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Hollidays

 
Autor: Daniel Kroiss Mittwoch, 06. Januar 2010
 

birdsbats

Nun ja, was könnten wir in der fünften Ausgabe von Birds & Bats auch anderes besprechen? Keine Frage, den Matt-Holliday-Deal und den weiteren Plan der Off Season. Außerdem schulde ich euch ja noch den Rest des All-Decade-Cardinals-Teams, den werde ich euch selbstverständlich nicht vorenthalten, jedoch aus Platzgründen erst nächste Woche bringen können.

 



Matt Holliday landete einen Volltreffer mit seinem neuen Vertrag (CC-BY-SA - Foto von shgmom56)
Matt Holliday landete einen Volltreffer mit seinem neuen Vertrag. (CC-BY-SA - Foto von shgmom56)

 

Wir fackeln gar nicht lange rum, sondern beginnen gleich mit dem neuen Vertrag von Matt Holliday und den St. Louis Cardinals. Er unterschrieb vor einigen Tagen eine Verlängerung seines aktuellen Vertrages, das Grundgehalt beträgt ungefähr 17 Millionen US-Dollar, verteilt über sieben Jahre, das macht insgesamt 120 Millionen. Insgesamt ist der Vertrag der größte, den die Organisation aus Missouri jemals einen Spieler gegeben hat (größer auch als der von Albert Pujols, dieser unterschrieb im Winter 2003 / 2004 eine Vertragsverlängerung über 100 Millionen US-Dollar). Sollte Holliday es schaffen im Jahre 2016 (mit 36 Jahren) in die Top Ten des MVP Votings zu kommen, verlängert sich sein Vertrag automatisch um ein weiteres Jahr. Holliday wird dann folglich 137 Millionen US-Dollar (ungefähr 95 Millionen Euro) verdient haben, und 37 Jahre alt sein, bevor er womöglich das erste Mal wieder umzieht.

Der Vertrag enthält zusätzlich zu dem riesigen Gehalt und der Option auf ein weiteres Jahr, eine Klausel die es den Cardinals unmöglich macht Hollidays Vertrag zu tauschen, ohne dass dieser zustimmt. Vor wenigen Stunden wurde außerdem bekannt, dass ein Teil des Gehalts von Holliday, erst in den Jahren 2020 bis 2029 ausbezahlt wird, um das Gehaltsbudget der Red Birds nicht noch mehr zu belasten. Hierbei sprechen wir von einer Summe von circa zwei Millionen US-Dollar, jeden 15. Juli, und das neun Jahre lang, nicht schlecht was? Also wenn Holliday seinen letzten Gehaltsscheck von den Cardinals bekommt, ist er 49 Jahre alt und wahrscheinlich schon ewig in Pension.

Was bedeutet dieser Vertrag für die Zukunft der ganzen Organisation? Zum einen legt es eine Messlatte für Pujols Vertragsverlängerung nach der 2011er Saison, zum anderen ist es eine Investition um die Dominanz in der NL Central auf die nächsten Jahre zu sichern. Im Laufe des vergangenen Jahres wurde viel diskutiert welchem Preis Pujols Dienste wohl nach Ablauf seines derzeitigen Vertrages haben werden. Hier gehen die Meinungen der Experten auseinander, von kolportieren 20 Millionen US-Dollar Jahresgehalt, bis zum durchbrechen der 30 Millionen US-Dollar-Schallmauer, wurde hier viel spekuliert. Pujols selbst sagte in einem Interview, er wolle auf jeden Fall bei den Cardinals bleiben, jedoch müssten diese „das Streben nach dem Gewinnen" zeigen. Dies kann er ihnen nun nicht mehr absprechen, aber dass Pujols mehr verdienen will als Holliday, dürfte wohl klar sein.

Wird Team-Präsident Bill DeWitt die Payroll über die magische 100-Millionen-Grenze erhöhen um Pujols halten zu können? Wer könnte um Pujols Dienste mitbieten? Die Yankees haben Teixeria langfristig unter Vertrag, allerdings sind die Red Sox, Angels und Mets sicher gewillt großes Geld locker zu machen um einen Spieler dieses Kalibiers zu verpflichten. Die Cubs hätten sicher auch das Geld um Pujols nach Chicago zu lotsen, aber Pujols will doch schließlich noch mal eine World Series gewinnen ;-).

