Banner
Banner
 

Umfrage der Woche

 
In welches Team passt Roy Oswalt am besten?
 
 
 

Wer ist online?

 
Kein Insider online
Gäste: 38
 
 

Neue Kommentare

 
 
 

Neuester Insider

 
 
 

Die Salary Cap - eine Antwort

 
Autor: Michael Koch Sonntag, 28. Dezember 2008
 

- die großen Unterschiede in der Markt-Größe: die amerikanischen Ballungsräume haben einfach einen viel größeren Vorsprung auf kleine Teams, als das in Deutschland der Fall ist. New York, LA und Chicago können sogar je zwei erfolgreiche Teams unterstützen. Boston hat ganz Neu England (vielleicht mit Ausnahme des NYC-nahen Connecticuts) hinter sich. Es ist schon sehr aussagekräftig, dass es z.B. für einen Manny Ramirez nur drei oder vier Anlaufstationen gibt. So etwas gleicht sich in Deutschland viel stärker aus. Man denke nur, was Bremen seit Jahren leistet - und wo die Fortuna aus dem riesigen Düsseldorf herumkrebst. Auch die Bayern hatten sicher keinen strukturellen Vorteil gegen andere Großstädte wie Hamburg oder Frankfurt.

- Das Eigentümer-Prinzip: selbst wenn Hoffenheim zur Zeit in aller Munde ist und die Entwicklungen im englischen Fußball nachdenklich stimmen - die MLB ist (wie die anderen großen amerikanischen Sportarten) weitaus mehr von den Eigentümern der Teams geprägt. Das verzerrt die sportlichen Leistungen und spricht für eine Salary Cap.

- ich bin mir nicht sicher, ob das Draft-System einen wirkungsvollen Ausgleich zu diesen Mängeln bietet. Hier setzen sich eher talentierte Scouts durch, nicht die schwächsten Teams. Und selbst Mannschaften, die wie die Yanks nicht gerade berühmt für ihre Nachführarbeit sind, erwischen mal einen Joba - zumal man die zukünftigen Leistungen eines High-School-Abgängers nur sehr schlecht vorhersehen kann.

- Zuletzt: Eine Aussage wie "Zum Baseball benötigt man mehr als nur Geld" spricht weder für noch gegen eine Salary Cap.

Ein Argument habe ich jedoch gegen die Salary Cap. Eine Sportart braucht für mich "große" und "kleine" Teams, um nicht beliebig zu werden. Im Football können die Dolphins heute mit den Patriots mithalten, während die beiden Mannschaften letztes Jahr die schlechteste bzw. beste Saison ihrer Geschichte gespielt hatten. Das ist doch albern.

Was wäre Sport ohne Überraschungen, ohne Favoritendebakel, ohne Neid und ohne Häme? Ohne die liebenswerten Verlierer?

Und ohne "Yankees Suck!"-Rufe?

Kommentare
RSS
Phil
(SAdministrator) 28-12-2008 14:12
Am Ende zählt aber nur, dass seit 2001 sieben verschiedene Teams die World Series gewonnennhaben und
23 der 30 Clubs die Playoffs erreicht haben.
 
Michael
(Registered) 28-12-2008 19:31
Nein, das sehe ich anders. Wenn ich von großen und kleinen Clubs spreche, dann zählen nicht nur die
Erfolge, sondern auch die Spielernamen. Wenn die Indians ihren absoluten Helden nicht halten können
und der gleiche Spieler bei den Yankees ein Gesicht unter vielen ist, dann ist das schade für den
kleinen Club und besonders für dessen Fans. Ich denke, ein Sport kann nur erfolgreich sein, wenn er
in der Breite begeistern kann.
 
avatar
Hans
(Registered) 28-12-2008 21:48
@Michael



ich finde deinen Ansatz nicht ganz falsch, nur sollte man, (wenn es überhaupt ein vergleich mit
Fußball geben muss) die MLB eher mit der Champions League und nicht mit der Bundesliga vergleichen.
Für Van Nistelroy o.Ä können auch nur ein paar Clubs Angebote abgeben.
 
Phil
(SAdministrator) 29-12-2008 02:18
@Michael: Ich verstehe was du meinst, doch denke ich, dass es den richtigen Fans eigentlich egal
ist, welcher Spieler aufläuft, solange er gut spielt. Stars die ihre gesamte Karriere bei demselben
Team spielen gibt es doch nur noch sehr wenige.



Da fällt mir gleich eine Art Umfrage von ESPN aus dem Vorjahr ein, als sie nach dem "Face of the
Club" gefragt hatten. Wenn man sich nun alle 30 Teams anschaut, wird es schwierig einen Star
herauszupicken, der stellvertretend für den Club steht.



Auf der anderen Seite haben aber auch die kleineren Teams ihre Helden. Der einzige Unterschied zu
den "Big Market"-Teams ist meiner Meinung nach nur die Tatsache, dass sie weniger in ...
 
