit nicht über eine volle Saison zustande gekommen wären. Und der zweite Grund ist die Realität und in der schlägt er jetzt nur noch .394 und im Monat Juni nur noch .321, was immer noch klasse ist, aber es wird dazu führen, dass sein Schlagdurchschnitt immer weiter fällt. Er hat zwar ganz gute Chancen, den Batting Titel zu gewinnen, wenn er denn widererwartend doch gesund bliebe, aber .400 rücken bald auch für ihn in weite Ferne!
Phil: Fiction. Es gibt immer wieder einmal Batter, die über einen gewissen Zeitraum, auch einmal über zwei, drei Monate, die über .400 schlagen. Doch fällt das keinem auf, weil sie die Saison mit einem mittelmäßigen Schlagdurchschnitt begonnen haben. Nun hat Chipper Jones das Jahr stark begonnen, aber wir haben noch nicht einmal die Halbzeit erreicht und seine Form lässt schon nach. Es ist einfach viel zu schwierig, konstant so hoch zu schlagen. Die Pitcher schauen sich ihn immer genauer an und werden die Schwächen, die jeder Hitter hat, auch bei ihm finden und ausnutzen. Am Ende wird er froh sein, wenn er überhaupt um .350 schlagen wird.
Basti: Fiction. Es ist meiner Meinung nach viel zu früh davon zu sprechen, dass Jones mit über .400 die Saison beendet. Er ist superstark in die Saison gestartet, allerdings liegen noch weit mehr als 80 Spiele auf dem Programm. Es wird verdammt schwer werden für ihn am Ende .400 oder mehr zu schlagen, da sich die Gegner ganz besonders auf ihn einstellen werden und genau analysieren wie sie ihn am besten aus machen können.
3. Fact or Fiction: Die New York Yankees werden die Playoffs verpassen in diesem Jahr
Marcus: Fiction. Die Yankees haben mittlerweile wieder ihr komplettes
Lineup gesund beisammen und sogar die beiden anfänglichen Totalausfälle
Robinson Cano und Jason Giambi sind wieder halbwegs in der Spur. Giambi
sogar so gut, dass er zu den besten Home Run Hittern der American
League zählt und sein Schlagdurchschnitt von .323 seit Mai gehört
ebenfalls zu den besten in der AL. Da auch Jorge Posada zurück ist und
Alex Rodriguez nach seiner dreiwöchigen Zwangspause wieder aussieht wie
der MVP, werden die Yankees weiter Boden gut machen auf die Rays in der
Wild Card und letztlich auch auf die Red Sox, die zurzeit mit 5 Spielen
Vorsprung allein an der Spitze der AL East liegen.
Die Verletzung von Chien-Ming Wang ist aber ein herber Schlag, denn
auch das Pitching wirkte zuletzt sehr stabil. Da man aber Joba
Chamberlain in die Rotation integrierte, wird man das einigermaßen
auffangen können, zumal Mike Mussina gerade wie ein All Star und Andy
Pettitte wie in alten Zeiten aussieht. Fragezeichen stehen aber immer
noch hinter den Startern vier und fünf und hinter den Relievern, die
nicht die 42 auf dem Rücken tragen. Jedoch reden wir hier ja noch nicht
über die Playoffs, sondern nur darüber, diese zu erreichen und dafür
sollte die Yankees Offense und solides Pitching durchaus reichen.
Phil: Fiction. Sie werden es sicher schwer haben, die Division zu gewinnen. Aber im Wild Card Race gibt es im Grunde nur zwei Konkurrenten, die Tampa Bay Rays und die Oakland Athletics. Alle anderen American League Teams neben den Red Sox und Angels sind einfach nicht konstant gut. Im Vergleich zu den Rays und A’s haben sie ihr bestes Leistungsniveau noch nicht erreicht, während beide derzeit über ihrem eigentlichen Potential spielen. Über kurz oder lang, wird New York an ihnen vorbeiziehen. Dazu ist die Offensive einfach zu stark, was in der Regular Season durchaus entscheidend ist. Das spielt es auch keine Rolle, ob nun ein Chien-Ming Wang oder ein Sidney Ponson auf dem Mound steht.