Erschwerend zu den Verhandlungen mit Pujols kommt für die Cardinals noch dazu, dass sie nicht gewillt sein werden für Pujols andere Spieler wie Wainwright, Molina oder Carpenter, deren Verträge auch irgendwann auslaufen werden, abzugeben. Wenn diese aber alle um ihren Marktwert unter Vertrag stehen bleibt kaum noch Spielraum (ca. 30% des Budgets) um die restlichen 20 Spieler des Teams zu bezahlen. Auch Ryan Ludwick und Skip Schumaker steht heuer eine saftige Gehaltserhöhung ins Haus, und Colby Rasmus erreich zu einem schlechten Zeitpunkt seine Arbitrations-Phase.

Was bleibt circa 40 Tage vor Beginn des Spring Trainings noch zu tun für General Manager John Mozeliak? Mit Hollidays Vertrag nun unter Dach und Fach haben die Cardinals, je nach Ausgang der Arbitration-Fälle ungefähr 93 Millionen US-Dollar bereits vergeben. Da DeWitt keine Anstalten macht die Payroll zu erhöhen, werden die Cards nicht über die 100-Millionen-Grenze hinaus kommen. Drei Baustellen haben die Cardinals noch, an denen sie arbeiten sollten: Third Base, wo sich noch entscheidet ob sie Rookie David Freese eine Chance geben, oder ob sie noch einen Free Agent verpflichten werden (Miguel Tejada), einen fünften Starter, wenn sie Jamie Garcia noch Zeit in den Minors geben werden (John Smoltz, Jarrod Washburn, Vincente Padilla), und ob man nicht doch noch einen erfahrenen Arm für den Bullpen verpflichtet.

Kommentare
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Daniel
(Publisher) 08-01-2010 01:01
Was glaubt ihr, wie viel Geld wird Pujols bekommen?

Wird er bei den Cardinals bleiben oder zu einem Big-Market-Team gehen?

Kommen noch weitere Free Agents nach St. Louis, oder geht man den internen Weg?

Ich will wie immer eure Meinungen wissen!
 
Cypher
(Registered) 08-01-2010 09:01
Wenn ein Teixeira bei den Yankees 20m/Saison verdient, dann wird der Preis für Pujols mit Sicherheit
nochmal ein bißchen höher liegen. Irgendwas um die 25m/Saison wird man für Alberts Dienste wohl
schon auf den Tisch legen müssen.

In diesem Zuge halte ich es eigentlich für ziemlich ausgeschlossen, dass man in St.Louis noch sehr
lange an dieser max. 100m-Payroll feshalten können wird. Wie will man der Fanbase denn verkaufen,
dass man den besten Spieler der Liga ziehen lassen muss, obwohl der gerne bleiben würde, man es sich
theoretisch leisten könnte, es aber nur nicht tut, weil man ein gewisses Budget nicht überschreiten
will?



Letztlich würde man sich nur ins eigene Knie schiessen, wenn ma...
 
Phil
(SAdministrator) 08-01-2010 10:44
Ich glaube nicht, das 25 Millionen Dollar pro Jahr bei Pujols ausreichen werden. Alex Rodriguez'
Jahresgehalt (30 Mio.) sollte als Maßstab genommen werden.
 
Erich
(Publisher) 08-01-2010 11:43
Der Markwert von Pujols ist sicher 30 Mio, ob er sie bekommt ist eine andere Frage. Wie schon
erwähnt, die Yankees können keine 1B brauchen und ob es überhaupt ein Team gibt, das eine solche
Summe für einen Spieler ausgibt, die Red Sox vielleicht, und zu denen würde er noch dazu perfekt
dazupassen.

Als sehr sicher gilt aber, dass die Cards nicht Holliday, Pujols, Carpenter und Wainwright halten
können.
 
Thomas
(Registered) 08-01-2010 13:21
Ich sehe das Problem gar nicht so dramatisch. Pujols wird sicherlich erheblich mehr verdienen, aber
ich denke es wird knapp unter 30 Mio/Jahr bleiben, weil:

1. ...die Yankees nicht mitbieten werden.