Michael
(Registered) 29-12-2008 11:18
@ DodgerDog: Ich denke, solche Abwägungen kann man nur anstellen, wenn man Ligen mit Salary Cap
mit Ligen ohne Salary Cap vergleicht. Erstaunlicherweise gibt es im europäischen Fußball aber keine
Klagen der "kleineren" Teams. Ich habe das deutsche Beispiel gewählt, weil es auch hier
einen Verein mit überragender Marktmacht gibt, gegen den sich immer mal wieder Unmut regt. Zudem ist
die CL eine "Zusatz-Liga". Wer dort spielt, hat in seinem nationalen Wettbewerb überragend
abgeschnitten. Das ist eine andere Dimension, als wenn z.B. die Brewers 26 Jahre auf eine
Playoff-Teilnahme warten müssen.
 
avatar
Hans
(Registered) 29-12-2008 19:15
Milwaukee war doch dieses Jahr in den Playoffs. Da hat Phil schon recht, seit 2001: 23 von 30 Teams
in den Playoffs. Aber stimmt schon, nämlich wie geht es weiter, wenn die Preis Spirale sich weiter
dreht. Erinnert mich ein bisschen an die Finazkrise, da wuchsen in den letzten Jahren auch die Bäume
in den Himmel. Hinterher wundern sich alle, wie das passieren konnte. Mal sehen wie die
Zuschauerzahlen von den kleinen wie z.B Pirates, Oakland, Florida, sich 2009 entwickeln. Es gibt da
ein Buch \"Fair Play\" von Bob Costas der sich schon 2000 darüber Gedanken gemacht
hat, und eine Vernünftige Salary Cap in beiden Richtungen, also von Oben aber auch von unten
ausgedacht hat. Hier der Link z...
 
Michael
(Registered) 29-12-2008 19:58
Die Brewers waren dieses Jahr zum ersten Mal seit 1982 in den Playoffs - und das im Grunde nur wegen
CC Sabathia, den man gerade mal für ein paar Monate (!) halten konnte. Schöner kann man die
Problematik meiner Meinung nach nicht illustrieren.



Noch eine Anmerkung: Die Überschrift dieses Artikel sollte übrigens nicht bedeuten, dass ich die
Salary Cap für die "Antwort auf die Problematik" halte. Mein Text sollte vielmehr "eine
Antwort auf Phils letzten Blogeintrag" zum gleichen Thema sein.
 
Erich
(Publisher) 29-12-2008 23:26
Dass die Yankees mehr einnehmen als z.B. die Brewers, daß wird auch mit der Salary Cap passieren.
Wenn das Geld aber nicht die Spieler sondern die Teams kassieren, was wird dann damit geschehen.

Steinbrenner wird steinreich, was er ohnehin schon ist

Teixeiras Frau bekomt einen Beraterjob für 1 Mio pro Jahr

Er selber einen Rentenvertrag bis 2050.

Reglementierung hat in der freien Marktwirtschaft, wie es die MLB ist, eigentlich nichts verloren



So leid es mir für die „kleinen“ tut, es wäre ungerecht gegenüber Spielern und Fans von
erfolgreichen Teams.

Denn es würde auch bewirken, daß ein Sabathia per anno nicht mehr verdient wie z.B. Burnett und das
wäre ungerecht, da er einfach wert...
 
Michael
(Registered) 30-12-2008 10:29
Du musst aber eine fixe Salary Cap für jeden einzelnen Spieler(-vertrag) von einer Team-Salary Cap
unterschieden. Bei letzterer würde ein Sabathia durchaus mehr verdienen als ein Burnett. Zudem gibt
es auch die Möglichkeit, keine ligaweite Obergrenze einzuführen, sondern jeder Mannschaft eine
eigene Cap, z.B. einen bestimmten Prozentsatz der Einnahmen, vorzuschreiben. So könnte man die Clubs
für Erfolge und gutes Wirtschaften belohnen, gleichzeitig aber den verzerrenden Effekt eines
Besitzers im Kaufrausch ausschalten.



Ich bin auch ein großer Freund der freien Wirtschaft. Aber Monopolstellungen sollten verhindert
werden. Wenn eine Mannschaft bislang in der Offseason über 100 Millionen Dollar meh...
 
Phil
(SAdministrator) 30-12-2008 13:09
Auch wenn das nicht zum Thema passt: Die Yankees werden mit Sicherheit nicht Manny Ramirez
verpflichten. Brian Cashman hat in den letzten Jahren jeden sogenannten Problemspieler aussortiert
und Joe Girardi ist auch nicht ein Fan von Manny.



Die Yankees haben im Übrigen auch im letzten Jahr ähnlich viel Geld ausgegeben. Da hatte es nur
keinen interessiert, weil A-Rod, Posada und Rivera nicht wirklich bis auf den freien Markt gekommen
waren. Und sie können nun soviel ausgeben, weil gerade eine Menge eigener Verträge zufällig
auslaufen.



Um noch einmal auf die Einnahmen der Teams einzugehen: So verdienen die Yankees vor allem an den
Zuschauereinnahmen, Sponsoren und durch den eigenen T...
 
Nur registrierte Benutzer können Kommentare schreiben!

Blogs

Michael Koch

 
michael65x90 Michael Koch ist Baseballinsider.de-Redakteur der ersten Stunde und den Lesern sicherlich am besten als Gastgeber des Baseballinsider-Reports bekannt, den er gemeinsam mit Thomas Kuhnert moderiert.
Im richtigen Leben schreibt er an seiner Doktorarbeit in Geschichte, in der er sich mit der Funktion von Feindbildern im amerikanischen Bürgerkrieg beschäftigt. Michael studierte mitten im Red Sox-verrückten Neu England, als Boston 2004 das größte Comeback aller Zeiten gelang, und verliebte sich auf Anhieb in den Baseball-Sport und das Team aus Massachusetts. Seitdem trägt er nicht nur stolz sein originales „Reverse the Curse“-T-Shirt, sondern soll in seiner Wahlheimat Tübingen auch schon mit einem Bat in der Hand gesehen worden sein.