Basti: Fiction. Es ist zu diesem Zeitpunkt der Saison viel zu früh zu behaupten, dass die Yankees die Playoffs verpassen. Die AL East ist in dieser Saison die stärkste Division, allerdings sind die Yankees noch nicht in Topform in dieser Saison und werden sicherlich in der zweiten Saisonhälfte alles dafür tun die Playoffs zu erreichen. Wenn die Offense der Yankees mal so richtig in Fahrt kommt und ihr Pitching sich einigermaßen stabilisiert, dann werden sie mindestens die AL Wild Card gewinnen.
4. Fact or Fiction: Die Cleveland Indians sollten C.C. Sabathia in den nächsten Wochen traden, da die Gefahr zu groß ist, dass er nach der Saison bei einem anderen Team unterschreibt.
Marcus: Fact. Hier bin ich etwas skeptisch, denn noch sind die Indians
ja nicht aus den Playoffs, und es besteht zumindest die Möglichkeit, dass die
Offensivabteilung des „Stammes“ doch nochmal Feuer fängt und genügend
Pitching hat man ja, um noch zu siegen. Dann aber muss man auch
anerkennen, dass man hier nicht von einer Gefahr reden kann, dass
Sabathia gehen wird – man sollte hier eher von an Sicherheit grenzender
Wahrscheinlichkeit sprechen! Er will einen großen Vertrag und wird sich
da natürlich an Barry Zito, wenn nicht sogar an Johan Santana
orientieren, und das werden die Indians sicher nicht zahlen.
Was also tun? Ihn halten und dann nach der Saison mit zwei zusätzlichen
Erstrundenpicks dastehen oder ihn jetzt noch traden, um so viel Talent
wie möglich zu kassieren? Sollten sie bei ihren Bemühungen also
wirklich auf Angebote stoßen, die ihnen vielleicht sogar Talente
liefern, die schon bereit sind, in den Majors zu spielen, dann sollte
GM Mark Shapiro zugreifen, denn gerade ein MLB Draft ist meistens eine
Wundertüte und kurzfristige Hilfe wird man da sowieso nicht bekommen.
Ich möchte die Frage also wie folgt beantworten: Wenn sie wirklich gute
Talente, die relativ schnelle Hilfe versprechen (also schon im nächsten
Jahr), bekommen, dann müssen sie ihn traden. Wenn nicht, dann sollte
man die Saison mit ihm zu Ende bringen und eben die zwei Extrapicks
nehmen.
Phil: Fact. Das ist eine schwierige Frage. Die Wahrscheinlichkeit, dass C.C. in Cleveland bleibt ist doch sehr gering. Nun müssen die Indians analysieren, ob mit den zwei Draft Picks in der ersten und zweiten Runde bessere Prospects bekommen, als sie durch einen Trade nach Ohio holen könnten. Zudem haben sie ja nach wie vor noch die Chance, mit einer Siegesserie in das Divisionsrennen einzugreifen. Ihnen muss aber bewusst sein, dass sie für die zwei, drei Monate, die Sabathia bei dem anderen Team spielen wird, nicht annähernd solche Angebote bekommen werden, wie bspw. Oakland oder Minnesota im Winter für Danny Haren und Johan Santana erhielten.
Basti: Fact. Auch wenn es den Indians nicht leicht fallen wird ihr Pitching Ace zu traden, so wäre es wohl das beste. Sie werden Sabathia auf keinen Fall über das Saisonende halten können. Ich gehe stark davon aus, dass Sabathia ab der Saison 2009 den wohl höchstdotierten Pitchervertrag aller Zeiten unterschreiben wird. Das Pitching der Indians ist unterdurchschnittlich, und Sabathia wird eine sehr große Lücke hinterlassen, die sie erst einmal schließen müssen.