2. ...Pujols in StL bleiben will.

3. ...Pujols nach eigener Aussage "gewinnen" will.



So 25-28 Mio, das aber über 10 Jahre werden es wohl werden...



Aus den genannten Gründen glaube ich aber, dass die Cards die 100 Mio-Grenze etwas ausdehnen werden.
Sonst hätten sie jetzt Holliday nicht verlängert! Ich glaube mittelfristig wird Carpenter von der
Gehaltsliste verschwinden: Er wird 35, ist verletzungsanfällig und verdient 15 Mio pro Saison - ich
denke bei ihm würde man die Op...
 
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Marcus
(Administrator) 08-01-2010 13:21
Ich leg mich mal fest: Wenn die Yankees nicht irgendwie kreativ werden, bekommt Pujols keine 30 Mio.
im Jahr! Kein anderes Team würde in dieser Größenordnung investieren, nicht mal für Pujols.
 
Phil
(SAdministrator) 08-01-2010 14:32
Ich könnte mir gut vorstellen, dass einige Teams für Pujols die Brieftasche aufmachen würden. Die
Cardinals wären daher gut beraten, schon eher zu reagieren und mit ihm zu verlängern. An einen
Heim-Bonus für St. Louis glaube ich aber nicht. Wenn sie nicht annähernd Marktpreis zahlen, dann ist
Pujols weg. Ähnliche Aussagen wie er sie gemacht hat, gab es in anderen Fällen auch. Am Ende
entscheidet nur der Dollar, wohin er wechseln wird.
 
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Daniel
(Publisher) 08-01-2010 19:07
Also lt. dem letzten Artikel von Joe Strauss, von der Stl Post Dispatch gibt es einen Plan vom
Team-Besitzer Bill DeWitt die Payroll bis 2015 auf 110 Mio. zu erhöhen.

http://www.stltoday.com/stltoday/sports/stories.nsf/cardi...

Ich glaube dass die Red Sox sehr wohl mitbieten werden um Pujols und kann mir auch die Mets
vorstellen, dass sie mitreden wollen und ich glaube nicht dass bei Pujols im Endeffekt nur harte
Dollars zählen, so schätze ich ihn nicht ein, er ist kein A-Rod und hat nicht Boras als agenten! 25
- 30 Millionen pro Jahr, ist kein schlechter Tipp. Ihc befürchte auch, dass man Carpenter nach
2011/12 nicht mehr halten wird, da dieser dann 35/36 ist, aber das entlastet zumindest d...
 
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Happy_Hill Brewer
(Registered) 08-01-2010 22:01
Interessant finde ich den von Daniel recherchierten Aspekt "Vor wenigen Stunden wurde außerdem
bekannt, dass ein Teil des Gehalts von Holliday, erst in den Jahren 2020 bis 2029 ausbezahlt wird,
um das Gehaltsbudget der Red Birds nicht noch mehr zu belasten..."

Wenn man das Ganze volkswirtschaftlich unter Einbeziehung der Inflation betrachtet, könnte das sogar
für den einen oder anderen Deal in der Zukunft ein Modell sein. Man verlagert einfach einen Teil der
Payments in die (ferne) Zukunft und hält damit die jährlichen Budgets im Rahmen. 2029 werden
Bleacher-Tickets wahrscheinlich das doppelte oder dreifache des heutigen Preises kosten. Die
US-amerikanische Volkswirtschaft wird irgendwann mitte...
 
Phil
(SAdministrator) 08-01-2010 23:30
Es kann aber auch durchaus sein, dass die Gehälter in Zukunft auch wieder zurückgehen, bspw. wenn
dann doch einmal ein Salary Cap kommt.

Übrigens ist das gar nicht so neu. Die Mets müssen zum Beispiel Bobby Bonilla noch bis 2035 einen
Teil seines Gehaltes zahlen. Und nicht zu vergessen die Diamondbacks, die noch Randy Johnson, Curt
Schilling, Bernard Gilkey, Luis Gonzalez, Armando Reynoso, Matt Williams und Roberto Alomar
Gehaltschecks zusenden müssen.
 
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Kolumnen - Birds & Bats