5. Fact or Fiction: Die Chicago White Sox beenden die Saison als Sieger der American League Central Division.
Marcus: Fact. Das Unglaubliche wird eintreten, die White Sox gewinnen die Division! Wer hätte das gedacht vor der Saison? Aber schauen wir uns die Fakten doch genauer an: Das Pitching der White Sox hat den besten Team ERA der MLB und gibt trotz des extrem Home-Run-freundlichen Ballparks die zweitwenigsten „Long Balls“ der Liga ab. Sie verfügen also über herausragendes Pitching. Schaut man sich die einzelnen Starter an, dann fällt auf, dass Mark Buehrle mit 4.28 den schlechtesten ERA im Team hat, was immer noch recht gut ist und bei den Relief Pitchern gibt es nur einen mit einem ERA über drei (Nick Masset mit 3.34!). Und wenn man jetzt noch hinzufügt, dass die White Sox die viertmeisten Runs der American League erzielt haben, obwohl nur einer über .300 schlägt (A.J. Pierzynski) und Größen wie Paul Konerko und Jim Thome noch nicht annähernd in Form sind, dann weiß man eigentlich alles – dieses Team kann die Division gewinnen! Eine Division, in der ansonsten die Royals ohnehin keine Rolle spielen, die Twins letztlich nicht tief genug besetzt sind, die Indians nicht ins Rollen kommen wollen und die Tigers letztlich doch scheitern werden. Die White Sox werden sich hier durchsetzen, wenn sie etwaiges Theater von und mit Manager Ozzie Guillen in Zukunft in Grenzen halten können!
Phil: Fact. In dem Fall bezwingt Pitching die Offensive. Ihr Pitching Staff ist mit einem ERA von 3.35 der Beste in der gesamten Liga. Zudem ist die Offensive trotz einem eher mäßigen Schlagdurchschnitt mit 356 Runs und 97 Home Runs vorn mit dabei. Dabei haben Leute wie Jermaine Dye, Nick Swisher, Paul Konerko und Jim Thome noch nicht ihre normale Leistung gebracht. Allerdings sollte sich keiner der Pitcher oder Batter verletzen, denn aus den Minors können sie in so einem Fall nicht auf Hilfe hoffen.
Basti: Fact. Der Pitching Staff der White Sox ist momentan zu den besten in den Major Leagues zu zählen. Ihre Offense war bisher sehr solide und vor allem effizient. Jim Thome, Jermaine Dye und Co werden sich mit Sicherheit im Verlauf der Saison noch weiter steigern. Falls die White Sox ihr Pitching- und Hitting-Niveau bis zum Ende der Saison halten können, seh ich sie in der AL Central vorne. Am Ende könnten sehr viele knappe Spiele über den Divisionsieg den Ausschlag geben.
Am Ende bleibt mir noch meinen Kollegen für ihr Mitwirken an der Kolumne zu danken. Gespannt bin ich nun auf eure Meinungen zu den diskutierten Themen. Schreibt einfach bei den Kommentaren zum Artikel zu einer oder zu mehreren Aussagen eure Meinung. Fact or Fiction? meldet sich im Juli mit Ausgabe Nummer vier zurück.
Nils Braselmann
Nils Braselmann ist Betreiber und Chefredakteur von Baseballinsider.de und AFinsider.de und bei den Portalen für Public Relations verantwortlich. Zudem ist er für die monatliche Ausgabe von Fact or Fiction? zuständig. Der 26jährige aus Westfalen ist CEO von Nur Original Productions, Europas größtem Sport-DVD-Shop und studiert nebenbei Amerikanistik und Germanistik in Marburg.
Seine Freizeit verbringt der Sportbegeisterte mit Tennis, dem 1.FC Köln, US-Sports, Freunden und Sportwagen.


Dann mal gute Nacht Mets, sollten die es wirklich so doll treiben. Aber selbst die werden kein Ge...
(09-02-2012 18:28)Nico
Solche "Bad contract swaps" a la Milton Bradley gegen Carlos Silva gibt's normalerweise n...
(09-02-2012 16:24)Rene
Es branden immer mal wieder Spekulationen auf, wonach die METS Jason Bay für Burnett traden könnt...
(09-02-2012 15:54)USSFSteeler
Ich glaub so einfach geht das gar nicht
(09-02-2012 09:09)Basti
wegen mir kann er nach japan
(09-02-2012 08:59)wordass